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Peking (dpa)
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Wasserballer stehen vor zwei «Endspielen»

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Staunend und ehrfürchtig standen sie vor der Großen Mauer - in zwei «Endspielen» stehen die deutschen Wasserballer mit dem Rücken zur Wand.

Thomas Schertwitis (r) holt gegen den Kroaten Pavo Markovic aus zum Wurf.
Thomas Schertwitis (r) holt gegen den Kroaten Pavo Markovic aus zum Wurf.

Nach dem 5:13 (1:4, 2:3, 1:2, 1:4) gegen Weltmeister Kroatien muss das Team von Bundestrainer Hagen Stamm gegen die USA und Italien unbedingt siegen, um den angestrebten dritten Gruppenplatz im Olympia-Turnier noch zu erreichen. «In diesen Spielen zählt's, wenn wir die gewinnen, fragt doch keiner mehr, wie hoch wir gegen Serbien und Kroatien verloren haben», sagte der Coach in Peking nach der zweiten Niederlage im dritten Spiel.

«Wir haben schlecht gespielt und zu Recht so hoch verloren. Aber was soll man machen, wenn die Kanoniere absolute Ladehemmung haben», klagte Stamm. Der Trainer war ratlos, weil ausgerechnet seine Schützen vom Dienst, Heiko Nossek (Esslingen) und Tobias Kreuzmann (Duisburg), in drei Spielen noch noch kein Tor erzielt haben. «Im Training schießen die im Toreck einer Fliege die Flügel ab. Aber heute: alles nur Pfosten, Latte, Torwart. Vielleicht sollten die beiden mal gemeinsam ein Bier trinken», meinte Stamm vor dem Ausflug seiner Truppe zur Chinesischen Mauer.

Für Nossek und Kreuzmann sprangen im Spiel gegen die überlegenen Kroaten Marc Politze (2), Marko Savic und Andreas Schlotterbeck vom deutschen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 sowie Thomas Schertwitis (Kasan) in die Bresche. Auch die fünf Tore gegen den Weltmeister machten dem Olympia-Fünften von Athen keinen Mut, Stamm war in Gedanken schon bei den nächsten Gegnern. «Jetzt kommen unsere Endspiele. Italien und die USA sind Favorit», betonte der Berliner.

Lob hatte Stamm nach dem Spiel der vergebenen Chancen nur für Torhüter Alexander Tchigir, mit 40 Jahren der Älteste im Team, übrig: «Der bringt seine Leistung - ein Vorbild für die ganze Mannschaft.» Der Keeper hob abwehrend die Hände: «Jeder muss seinen Job machen, wir sind ein Team.» Beim 6:5 gegen China war Tchigir mit etlichen Glanzparaden noch der Held, nach dem Kroatien-Match sagte er: «Manchmal kann ich ein Spiel auch allein gewinnen, aber nicht immer.»

Weil Italien (2 Punkte) am Abend Gastgeber China (0) mit 19:7 deklassierte, fiel das deutsche Team (2) aufgrund der weitaus schlechteren Tordifferenz vom vierten auf den fünften Platz zurück. Nächster Gegner ist am Samstag der WM- und EM-Fünfte Italien; spätestens am Montag entscheidet sich im Duell mit dem US-Team, ob die deutschen Recken ins Viertelfinale kommen.

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