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London (dpa)

Trotz Rekorden: Gewichtheberin Rohde Elfte

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Julia Rohde konnte ihre Gefühlslage nicht recht beschreiben. Sollte sie sich nun freuen, dass sie zwei deutsche Rekorde in der 53-Kilo-Klasse der Gewichtheberinnen geschafft hatte? Oder sollte sie sich ärgern, weil sie nur Elfte geworden war? Irgendwie war alles dabei.

Julia Rohde bot eine starke Leistung, erreichte aber keine vorderen Plätze. Foto: Bernd Thissen
Julia Rohde bot eine starke Leistung, erreichte aber keine vorderen Plätze. Foto: Bernd Thissen

«Ich habe deutsche Rekorde gemacht, das ist in Ordnung», sagte die Olympia-Siebte von Peking 2008. Damals hatte sie 185 Kilo geschafft. Die 23 Jahre alte Sportsoldatin schraubte ihre Rekordleistung im Zweikampf auf 193 und im Stoßen auf 108 Kilo. «Wenn sie die 87 Kilo im Reißen gepackt hätte, wäre es ein Traumrekord gewesen», meinte Bundestrainer Thomas Faselt, der ebenfalls bekannte, zufrieden zu sein. Dass die Weltspitze in immer weitere Ferne gerät, hat er sehr wohl registriert.

«Das muss man hinnehmen. Viele Nationen konzentrieren sich auf die leichten Klassen. Ich bin aber nicht enttäuscht», meinte Rohde über den Verlauf ihres Wettkampfes in der leistungsschwächeren B-Gruppe. Immerhin kann die attraktive Blondine erneut auf den inoffiziellen Titel «Schönste Gewichtheberin der Spiele» hoffen, den sie 2008 in Peking ergattert hatte. Selbst Weltverbandspräsident Tamas Ajan zählt zu ihren Fans.

Olympia-Gold in ihrem Limit ging an die Kasachin Sulfija Tschinschanlo. Die zweifache Weltmeisterin brachte 226 Kilogramm in die Zweikampf-Wertung und steuerte obendrein einen Weltrekord bei. Im Stoßen steigerte sie ihre eigene Bestmarke um ein auf 131 Kilo. Die Silbermedaille gewann Hsu Shu-Ching aus Taiwan, Bronze sicherte sich die Moldauerin Cristina Iovu. Beide kamen auf 219 Kilo.

Rohde hätte beinahe noch mehr deutsche Rekorde markiert. Im Stoßen scheiterte sie jedoch an 110, im Reißen an 87 Kilo. Der Schützling von Bundestrainer Thomas Faselt gestand Nervenflattern ein. «Ich war supernervös. Olympia ist etwas anderes. Man will alles perfekt machen.»

Bis zum 8. August bleibt Rohde noch in London. «Ich will mir vor allem Synchronspringen, Bodenturnen und Leichtathletik ansehen», verriet die frühere Tänzerin. Danach will sie mit ihrem Freund, den Chemnitzer Gewichtheber Tom Schwarzbach, in den Urlaub. «Das kann ich jetzt beruhigt machen», verriet Rohde.

Voll konzentriert beginnt Julia Rohde das heben des Gewichts. Foto: Bernd Thissen
Voll konzentriert beginnt Julia Rohde das heben des Gewichts. Foto: Bernd Thissen
Das Kraftpaket versucht ihren Körper unter die Hantel zu bringen. Foto: Bernd Thissen
Das Kraftpaket versucht ihren Körper unter die Hantel zu bringen. Foto: Bernd Thissen
Mit viel Schwung reißt die deutsche Ausnahmeathletin die Hantel über den Kopf. Foto: Bernd Thissen
Mit viel Schwung reißt die deutsche Ausnahmeathletin die Hantel über den Kopf. Foto: Bernd Thissen
Dann hat es Julia Rohde geschafft, der Rekord steht. Foto: Bernd Thissen
Dann hat es Julia Rohde geschafft, der Rekord steht. Foto: Bernd Thissen
Der Moment des Erfolgs. Foto: Friso Gentsch
Der Moment des Erfolgs. Foto: Friso Gentsch
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