Ernüchterung beim WM-Fandorf

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Rund 15.000 Fans kamen am Samstagabend auf die Heilbronner Theresienwiese zum größten Public-Viewing im Land. Statt Euphorie herrschte nach dem Schlusspfiff Ernüchterung, was den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst einen relativ ruhigen Abend bescherte.

Von Manfred Stockburger


Dicht an dicht stehen sie. 15 000 Fußballfans sind am Samstagabend auf der Heilbronner Theresienwiese zum gemeinsamen Deutschland-Schauen. Am Anfang ist die Stimmung gut, das Wetter perfekt und die Erwartungen sind groß. "Heilbronn, Ihr seid die geilsten", ruft der Moderator in die Masse. Dann kommt der Anpfiff − und es wird ziemlich leise. Denn bekanntlich betätigen sich die Ghanaer auf dem Spielfeld als Stimmungstöter, und nur während der kurzen Minuten der deutschen Führung kommt beim wohl größten Public Viewing im Land Partystimmung auf. Zumeist übertönt der Originaljubel aus dem Stadion die Fans auf der Theresienwiese.



 

Statt Euphorie herrscht nach dem Schlusspfiff Ernüchterung, was den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst einen relativ ruhigen Abend bescherte. "Heilbronn, kommt gut heim", ruft der Moderator. Der Autokorso fällt aus.

Polizei und Rettungskräfte haben dennoch genügend zu tun − auch wenn Yvonne Schmierer keine außergewöhnlichen Vorkommnisse zu melden hat. "Unter anderem waren Jugendschutzteams im Einsatz, die bei Minderjährigen das ein oder andere hochprozentige Getränk entsorgen mussten", sagt die Polizeisprecherin. Ein Jugendlicher sei so betrunken gewesen, dass er zu seinen Eltern nach Hause gebracht wurde. Im gesamten Bereich des Heilbronner Polizeipräsidiums sind 250 Beamte im Einsatz, die große Mehrzahl davon um die Theresienweise herum. "Die anderen Public Viewings sind ja eher im ländlichen Raum."
 


Dr. Helmut Lux, der als leitender Notarzt die Rettungskräfte koordiniert, muss in der Halbzeitpause Verstärkung holen weil plötzlich alle Betten in den Rot-Kreuz-Zelten belegt sind. Mindestens 20 Patienten müssen seine 36 Einsatzkräfte versorgen. Alkohol und Unterzucker zählt Lux als Diagnosen auf. "Zwei mussten wir ins Krankenhaus bringen", zieht er Bilanz des Fußballabends.


 


 

Ausgesprochen ruhig bleibt es auch am Bahnhof, wo schon um Mitternacht die meisten der 5000 Fußballfans mithilfe von gut 50 Bundespolizisten den richtigen Zug oder die richtige Stadtbahn gefunden haben. "Die Leute sind ja zum Feiern gekommen", sagt Einsatzleiter Dieter Natterer. Ein ernsteres Wörtchen mussten seine Beamten mit 34 angetrunkenen Fans sprechen − außerdem gab es 15 Platzverweise.

 

 

 

 

 

 

 

 

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