"Rivalität gibt es nur im sportlichen Rahmen"

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Hohenloher Triathleten Markus Wiedemann und Uwe Richlik im Gespräch

Im Wettkampf sind Uwe Richlik (links) und Markus Wiedemann Rivalen, abseits des sportlichen Geschehens kommen sie jedoch gut miteinander aus.Foto: Döring
Im Wettkampf sind Uwe Richlik (links) und Markus Wiedemann Rivalen, abseits des sportlichen Geschehens kommen sie jedoch gut miteinander aus.Foto: Döring

Sie lieben und leben ihren Sport. Schon mehrere Male waren sie beim Ironman in Hawaii, einem der berühmtesten und härtesten Triathlonwettbewerbe der Welt. Uwe Richlik (47) aus Eschelbach und Markus Wiedemann (41) aus Ingelfingen sind schon seit über 20 Jahren im Triathlonsport aktiv. Ranjo Doering sprach mit den beiden über die Trainingsbedingungen im Hohenlohekreis, ihre Wettkampfvorbereitungen und über die Rivalität zwischen den beiden Sportlern.

Sie sind schon lange im Triathlonsport aktiv, wie kamen Sie zur Dreikampf-Disziplin?

Markus Wiedemann: Bei mir startete es während der Schulzeit, als ich mit zwei Kumpels an einem Radrennen teilnahm. Ende der 80er Jahre habe ich mir dann mein erstes eigenes Rennrad gekauft. Geschwommen bin ich schon immer gern, da war der Triathlon irgendwann naheliegend. Mein erster Start war dann beim Triathlon in Waldenburg. Uwe Richlik: Für mich begann die sportliche Karriere 1992 mit einer Stammtischwette (lacht). Ich war vorher kein großer Sportler. In meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich dann bei einer 70 Kilometer langen Rennrad-Tour zugesagt. Dann kam auch bei mir der Start in Waldenburg, und ich war sehr schnell mit dem Triathlonvirus infiziert.

Was macht für Sie die Faszination am Triathlon aus?

Wiedemann: Es ist Spiel, Spaß, Spannung, Abenteuer und Abwechslung in einem und man ist Outdoorsportler und kann die Natur erleben. Außerdem hat man als Einzelsportler eine gewisse Unabhängigkeit. Richlik: Man kann in diesem Sport auch wunderbar seine Grenzen austesten. Und prinzipiell ist es überall möglich, den Sport auszuüben bzw. dafür zu trainieren.

Apropos Training: Wie sind die Trainingsbedingungen im Hohenlohekreis? Was ist gut, was ist verbesserungswürdig?

Wiedemann: Naja, Laufen ist ja grundsätzlich überall möglich und wir leben ja in einer schönen Region. Auch zum Radfahren braucht man keine speziellen Wege und kann hier auf tollen Strecken trainieren. Schwierig ist es, in der Region einen geeigneten Platz für das Schwimmtraining zu finden. Richlik: Das Problem an der Sache ist, dass dem Triathlon-Sport im Hohenlohekreis die Lobby fehlt. In Schwimm- und Freibädern fehlt es oft an Bahnen, auf denen man als Sportler regelmäßig trainieren kann. Es fehlt an einem infrastrukturellen Dach, das bessere Trainingsbedingungen ermöglichen kann.

Sie haben beide ihren ersten Triathlon in Waldenburg bestritten. Welchen Stellenwert hat die Veranstaltung für den Hohenlohekreis?

Wiedemann: Es ist das Triathlonevent schlechthin in der Region und für viele der Einstieg in den Sport. Es herrscht dort ein sehr familiäres Umfeld und er versprüht seinen ganz eigenen Charme. Richlik: Es ist auch jedes Jahr ein Wiedersehen mit Freunden und Bekannten. Markus hat in Waldenburg inzwischen ja schon sieben Mal gewonnen, ich bisher zwei Mal. Es ist schon ein ganz besonderer Wettbewerb für uns beide.

Wie bereiten Sie sich auf einen Wettkampf vor?

Richlik: Im Jahresschnitt trainiere ich mindestens elf Stunden in der Woche. In der Vorbereitung auf einen Wettkampf sind es dann schon 15 bis 25 Stunden pro Woche. Im Laufe eines Jahres absolviere ich somit etwa 150 Kilometer Schwimmdistanz, lege 8000 bis 10 000 Kilometer auf dem Rad zurück und laufe an die 2500 Kilometer. Wiedemann: Das ist bei mir ähnlich. Wichtig ist aber auch, dass man seinen Körper gut kennt und auch weiß, wann man sich mal eine Pause gönnen muss. So kann es auch mal vorkommen, dass man eine Zeit lang mal mit dem Training aussetzt.

Sie haben beide schon mehrfach am Königswettbewerb des Triathlon teilgenommen, dem Ironmann auf Hawaii. Können Sie sich noch an Ihre erste Teilnahme erinnern?

Wiedemann: Aber natürlich. Ich habe mir als ich 19 Jahre alt war immer Videokassetten über das legendäre Triathlon-Duell zwischen Dave Scott und Mark Allen auf Hawaii angesehen. Und auf einmal bist du selbst dort und siehst all das, was du aus dem Fernsehen kanntest. Es war ein sehr intensives Erlebnis und das wird sich auch nie ändern. Der Mythos Hawaii stirbt nie. Richlik: Es war schon eine Art Reizüberflutung beim ersten Mal. Aber ich glaube für uns beide war die erste Teilnahme nur ein Schaulaufen, das Entscheidende war, dass wir uns überhaupt für den Wettbewerb qualifiziert haben. Man weiß ja, dass alle Sportler die dort antreten eine tolle Leistung erbracht haben, um in Hawaii an den Start gehen zu dürfen.

Was ist das Besondere am Ironman?

Wiedemann: Man kämpft dort mit den Elementen. Es sind sehr schwierige äußerliche Bedingungen unter denen man dort an den Start geht. Es herrschen dort Temperaturen von teilweise 30 Grad im Schatten. Richlik: Die Luftfeuchtigkeit ist mit bis zu 80 Prozent sehr hoch. Daran muss man sich gewöhnen. Deshalb reist man meistens schon früh an, um unter diesen Bedingungen dann auch zu trainieren.

Oft war und ist zu hören, dass es zwischen Ihnen eine große Rivalität gibt. Was ist dran?

Wiedemann: Eine große Rivalität gab und gibt es bei uns immer nur im sportlichen Rahmen. Da wurde auch viel von außen reingetragen. Natürlich gibt es wenn es um Platzierungen geht Rivalität, aber das beschränkt sich auf den Sport. Richlik: Ich denke auch, dass man zwischen Sport und Privatleben eine Grenze ziehen sollte. Wir haben uns in Waldenburg tolle Duelle geliefert, das macht den Sport doch aus. Einen gemeinsamen Start in Hawaii haben wir bisher noch nicht geschafft, vielleicht ist das noch ein Ziel für die Zukunft (lacht).

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