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Eberstadts dritter Streich

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Von unserem Redaktions- mitglied Ranjo Doering Gekommen um zu bleiben". Die Fans der SGM Stein/Kochertürn gaben mit einem großen Plakat am Spielfeldrand die Marschroute ihres Teams vor: Um jeden Preis die Klasse halten. Doch am Ende kam alles ganz anders.

Von unserem Redaktions- mitglied Ranjo Doering
Nicht nur hoch in die Luft, sondern auch eine Spielklasse höher: Eberstadts Spielertrainer Sandro Dierolf wird nach dem Abpfiff von seiner Mannschaft gefeiert. Der VfL spielt in der kommenden Saison in der Bezirksliga.
Foto: Andreas Veigel
Nicht nur hoch in die Luft, sondern auch eine Spielklasse höher: Eberstadts Spielertrainer Sandro Dierolf wird nach dem Abpfiff von seiner Mannschaft gefeiert. Der VfL spielt in der kommenden Saison in der Bezirksliga. Foto: Andreas Veigel  Foto: Veigel

Von unserem Redaktions- mitglied Ranjo Doering

Gekommen um zu bleiben". Die Fans der SGM Stein/Kochertürn gaben mit einem großen Plakat am Spielfeldrand die Marschroute ihres Teams vor: Um jeden Preis die Klasse halten. Doch am Ende kam alles ganz anders. Im alles entscheidenden Relegationsspiel gegen Eberstadt in Leingarten verlor das Team von Trainer Timo Weber am Samstag mit 0:2 und muss nun den bitteren Gang in die Kreisliga A antreten. Der VfL hingegen konnte jubeln. Nach einer engagierten und kämpferischen Leistung spielt das Team in der kommenden Saison in der Bezirksliga.

Schrecksekunde Für Eberstadt begann das Spiel mit einer Schrecksekunde. Innenverteidiger Nicolai Reustle blieb nach einem Zweikampf in der vierten Minute verletzt liegen und musste behandelt werden. Zwar biss Reustle im Anschluss noch einige Zeit auf die Zähne, musste dann aber in der 12. Spielminute ausgewechselt werden. Für ihn kam mit Tom Schmid ein A-Jugendspieler, der von VfL-Spielertrainer Sandro Dierolf nach Abpfiff ein Sonderlob bekam: "Der Junge ist heute wirklich über sich hinausgewachsen. Eine Wahnsinnsleistung dafür, dass er so kurzfristig ins Spiel reingeworfen wurde."

Spielerisch war der Bezirksligist aus Stein das bessere Team, doch die Eberstädter glänzten mit gnadenloser Effektivität. Mit dem ersten guten Angriff in der zehnten Minute klingelte es im Kasten der Spielgemeinschaft. Eine punktgenaue Flanke von Marcel Fischer verwertete der am Fünfmeterraum völlig alleingelassene Lars Weisz zum frühen 1:0 für den VfL.

Die SGM zeigte sich jedoch keineswegs geschockt vom Rückstand und erhöhte das Tempo. Christian Krämer spielte in der 16. Minute gleich mehrere VfL-Verteidiger schwindelig, setzte seinen Flachschuss dann aber knapp am Tor vorbei. Angetrieben vom starken Mittelfeldmotor Bryan Yesid Perez rollte Angriff um Angriff auf das Eberstädter Tor. In der 28. Minute war es Martin Frisch, der sich energisch im Strafraum durchsetzte, mit seinem wuchtigen Abschluss aber nur den Pfosten traf.

Zehn Minuten später die nächste Großchance, das nächste Mal Aluminium: Benedikt Kohne zimmerte den Ball aus 17 Metern an die Latte, der Abpraller landete dann zwar im Netz, doch der Treffer wurde vom Schiedsrichtergespann zu Recht wegen Abseits aberkannt. Eberstadt gelang es danach, das Spiel wieder ein bisschen zu beruhigen. Somit rettete der VfL den knappen Vorsprung in die Halbzeit.

Der zweite Durchgang begann wie der erste. Die SGM war um Spielkontrolle bemüht, der VfL Eberstadt schlug eiskalt zu. Nach einem tollen Pass von Lars Weisz in die Schnittstelle der Abwehr tauchte Dominik Schwingel allein vor SGM-Torhüter Thomas Einfalt auf und ließ ihm mit einem Beinschuss keine Abwehrchance.

Die SGM antwortete mit wütenden Angriffen, verstärkte die Offensivbemühungen, doch biss sich bis zum Schluss die Zähne am engen Deckungsverbund des VfL aus. In der Schlussminute schwächte sich Stein dann auch noch selbst. Wegen Nachtretens wurde Kapitän Markus Schmelcher mit glatt Rot vom Platz gestellt. Nach einer fünfminütigen Nachspielzeit konnte sich der VfL Eberstadt nach drei Qualifikationsrunden über den Aufstieg in die Bezirksliga freuen. "Aufgrund der zweiten Halbzeit ist das Ergebnis verdient", sagte ein überglücklicher VfL-Spielertrainer Sandro Dierolf nach Abpfiff. "Zwischen der 20. und 50. Minute war Stein besser und wir hatten da auch das nötige Quäntchen Glück. Aber das braucht man auch, um aufzusteigen."

Spiegelbild der Saison SGM-Trainer Timo Weber verharrte noch Minuten nach dem Abpfiff auf der Bank. "Das Spiel war ein Spiegelbild unserer gesamten Saison. Das 1:0 fällt aus dem Nichts, dann spielen wir eigentlich guten Fußball und scheitern aber an Pfosten und Latte. Das 2:0 nach der Pause hat uns dann schon früh das Genick gebrochen", sagte der enttäuschte Coach. Für Weber war der Ausfall von SGM-Toptorjäger Florian Schulz ein Faktor für die Niederlage. "Man hat gesehen, dass wir ihn nicht adäquat ersetzen können." Für den Gegner gab es nur Lob: "Wer sich in drei Spielen durchsetzt, der hat es dann auch verdient, in der Bezirksliga zu spielen."

VfL Eberstadt: Merkle, M. Bäuerle, Maciejczyk, Reustle (12. Schmid), Schäfer, Dierolf, Fischer (90. Vollert), Hussein, Schwingel (70. Krummhauer), Weisz, Krämer (70. P. Bäuerle).

SGM Stein / K.: Einfalt, Sifayin, Hauck (54. Muth) , Schmelcher, Kuhne, Frisch, Sürücü, Perez (86. Gülbahar), Waczowicz (69. Jovanovic), Mall, Dittmann (54. Kamwa Nfetmofa).

Tore: 1:0 Weisz (10.), 2:0 Schwingel (49.), Rote Karte: Schmelcher (90. / Stein), Zuschauer: 600, Schiedsrichter: Delil Özcelik (Weinsberg).

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