Terminstress ohne Ende
Fussball - Berthold Graf geht es zurzeit gar nicht gut. Da ist zum einen ein übler Magen-Darm-Virus, den sich der Pokalspielleiter des Fußballkreises Sinsheim eingefangen hat. Da ist zum anderen das Kreispokalendspiel zwischen dem TSV Obergimpern und dem FVS Sulzfeld, das ihm zu schaffen macht.

Fussball - Berthold Graf geht es zurzeit gar nicht gut. Da ist zum einen ein übler Magen-Darm-Virus, den sich der Pokalspielleiter des Fußballkreises Sinsheim eingefangen hat. Da ist zum anderen das Kreispokalendspiel zwischen dem TSV Obergimpern und dem FVS Sulzfeld, das ihm zu schaffen macht. "Das ist alles nicht so einfach in diesem Jahr", erklärt Graf.
Noch immer steht nicht fest, wann das Traumfinale zwischen dem Tabellenersten und dem Tabellenzweiten der Fußball-Kreisliga Sinsheim stattfindet. Eigentlich hätte der Schlagabtausch der beiden besten Teams auf Kreisebene am Donnerstag, 31. Mai, steigen sollen, doch der Termin stößt beim FVS Sulzfeld auf heftigen Widerstand (wir berichteten). Nach jetzigem Stand werden die Sportfreunde Vizemeister und müssten drei Tage nach dem Pokalfinale − am Sonntag, 3. Juni − in der Landesliga-Relegation gegen den Vizemeister aus dem Kreis Mannheim ran. Das ist zuviel des Guten. Der FVS beharrt auf seinem Boykott: Am 31. Mai wird er nicht antreten. Gestern hat der Verein an Herwig Werschak, den Kreisvorsitzenden, ein Einschreiben geschickt, um seine Haltung zu bekräftigen.
Klare Ansage "Wenn wir Zweiter werden, sind wir diejenigen, die den Kreis Sinsheim in der Relegation vertreten. Da kann es nicht sein, dass wir mit einer ausgelaugten, kaputten Truppe daherkommen. Es ist ja durchaus möglich, dass das Pokalfinale in die Verlängerung geht", sagt FVS-Vorsitzender Bernd Hildebrand und erklärt: "Der 31. Mai funktioniert nicht. Der 31. Mai funktioniert nur, wenn Leute wie ich mitspielen. Und ich bin dann 53." Er sei zuversichtlich, dass es zu einer Verlegung des Finales kommt. Notfalls werde man den Badischen Fußballverband (bfv) einschalten.
Ursprünglich hatte Hildebrand versucht, das Dilemma auf dem kurzem Dienstweg zu lösen. Ende vergangener Woche hatte er Kontakt mit Alexander Binder, dem Vorsitzenden des Finalgegners TSV Obergimpern, aufgenommen und mehrere Alternativen ins Spiel gebracht. Doch den Wunschtermin des FVS, den 9. Mai, lehnte der TSV nach Rücksprache mit Vorstand, Trainer und Mannschaft ebenso ab wie den 24. Mai. "Der 9. Mai käme zu früh. Für uns hat ganz klar die Meisterschaft Priorität, da passt dieses Pokalspiel zu diesem Zeitpunkt nicht rein", erklärt Binder. Bernd Hildebrand bedauert die Entscheidung: "Der 9. Mai wäre ideal. Obergimpern hat bei einem Spiel weniger sieben Punkte Vorsprung. Die sind durch, die werden Meister. Und falls wir Zweiter werden sollten, hätten wir genügend Zeit, um uns für die Relegation zu regenerieren."
Ein anderer Termin, über den neuerdings diskutiert wird, ist Mittwoch, der 23. Mai. Den hat Berthold Graf Anfang dieser Woche in einem Telefonat mit Alexander Binder ins Gespräch gebracht. Doch der TSV Obergimpern, er ist nicht glücklich mit diesem Tag. Der Spitzenreiter müsste dann innerhalb von zehn Tagen vier Mal ran − am 16. Mai beim TSV Steinsfurt, am 20. Mai zu Hause gegen den VfB Epfenbach, am 23. Mai im Pokalfinale und am 26. Mai zum Saisonfinale beim VfL Mühlbach. "Das ist extrem sportlich. Aber wenn wir das machen müssen, werden wir es halt tun − dann vielleicht aber unter Prostest", erklärt Alexander Binder. Auf eines legt der Vereinschef dabei Wert: Man stelle sich nicht quer, man sei auch nicht stur − auch nicht gegenüber dem FVS Sulzfeld: "Wir sind in der Hinrunde den Sulzfeldern entgegen gekommen und haben wegen der Kerwe einer Vorverlegung von Sonntag auf Samstag zugestimmt. Wir sind flexibel. Manchmal muss man aber auch ein bisschen an sich denken."
Komplikationen Erschwert wird die ohnehin verworrene Situation durch den Umstand, dass noch nicht feststeht, wo das Pokalfinale ausgetragen wird. Eine Standortbestimmung ist dem Kreis bislang nicht gelungen. "Das hat mit dem Krombacher-Ausschank zu tun", erklärt Berthold Graf. Pokalsponsor Krombacher legt Wert darauf, dass sein Bier ausgeschenkt wird beim Endspiel − für viele Clubs, die mit anderen Brauereien Verträge abgeschlossen haben, ein Problem. So musste unter anderem der FC Berwangen als Ausrichter passen.
Wann gespielt wird? Wo gespielt wird? So spannend ging es im Vorfeld eines Kreispokalfinales schon lange nicht mehr zu.



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