Nachschlag: Wenn „Bibi“ sein Sim-Wort gibt
Fußball ist ein intelligenter Sport: Es gibt kluge Pässe, gescheite Flanken, clevere Stürmer und Trainer, die „Professor“ heißen. Der Professor von 1899 Hoffenheim, Ralf Rangnick, bekommt mit seinem Team nun besonders geistreiche Unterstützung

Doktorarbeit Fußball ist ein intelligenter Sport: Es gibt kluge Pässe, gescheite Flanken, clevere Stürmer und Trainer, die „Professor“ heißen. Der Professor von 1899 Hoffenheim, Ralf Rangnick, bekommt mit seinem Team nun besonders geistreiche Unterstützung. Seit knapp drei Wochen existiert in Heidelberg der Akademiker-Fanclub 1899 Hoffenheim, der den Zweitligisten aus dem Kraichgau auf ganz spezielle Art und Weise anfeuert.
„Wir wollen selbstreferentiell auftreten, die vermeintlichen Schwächen zu Stärken machen“, sagt der Vorsitzende Heiko Walkenhorst und meint: „Wenn uns jemand als Dorfverein beschimpft, rufen wir zurück: ,Wir haben Kühe und ihr nicht.’“ Er und die Akademiker haben alle möglichen Semester in ihrem Club versammelt. Und da Fußball eine Wissenschaft für sich ist, wird gerade fleißig herumgedoktert - an einer Homepage (www.akademiker-fanclub.de ) die bis zum Saisonstart noch nicht ganz fertig geworden ist. Professoren brauchen halt etwas länger. „Das hat aber weniger mit dem akademischen Viertelstündchen zu tun. Wir bitten einfach um Geduld“, lassen die Anhänger im Internet wissen.
Dennoch: Die ersten Spiele auf der Bühne 2. Bundesliga werden bereits online rezensiert und, dramaturgisch konform, in Akten und Szenen erforscht. Das 2:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden erhielt den Titel „Drei Ecken, ein Elfer“, das 0:0 bei Borussia Mönchengladbach wurde als „Punktlandung“ gefeiert. „Unsere Mannschaft hat mit diesem Spiel ein potenzielles Trauma proaktiv in einen potenten Triumph verwandelt“, analysieren die Akademiker wissenschaftlich korrekt.
Was 1899 von der Intelligenzia auf der Tribüne hält? Professor Rangnick ist angetan vom hohen Niveau im Seitenaus. „Als ich beim SSV Ulm war, hatten wir auch Akademiker und viele Frauen unter den Fans. Das hat vielleicht etwas mit der Spielweise zu tun. Verhinderungsfußball ist ja nicht so meine Sache“, sagt Rangnick und grinst: „Vielleicht sind die Frauen auch wegen den schönen Spielern gekommen. Ich weiß es nicht.“
Hochzeitsreise Pokal, Meisterschaft: Sportlich hat Abilio Oliveira schon auf mehreren Hochzeiten getanzt. Privat mag der Co-Trainer der SG Kirchardt nur eine: Am Samstag gab „Bibi“ seiner Frau Tanja Merz in Braga in Portugal das Sim-Wort, was das Ja-Wort auf Portugiesisch ist.
Es war sozusagen das Rückspiel. Die standesamtliche Trauung hatte vor ein paar Wochen auf Deutsch in Ittlingen stattgefunden. Nun trafen sich alle Beteiligten in der Wallfahrtskirche Bom Jesus wieder, die wundervoll gelegen auf einem als magisch verehrten Berg steht. Das Schöne dabei: Die Kirche wurde zur Pilgerstätte, Oliveiras Trauung löste einen wahren Hochzeitstourismus aus. Halb Kirchardt hob ab und flog nach Porto - die einen von Stuttgart, die anderen von Frankfurt Hahn oder von Frankfurt Rhein-Main. Von der ersten Mannschaft der SG waren Marco Hooge, Fabian Dietz und Benny Dietz mit von der Partie, von der zweiten unter anderem Trainer Dietmar Czok und Co-Trainer Steffen Geiger. Auch Thomas Zehender, Trainer des FV Landshausen, und Willi Hooge, Coach des SV Adelshofen, erlebten das Ereignis live vor Ort.
Eigenproduktion SVE - diese Initialen stehen seit 61 Jahren für den SV Ehrstädt. Am vergangenen Sonntag jedoch wurde aus dem SVE ein Sportverein der Eigentore. Mit 0:2 verlor der A-Ligist in der zweiten Runde des Kreispokals gegen den TSV Neckarbischofsheim - nach zwei kuriosen Eigentoren von Thomas Mack.
„Ich bin ja schon lange im Geschäft. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, stöhnt Vorsitzender Berthold Graf und berichtet: „Wir mussten den Mack nach dem Spiel schon etwas aufrichten.“ Eigentlich ist Thomas Mack schon fürs Toreschießen zuständig. Im offiziellen Kader wird der 31-Jährige als Stürmer aufgelistet. Wegen des Ausfalls mehrerer Spieler wurde die Mannschaft allerdings umgestellt - und Mack nahm die Abwehr in Angriff. Er machte seine Sache gut, hatte aber Pech. Beim 0:1 in der 51. Minute prallte ein Querpass auf sein Schienbein und von dort ins Tor, beim 0:2 wollte Mack zum großen Befreiungsschlag ausholen und traf den Ball derart unglücklich, dass er ins eigene Netz fiel. „Ohne sein Zutun wäre der Ball wahrscheinlich gar nicht ins Tor gegangen“, so Graf.
Der merkwürdige Spielverlauf passte zum Wochenende. Bei Sanierungsarbeiten in der Seewiesenhalle waren versehentlich die Leitungen des SVE-Clubraums angebaggert worden. Was bedeutet: „Unser Telefon geht nicht mehr. Im Moment können wir keine Ergebnisse durchgeben“, sagt Graf und hofft, dass die Telefonanlage zum ersten Heimspiel am Sonntag, 2. September, gegen den TSV Michelfeld II wieder fit ist. Ob es ein Sieg sein wird, den er und der Verein dann vermelden können? „Wir sind ja angeblich der Topfavorit. Aber das muss ich relativieren. Daniel Dörr und Matthias Schmidt sind an der Leiste operiert worden, Michael Eckert hatte einen Bandscheibenvorfall. Wir müssen schauen, dass wir am Anfang nicht zu sehr ins Hintertreffen geraten“ , sagt Graf. Eric Schmidt
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