Der Elch als Arbeitstier im Schichtbetrieb

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Dieses Tier hat mehrere Leben: Wenn „Hoffi“, der Elch, im Einsatz ist, dann hat nicht nur eine Person alle Hände voll zu tun. Das Maskottchen des Fußball-Zweitligisten 1899 Hoffenheim wird inzwischen von drei jungen Männern verkörpert. „Wir wechseln uns ab. Wir arbeiten im Schichtbetrieb“, sagt Jochen Fischer.

Hat Bock auf Fußball: „Hoffi“, der Elch von 1899 Hoffenheim.Foto: Dittmar Dirks
Hat Bock auf Fußball: „Hoffi“, der Elch von 1899 Hoffenheim.Foto: Dittmar Dirks

Fall für Drei Dieses Tier hat mehrere Leben: Wenn „Hoffi“, der Elch, im Einsatz ist, dann hat nicht nur eine Person alle Hände voll zu tun. Das Maskottchen des Fußball-Zweitligisten 1899 Hoffenheim wird inzwischen von drei jungen Männern verkörpert. „Wir wechseln uns ab. Wir arbeiten im Schichtbetrieb“, sagt Jochen Fischer.

Der 25-jährige Student aus Heidelberg ist der Original-Elch des Vereins. Vor vier Jahren steckte er sich zum ersten Mal in das braune Kostüm und hat seitdem „50 000 Hände geschüttelt“, wie er glaubt. Mit dem Aufstieg in die 2. Liga sind die Anforderungen gestiegen, das Tier mutierte zum Arbeitstier. Nicht nur vor und nach dem Spiel, auch während des Spiels sorgt „Hoffi“ für Stimmung.

„Hoffi“ hat zwar ein dickes Fell, alleine könnte er die Arbeit aber nicht stemmen. „Wenn man ein Elch-Kostüm trägt, muss man sich das wie einen Saunagang vorstellen. Es ist tierisch heiß. Und bei 60, 70 Grad macht ja auch niemand dauerhaft Sport“, sagt Fischer. Unterstützt wird er deshalb von Bernd Mährlein und Jan Kropka. Kropka hilft bei Freitagsspielen aus, Mährlein bei Sonntagsspielen - jeweils in der ersten Halbzeit. Sie haben Bock, ein Elch zu sein.

Gleichzeitig treten die drei Männer nie auf. Das Dietmar-Hopp-Stadion soll ja nicht zum Wild-Park werden - den gibt es woanders. „Außerdem haben wir nur ein Kostüm“, berichtet Fischer.

Geburtstagsparty Dem heißen Tanz auf dem Rasen folgte der heiße Tanz auf dem Parkett: Wenige Stunden nach dem hart umkämpften 1:1-Unentschieden bei der DJK/FC Ziegelhausen/Peterstal erlebte Oliver Spieß den nächsten großen Auftritt. Der Spielleiter des Fußball-Landesligisten VfB Eppingen war bei der Geburtstagsparty von Trainer Werner Habiger zu Gast - und kam aus dem Staunen nicht heraus: „Werner Habiger hat getanzt! Und wie er getanzt hat! Da war selbst seine Frau überrascht“, sagt Spieß und meint: „Werner hat eine sehr gute Figur abgegeben. Wie ein 50-Jähriger sah er jedenfalls nicht aus.“

Zuvor, so schien es, war der VfB-Coach in nur 90 Minuten um Jahrzehnte gealtert. Während er auf der Heuchelberger Warte in Leingarten Geburtstag feierte, kämpfte seine Elf auf dem „Köpfle“ in Ziegelhausen um drei Punkte. Ein Spiel ohne ihn, das gab es noch nie. „Ich war nervös und angespannt“, gibt Habiger zu. Immer wieder ließ er sich informieren - über das 1:0 von Matthias Schickner, über das Halbzeit- und das Endergebnis. „Bernd Robitschko war mein wichtigster Mann auf der Party. Er hat die Nachrichten von Oliver Spieß und Edi Schendel empfangen und an mich weitergeleitet“, sagt er.

Dass es kein Dreier wurde zum 50. - Habiger konnte es verschmerzen. „Jetzt müssen wir halt beim nächsten Heimspiel gegen die Spvgg Ketsch nachlegen“, sagt er. Einer allerdings wird nicht mit von der Partie sein: Jose Quintana. Der Torwart, der Anfang der Saison für den verletzten Ruben Götz einsprang, zog sich in Ziegelhausen eine Oberschenkelzerrung zu und fällt für zwei bis vier Wochen aus. Jetzt ist Götz wieder der Mann für alle Bälle, auf der Bank nimmt Simon Horn Platz. Auf Horn hält der Verein große Stücke. Spieß sieht in ihm „die Nummer eins der Zukunft“: „Simon soll von den Etablierten lernen und dann die Eppinger Torwart-Tradition von Volker Gebhard und Stefan Wild fortsetzen.“

Déjà-vu-Erlebnis Das Spiel wurde wiederholt, das Ergebnis nicht: In der Neuauflage des Kreisklasse-B-Schlagers beim SC Siegelsbach verlor der FC Rohrbach mit 1:4. Vor ein paar Wochen hatte die Badenia noch mit 3:2 gewonnen - wegen eines Regelverstoßes des Schiedsrichters war die Partie aber annulliert worden. Klemens Eisele nimmt es sportlich: „Wir müssen es so akzeptieren“, erklärt der FC-Coach, kann sich einen Seitenhieb aber nicht verkneifen: „Wir werden keinen Protest einlegen - obwohl es mehrere Fehlentscheidungen gab.“

Beim 0:1, so zählt Eisele auf, hätten drei Siegelsbacher im Abseits gestanden, dem 0:2 und 0:3 seien klare Foulspiele vorausgegangen. „Das war so offensichtlich, das war selbst den Siegelsbachern peinlich.“ Was soll’s?! „Siegelsbach hat verdient gewonnen. Die hatten vier Spieler dabei, die im ersten Spiel noch gesperrt waren. Bei uns haben vier wichtige Leute gefehlt“, sagt der Trainer. Geärgert hat ihn und seine Elf das Wiederholungsspiel trotzdem. Die Friedenspfeife wurde hinterher nicht geraucht, auch getrunken wurde nichts. Eisele: „Den Kasten Bier, den die Siegelsbacher in die Kabine gestellt haben, hat keiner von uns angerührt.“ Eric Schmidt

„Die Nummer eins der Zukunft“: Simon Horn vom VfB Eppingen.Foto: Eric Schmidt
„Die Nummer eins der Zukunft“: Simon Horn vom VfB Eppingen.Foto: Eric Schmidt
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