Auswärtstraining in Hohenlohe bringt Kraichgauer auf Trab
Fußball - Die "Kammerjäger" zieht es nach draußen: Nach den diversen Hallenturnieren toben sich die Fußballer aus dem Kraichgau nun wieder im Freien aus. Etliche Vereine haben mit der Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen.
Fußball - Die "Kammerjäger" zieht es nach draußen: Nach den diversen Hallenturnieren toben sich die Fußballer aus dem Kraichgau nun wieder im Freien aus. Etliche Vereine haben mit der Vorbereitung auf die Rückrunde begonnen.
Seit Montag ist der FVS Sulzfeld im Einsatz. Trainer Gerd Doll bringt den Tabellenzweiten der Kreisliga Sinsheim mit drei Trainingseinheiten pro Woche auf Trab. "Meine Mannschaften haben schon immer Dampf gehabt. Jetzt geht es erst einmal um Physis und Fitness", sagt Doll, glaubt aber: "Da ist nicht viel verloren gegangen. Die Pause war nur kurz." Den ersten Freilandversuch bestreiten die Sportfreunde bereits am kommenden Samstag, 14.30 Uhr, auf dem Kunstrasen in Eppingen gegen die SG Stetten/Kleingartach. Im weiteren Verlauf der Vorbereitung folgen unter anderem Testspiele gegen den VfB Wiesloch, den FV Elsenz und den FC Dossenheim.
Ebenfalls zu Feldarbeitern sind die Spieler des TSV Kürnbach geworden. Nach demTriumph beim Hallenturnier in Oberderdingen hat den Tabellensiebten der Kreisliga der Alltag wieder − seit Montag dreht die Elf von Siegfried Arlt auf dem Sportplatz ihre Runden. Der erste Stresstest ist für Donnerstag, 2. Februar, gegen den SV Schluchtern geplant. Dass für Arlt das letzte halbe Jahr in Kürnbach begonnen hat, ehe er im Sommer vom neuen Coach Daniel Kreuzer abgelöst wird, nimmt er sportlich: "Es ist schade. Ich bin gerne hier, und das ist eine gute Mannschaft. Aber so ist halt das Geschäft."
Bei der SG Kirchardt läuft es seit gestern Abend rund. Peter Pitz stimmt die Kicker aus dem Kettendwald mit einem strammen Programm auf die Rückrunde ein, muss aber auf Verteidiger Stefan Saam verzichten, der sich beim Kraichgau-Stimme-Cup eine schwere Knieverletzung zugezogen hat und in der Rückrunde wohl nicht mehr spielen wird. Am Samstag probt die Sportgemeinschaft beim VfL Brackenheim, später sind Testspiele gegen den SV Bonfeld, SV Hilsbach, SV Schluchtern und den FC Berwangen vorgesehen.
Und die Hallenkönige des TSV Obergimpern? Sie bleiben vorerst in der guten Stube und trainieren weiter fleißig in der Halle. Erst am 4. Februar, mit einem Trainingswochenende auf dem Dreschplatz, beginnt Coach Randolf Richter mit der offiziellen Vorbereitung. Dennoch will der Tabellenführer der Kreisliga schon an diesem Samstag die ersten Gehversuche wagen − mit einem Test auf dem alten Waldsportplatz gegen den SV Schluchtern. "Wenn es nicht gerade Katzen hagelt, wollen wir dieses Spiel auch durchziehen", sagt Vorsitzender Alexander Binder.
Trotz fünf Punkten Vorsprung: Der TSV bleibt auf dem Teppich und nimmt das A-Wort "Aufstieg" nicht in den Mund. "Das wird ein heißes Rennen zwischen Obergimpern und Sulzfeld. Außerdem habe ich noch den TSV Helmstadt auf dem Zettel", erklärt der Vereinschef. Laut Binder sei der Aufstieg kein Muss − zumal Daniel Müller wegen eines Kreuzbandrisses fehlt. Binder: "Das trifft uns hart. Daniel ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Trainer und Mannschaft."
Luftveränderung Manchmal ist es hilfreich, auf Distanz zu gehen. Und das Weite zu suchen. Der TSV Michelfeld tut es. Der Fußball-Landesligist gönnt sich zu Beginn der Vorbereitung einen Tapetenwechsel − und bezieht von Freitag bis Sonntag in einem Trainingslager in Crailsheim Quartier. "Dort haben wir alles, was wir brauchen.Wenn das Wetter nicht so gut ist, können wir in die Soccerhalle ausweichen", sagt Trainer Thorsten Barth.
Ausdauertests. Geschwindigkeitsmessungen mit Lichtschranken. Der Coach wird seinen Kickern Beine machen, vier Mal am Tag wird geschuftet und trainiert. Schon vor dem Frühstück geht es los − mit einem gemeinsamen Waldlauf. Und wer weiß: Vielleicht tut die Luftveränderung in Hohenlohe den Kraichgauern ganz gut. "Wir haben auswärts nur ein Spiel gewonnen, sonst alles verloren. Wir müssen uns auswärts einfach mehr zutrauen und Selbstvertrauen haben", erklärt Barth.
Junges Vorbild Junge Fußballer haben oft große Idole aus der Bundesliga. Doch hin und wieder sollten sich die Profis bei den Amateuren eine Scheibe abschneiden − bei Manuel Stoll beispielsweise, der ein echtes Vorbild ist. Deshalb wurde der B-Jugendliche der SG Richen/Stebbach vom Badischen Fußballverband zum Fairplay-Sieger des Monats Oktober 2011 gekürt.
"Sein ehrliches Verhalten hat ganz großen Respekt verdient", sagt Bernd Rothmeier, der Kreisjugendleiter, und verweist auf den 9. Oktober. Im Kreisliga-Spiel gegen die SG Epfenbach/Eschelbronn/Spechbach war nach zwölf Minuten ein Tor für Richen/Stebbach gefallen. Der Schiedsrichter erkannte den Treffer zum 1:0 an − bis Manuel Stoll auf ihn zukam und erklärte, dass der Ball "die Torlinie nicht ganz überschritten" hatte. Also wurde das Tor wieder aberkannt. Später erzielte Richen/Stebbach dann ein "richtiges" 1:0 − und gewann.
Für sein "Fairhalten" bekam Manuell Stoll bei den Futsal-Kreismeisterschaften eine Urkunde, eine Uhr und ein Trikot geschenkt. "Leider haben wir nicht oft solche Ehrungen. Manuel Stoll hatte das Glück, dass der Schiedsrichter den Fall auf dem Spielberichtsbogen vermerkt hat ", sagt Rothmeier. Eric Schmidt
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