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Der Grand Slam des Kartfahrens

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Motorsport - Wenn das Sprichwort vom Benzin im Blut auf jemanden zutrifft, dann auf Kevin Kälberer. Seine Tante und sein Onkel, Margit und Hermann Rupp, fahren seit vielen Jahren Geschicklichkeitsrennen beim Automobil-Club Verkehr Bundesrepublik Deutschland (ACV). So war früh abzusehen, dass auch Kevin Kälberer ein Motorsportler werden würde.

Von unserem Redaktions- mitglied Daniel Stahl

Kevin Kälberer hat insgesamt fünf Mal den Titel als deutscher Meister des Automobil-Clubs ACV gewonnen. Fast wäre seine Karriere daran gescheitert, dass er sich am Anfang nicht getraut hat, in ein Kart einzusteigen.Foto: Daniel Stahl
Kevin Kälberer hat insgesamt fünf Mal den Titel als deutscher Meister des Automobil-Clubs ACV gewonnen. Fast wäre seine Karriere daran gescheitert, dass er sich am Anfang nicht getraut hat, in ein Kart einzusteigen.Foto: Daniel Stahl

Motorsport - Wenn das Sprichwort vom Benzin im Blut auf jemanden zutrifft, dann auf Kevin Kälberer. Seine Tante und sein Onkel, Margit und Hermann Rupp, fahren seit vielen Jahren Geschicklichkeitsrennen beim Automobil-Club Verkehr Bundesrepublik Deutschland (ACV). Beide waren schon Bundessieger des ACV. So war früh abzusehen, dass auch Kevin Kälberer ein Motorsportler werden würde. In diesem Jahr war der Kupferzeller einer der erfolgreichsten Deutschen Nachwuchs-Fahrer im Kartslalom.

Trotz Onkel und Tante kam der heute 17-Jährige recht spät zum Motorsport. "Mit acht habe ich mich noch nicht getraut, ins Kart einzusteigen", sagt er. Erst ein gutes Jahr später hat er es wieder versucht. "Es war dann die Geschwindigkeit, die es ausmacht. Und es war der Spaßfaktor, der mich zum Weitermachen mit dem Kart bewegt hat", sagt Kevin Kälberer heute. Mit den 6,5 PS starken Karts fahren beim ACV Hohenlohe bereits Kinder ab sieben Jahren. Ziel ist es immer, möglichst schnell und vor allem ohne Fehler durch einen etwa 300 Meter langen Parcours zu steuern.

Deutscher Meister

Und das konnte Kevin Kälberer von Beginn an gut. 2003 belegte er in der Altersklasse der Jüngsten zum ersten Mal Platz eins bei der ACV-Bundesmeisterschaft. "Dann war er infiziert", sagt Onkel Hermann Rupp, der seinen Neffen damals auch trainiert hat. Seitdem fährt Kevin Kälberer beim ACV immer deutschlandweit um die ersten Ränge mit. Fünf Mal war er inzwischen der Beste Jugendkart-Fahrer des ACV seiner Altersklasse. Beim Automobil-Club hat das vor ihm noch keiner geschafft.

In diesem Jahr hat Kevin Kälberer zum ersten Mal auch den Titel deutscher Meister des Deutschen Motorsport Verbands (DMV) gewonnen. "Es hat halt gut hingehauen", sagt der Kupferzeller ganz locker und lächelt. Er ist seiner Konkurrenz davon gefahren, sagt Hermann Rupp. Den Doppelsieg bei ACV und DMV nennt der Onkel "Grand Slam des Kartsports".

Im nächsten Jahr will Kevin Kälberer seine beiden Titel als Deutscher Meister verteidigen. "Rallyefahren würde mich auch noch mal reizen, da ist der Nervenkitzel sicher groß", sagt er. Doch für den Einstieg in andere Motorsport-Bereiche ist der 17-Jährige fast zu alt. Außerdem fehlen Sponsoren. Und das Kartfahren macht Hohenloher Kartpiloten nach wie vor viel Spaß.

Kälberer mag am Kartslalom nicht nur die Geschwindigkeit. Ihm gefallen die Herausforderung und die Abwechslung. "Es gibt ja zum Beispiel nie einen gleichen Parcours", sagt er. Für jedes Rennen werden die Pylonen anders aufgebaut. "Und man braucht im ganzen Körper Gefühl und muss auch geistig voll da sein." Er hat gelernt, die Temperatur der Reifen beim Fahren einzukalkulieren. Und er weiß genau, wie stark er bremsen muss, um eine Kurve perfekt zu erwischen. "Es kommt auf die Linie an, also wie man die einzelnen Tore beim Slalom anfährt." Mit Raserei hat das wenig zu tun. Beim Slalom brauchen die Fahrer vor allem Geschicklichkeit.

Fahrgefühl

Das trainiert Kevin Kälberer von März bis September jeden Samstag vier Stunden mit anderen Hohenloher Kartfahrern. Das Training gefällt ihm. "Es stimmt bei uns in der Mannschaft einfach", sagt er. Betreut wird er von Manuel Rodriguez, dem Trainer des ACV Hohenlohe. "Aber wenn ich fahre weiß ich eigentlich auch selbst, was ich falsch gemacht habe", sagt Kevin Immerhin sitzt er seit fast zehn Jahren hinter dem Steuer eines Karts.

Seit knapp einem Jahr steuert er einen richtigen Pkw. Den Führerschein hatte Kevin Kälberer schnell gemacht. In Begleitung seiner Eltern darf er jetzt schon mit 17 Auto fahren. Im Januar wird er 18 und darf alleine ans Steuer. Trotzdem will er weiter Kart fahren, bis er zu alt ist. Beim ACV startet er 2012 in seine letzte Saison. Beim DMV darf er noch fahren, bis er 23 Jahre alt ist. "Ich denke, ich bleibe bei meinem Kartslalom, bei meinem Sport. Das macht mir ja auch Spaß."

Beim einem der Rennen um die deutsche Meisterschaft in Tacherting landete Kevin Kälberer am Ende auf Platz zwei. In der Gesamtwertung setzte er sich aber deutlich von seinen Verfolgern ab und siegte in seiner Altersklasse.Foto: privat
Beim einem der Rennen um die deutsche Meisterschaft in Tacherting landete Kevin Kälberer am Ende auf Platz zwei. In der Gesamtwertung setzte er sich aber deutlich von seinen Verfolgern ab und siegte in seiner Altersklasse.Foto: privat
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