Vorsicht vor gelb blühender Giftpflanze
Beilstein - Das gelb blühende Wiesenpippau verwechseln manche Pferdebesitzer und Landwirte mit dem gefährlichen Jakobskreuzkraut. Die Diplom-Agrarbiologin Peggy Morell aus Stocksberg will Bauern aufklären, wie sie die Giftpflanzen erkennen.

Beilstein - Das gelb blühende Wiesenpippau verwechseln manche Pferdebesitzer und Landwirte mit dem gefährlichen Jakobskreuzkraut. Die Diplom-Agrarbiologin Peggy Morell will deshalb Bauern, Pferde und Naturfreunde aufklären, wie sie die häufigsten Giftpflanzen auf Weiden erkennen und effektiv bekämpfen.
Die 30-Jährige und ihr Mann Sven Morell (33) betreiben im idyllischen Beilsteiner Weiler Stocksberg eine hippologische Fachberatung.
"Schreckgespenst" Herbstzeitlose
Sie halten vier Pferde im Offenstall und der fast ein Hektar großen Koppel in Stocksberg: Die Tiere kommen aus dem Stall, fressen genüsslich Gräser oder Kräuter. Die junge Frau weiß genau, was auf der Koppel alles wächst. Diese Pflanzen sollten auch andere Pferdebesitzer kennen.

"Vor dem Jakobskreuzkraut haben alle Angst", sagt sie, ebenso vor den Herbstzeitlosen als "großes Schreckgespenst". Die Giftigkeit des Jakobskreuzkrauts beruht auf verschiedenen Pyrrolizidin-Alkaloiden, welche die Leber der Pferde chronisch schädigen. Die tödliche Dosis gibt Dr. Martin König, Amtsleiter im Veterinäramt des Landratsamts Heilbronn, mit 25 bis 50 Kilo an. Rinder seien weniger empfindlich, bei 100 Kilo liege die tödliche Dosis. Auch die Wiederkäuer sollten das Kraut auf alle Fälle meiden. Veterinär König rät deshalb: "Gute Weidenpflege ist wichtig."
"Das Johanniskreuzkraut ist auch noch im Heu giftig", weiß Morell. Das Tückische: Die Pferde können den bitteren Geschmack im Heu nicht mehr erkennen.Einzelne Pflanzen rausreißen oder stechen, den Samenflug verhindern, die Koppel bei größerem Befall sperren und die Pflanze bekämpfen, empfehlen Morell und das Stuttgarter Landwirtschaftsministerium.
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