Viele rote Zipfelmützen beim Nikolauslauf
400 Teilnehmer gehen bei idealen Bedingungen über zehn Kilometer an den Start
Vor der Ilsfelder Gemeindehalle hüpfen, dehnen und strecken sich drei Nikoläusinnen, perfekt gestylt mit roter Zipfelmütze, passendem Kostüm mit kurzem Rock und drei Filz-Rentieren am Revers. "Wir haben uns die Kostüme schon vor zwei Jahren zugelegt. Damals haben wir verschlafen und den Lauf verpasst. Letztes Jahr waren wir nicht fit. Dieses Jahr treten wir endlich an", sagen die drei Bietigheimer Teilnehmerinnen Silke Amann, Jennifer Niessner und Gudrun Köllner lachend. Endlich schaffen sie es, beim Nikolauslauf in Ilsfeld dabei zu sein.
"Wir finden die Idee klasse und wollen hier als Team Spaß haben. Wir sind heute mal keine schnellen Renn-Tiere, sondern eher als Genusstiere unterwegs", spielt Gudrun Köllner auf ihre selbstgemachten Rentierbuttons am Kostüm an. So wie den drei Bietigheimerinnen geht es den meisten der exakt 401 Starter und Starterinnen beim 22. Nikolauslauf. Sie genießen die schöne Strecke, anfangs durch den Ort, dann hinaus entlang der Schozach bis in den Wald. Ziel ist im Stadion neben der Gemeindehalle.
Montur
Viele der Teilnehmer haben zumindest eine Nikolausmütze auf, manche laufen tatsächlich in Vollmontur. "Ich bin vielleicht ins Schwitzen gekommen. Dieses Mal habe ich mich viel zu warm unter meinem Kostüm und dem dicken Bart angezogen", meint Jörg Decker augenzwinkernd, der sich schon vor dem Stadion den langen weißen Bart aus dem Gesicht gezogen hat. Er läuft schon zum vierten Mal in Ilsfeld mit.
"Solche Events mit Motto sind mal etwas anderes. Ich bin an Halloween in Buchen als Hexe verkleidet gerannt", erzählt der Bissinger, der trotz Kostüm mit 44:59 Minuten über zehn Kilometer eine Zeit läuft, von der andere Hobbyläufer nur träumen.
Den Titel als schnellster Nikolaus holt sich so wie in den Vorjahren Igor Schiffner vom Team AR Sport Asperg, der nach 37:14 Minuten ins Ziel sprintet. Der sympathische Läufer greift sich im Ziel einen extra mitgebrachten kleinen roten Sack mit Süßigkeiten und verteilt sie an die überraschten Kinder an der Laufstrecke: " Ich habe selbst zwei Söhne und weiß doch, wie sehr sich Kinder über so etwas freuen."
Für viele Langstreckenläufer weit über die Region Heilbronn hinaus gehört der Nikolauslauf zu den festen Terminen im Jahr. Die Strecke, anspruchsvoll und landschaftlich schön, die reibungslose Organisation und auch das gemütliche Miteinander nach dem Lauf kommt bei den Sportlern an.
Mit 55 Teilnehmern stellen die Läufer vom Lauftreff Talheim/TSV Talheim um ihrem Coach Siegfried Reichert seit Jahren das stärkste Team und heimsen wie immer den Weinkorb der Ilsfelder Weingärtner dafür ein. "Dieses Jahr hatten wir viele Nachmeldungen. Über 50 Frauen und 120 Männer. Das Wetter ist ja auch richtig ideal zum Laufen. Nicht zu kalt und auch nicht zu warm", meint Thilo Jentzsch, der schon seit fünf Jahren an der Kasse beim Nachmelden sitzt. Er ist eigentlich beim Badminton im SC Ilsfeld, hilft aber gerne mit. Denn die Leichtathletikabteilung des SC liegt seit mehreren Jahren brach, hat keine aktiven Sportler mehr.
Trainer
"Das soll sich jetzt wieder ändern", freut sich Vereinschef Joachim Kübler, einer der langjährige Organisatoren des Ilsfelder Nikolauslaufes. "Seit Oktober haben wir wieder zwei Trainer, die eine Jugendgruppe aufbauen wollen und zwei Mal die Woche Training auf dem Sportplatz anbieten", ergänzt Sven Seitz, Küblers Stellvertreter im Verein.

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