Geier Leif trainiert für die Flugvorführungen auf der Burg

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Eindrücke rund um den Hohenbeilstein - Jungvogel in Falknerei geschlüpft - Ökologischer Weinlehrpfad - Gastronomie-Zelt im Burghof

Von Wolfgang Seybold

 Auf der Burgmauer von Hohenbeilstein sitzt ein Gänsegeier und äugt ganz versonnen über das unter ihm liegende Beilstein. Leif, so heißt der große Vogel mit einer Spannweite von drei Metern. Er macht gerade eine Trainingspause, denn er muss unter Falkner Peter Kaltenleitner noch manche Übungseinheit über sich ergehen lassen, bis er wieder fit für die Flugvorführungen ist. "Der Geier ist sehr vorsichtig und muss sich zu Beginn der Saison erst wieder an sein Revier gewöhnen", erklärt dazu Peter Kaltenleitner, der seit 30 Jahren die traditionelle Falknerei im Schatten des Langhans betreibt. Sohn Michael und weitere Helfer richten die großen Gehege der Greifvögel im Burggraben her, damit die Besucher auch sehen können, was sich im Frühjahr in der Falknerei so alles tut. Manche Uhus, Falken und Adler brüten noch und dürfen nicht gestört werden. Ganz stolz sind die Falkner darauf, dass beim Gänsegeierpaar am Mittwoch ein Jungvogel geschlüpft ist und die Chancen für eine Aufzucht gut stehen. Die Beilsteiner Burgfalknerei kann man täglich, außer montags, von 9 bis 17 Uhr besuchen. Flugvorführungen mit Turmfalken, Geiern, Adlern und Uhu, sind täglich um 15 Uhr, sonntags zusätzlich um 11 Uhr.

Den Weg vom Städtle zur Burg sollte man zu Fuß machen, und zwar das "Haag" hinauf. Der fast schon romantische Fußweg wurde vor Ostern von den städtischen Arbeitern von allem störenden Gesträuch befreit und bietet eine gute Gelegenheit, nach dem langen Winter die eigene Fitness zu testen. Nach dem großen steinernen Torbogen können die Besucher auf der letzten Wegstrecke zur Burg hinauf den Ökologischen Weinlehrpfad begehen. Die Mitarbeiter vom Schlossweingut Hohenbeilstein haben alle Reben schon geschnitten und gebogen. Auf Hinweisschildern kann der interessierte Weinliebhaber lesen, wie rund um den Burgberg auf nachhaltige Weise Öko-Weine erzeugt werden. Ganz in der Nähe, am Südhang des benachbarten Wartbergs, sitzt Hartmann Dippon an den Steuerhebeln eines Baggers und baggert Erde aus einem Weinberg. Für den "Chef-Wengerter" des Schlossweinguts Hohenbeilstein ist dies eher ein untypischer Arbeitsplatz. "Die angehäufte Erde, die im Laufe der Jahre den Hang herunter geschafft wurde, muss ab und zu weg gegraben werden", sagt Hartmann Dippon zu der im Frühjahr fälligen Arbeit. Der humusreiche Boden wird anschließend direkt in eine nahe gelegene Weinberg-Neuanlage geschafft. Unter dem Langhans bereitet sich auch Küchenchef Thomas Mayer im Burgrestaurant auf die Tourismus-Saison vor. Auf der Speisekarte stehen neben einem Bärlauch-Risotto auch heimische Morcheln, deren Fundorte nicht verraten werden und Gerichte mit Grünspargel. "Der weiße Spargel kommt auch noch im April." Im ausgedehnten Freiluftbereich im Burghof werden jetzt schon Tische und Stühle aufgestellt, die Sonnenschirme in Position gebracht. "Damit wir auch bei wenig schöner Witterung Gäste draußen bewirten können, haben wir in diesem Jahr ein großes Gastronomie-Zelt aufgestellt." Für Mayer und das Restaurant ist das eine sinnvolle Ergänzung für den um den Langhans und in Beilstein gepflegten sanften Tagestourismus.

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