2005 ist voller Höhen und Tiefen gewesen
Rückblick in Ilsfeld: Ärger in der „Sternschnuppe“ prägte das letzte Quartal - Neue Sporthalle in Rekordzeit gebaut

Im Gemeinderat knistert es: Als im Frühjahr der Etat 2005 eingebracht wird, hinterfragt Gerhard Habermaaß den häufigen Wechsel in der Amtsleiterriege und wirft Rathauschef Bürgermeister Thomas Knödler mangelnde Stringenz und Sprunghaftigkeit vor. Harsche Vorwürfe im Rat auch, als das Landratsamt den Haushalt zwar genehmigt, aber sehr viel bemängelt.
Später jedoch verstummt die Kritik: Die Finanzen entwickeln sich besser als befürchtet - auch dank der geplanten Ansiedlung der Firma Fruchthof Nagel und dem damit verbundenen Grundstücksverkauf im neuen, knapp 18 Hektar großen Gewerbegebiet „Bustadt-Ost“. Ebenso dank weiterer Baulandverkäufe - etwa an den Saatguthandel Becker-Schoell. Mit der Erschließung von „Bustadt-Ost“ wird im Herbst begonnen. Zum Jahresende zahlt die Gemeinde sogar außerplanmäßig zwei Darlehen zurück und startet so schuldenfrei ins Jahr 2006. Froh ist Knödler auch, dass im Zuge der Neuansiedlungen und Firmenerweiterungen seinen Angaben zufolge etwa 300 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Nicht immer zum Besten steht es 2005 mit dem Verhältnis zu den Nachbarn. Zuerst wirbelt das Thema Feinstaub Ärger auf. Die Räte wollen zunächst ein Lkw-Durchfahrtsverbot, die umliegenden Kommunen laufen Sturm. Später äußert sich das Gremium zu diesem Thema lieber nicht mehr - schließlich sei der Aktionsplan Sache des Regierungspräsidiums. Unmut gibt es auch, als es um die Fortschreibung des Flächennutzungsplans geht. Vor allem Beilsteins Bürgermeister Günter Henzler platzt der Kragen ob des Agierens der Gemeinde Ilsfeld und ihres Bürgermeisters. Er spricht von „mangelhafter Vorbereitung“. Die Langhansstadt war auch nicht glücklich mit der Ansiedlung eines Netto-Marktes in Auenstein. Er wird im Herbst eröffnet.
Gräben tun sich auf, als im November Vorwürfe gegen Erzieherinnen der Kita „Sternschnuppe“ laut werden, bei massiven Doktorspielen der Kinder nicht eingegriffen zu haben. Die Erzieherinnen bestreiten das, der Bürgermeister stellt sich hinter sein Personal, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Ortsfriede ist gestört.
Erfreulich ist dagegen die Einweihung der 1,7 Millionen Euro teuren neuen Sporthalle beim Schulzentrum. Nicht mal ein Jahr haben die Bauarbeiten gedauert. Apropos Halle: Nach mehrfachen Umplanungen scheinen in Auenstein endlich die Abriss- und Neubaupläne konkreter zu werden. Allerdings wartet man immer noch auf die Preisgabe des Namens des Investors, mit dessen Hilfe das Projekt geschultert werden soll. Nach längeren Verzögerungen geht es am Zuckerrübenplatz vorwärts: Dort wird Richtfest im Pflegeheim gefeiert. Eine Frischzellenkur erhalten das alte Feuerwehrhaus, die Schozacher Ortsdurchfahrt und der evangelische Kindergarten „Dorastift“. Grund zum Feiern hat der Bund der Selbstständigen: Er wird 100 Jahre alt.
Die Weichen stellt der Gemeinderat für das ehemalige Lehrschwimmbecken: Es wird zu Klassenzimmern umgebaut. Überhaupt stehen dem Schulzentrum umfangreiche Sanierungen ins Haus. Auch zum Freibad fällt ein Beschluss: Es wird für viel Geld saniert. Im ersten Bauabschnitt, der im Spätjahr beginnt, erhalten die Ilsfelder neben neuer Technik eine 21 Meter lange Rutsche. Neue Heimat: Der Jugendtreff „Gnascht“ zieht vom Zuckerrübenplatz an den Sportplatz um. Abschied in Auenstein: Der langjährige Rektor der Grundschule, Kurt Pöhler, geht in den Ruhestand. Auf ihn folgt Heidi Ade.
Die Ilsfelder Ortsdurchfahrt wird mehrere Wochen zur Baustelle - mit halbseitiger Sperrung und langen Staus. Die Arbeiten ziehen sich unerfreulicherweise viel länger hin als erwartet. Ein Teil muss 2006 erledigt werden.

Stimme.de