Fröhliches Wesen ist bei Beurteilung wichtig
Die Bezirksgruppe Heilbronn und Umgebung des Jagdspaniel-Klubs hat in Ilsfeld eine Bezirkszuchtschau organisiert

"Jeder hat den schönsten Hund", sagte die Schauleiterin Birgit Sauer aus Aspach bei der Begrüßung. Eigentlich gefalle ihr der Begriff "Ringrichter" überhaupt nicht. "Die Rassehunde werden beurteilt", bemerkte sie.
Neben weiteren acht Rassen, alles fröhliche, neugierige und bewegungsfreudige Hunde, ist in Deutschland vor allem der English Cocker am weitesten verbreitet. Mindestens zwölf Monate alt muss ein Spaniel sein, um an einer Zuchtschau teilnehmen zu dürfen.
In Ilsfeld zeigten sich viele der Vierbeiner noch ganz verspielt, so dass Richterin Sonja Jung aus München eine Hundebesitzerin aufforderte: "Gehen Sie bitte schneller" oder Frauchen ihr Tier bat: "Sei doch bitte ruhig."
Jeder Spaniel wurde zweimal vorgeführt. Die erste Runde bewertete die Zuchtzulassung: Ja, nein oder eingeschränkt. So wie der 14 Monate alte Rüde "Gaufeathers Dojan" von Familie Apfelbach aus Langenbrettach. Weil Dojan einen Doppelzahn hat, ist er nur eingeschränkt zuchttauglich. "Bei der Zucht muss dann darauf geachtet werden, dass die Hündin ein einwandfreies Gebiss hat", erklärt Elke Michelbach, stellvertretende Landesgruppensprecherin aus Schifferstadt.
Cornelia Apfelbach, die Dojan zur Zucht einsetzen möchte, besitzt noch weitere Tiere - wie Pferde, Ziegen, Enten und Hasen. Mit allen vertrage sich der Rüde sehr gut. "Mit der Ziege geht er sogar spazieren", erzählen die Besitzer und lachen.
Zur Zuchttauglichkeit werden die Hüften zum Ausschluss einer Dysplasie (Fehlbildung) und auch die Augen jährlich untersucht. Weitere Kriterien sind das Gesamterscheinungsbild mit Größe, Kopfform, keine Hängeaugen, Körperbau - möglichst so lang wie hoch - und der Gang sowie ein seidiges Haarkleid. Wichtig sei auch das Wesen. "Er darf nicht aggressiv sein", sagt Michelbach. In der zweiten Runde, der Formschau, werde der Hund dann bewertet.
Die Bezirksgruppe Heilbronn möchte den Spanielbesitzern in der Umgebung Tipps geben bei der Hundeerziehung und der Pflege. Auch beim Welpenkauf können sich Interessierte an die Bezirksgruppensprecherin Gabriele Bareiss aus Bad Mergentheim wenden.
Wenn man den Ursprung der Spaniels in der Jagd sehe, verstehe man ihren Charakter, so Michelbach. "Neben viel Bewegung wollen sie auch geistig gefordert sein", erklärt sie. Nicht umsonst würden die sensiblen Tiere auch in der Therapie genauso wie in der Rauschgift- oder Schimmelpilzsuche eingesetzt.
Stimme.de