Die Note "Eins plus" für den Erweiterungsbau
Neues Gebäude der Fleiner Schule wurde am Freitagabend eingeweiht - Kostenrahmen von 410 000 Euro wird wohl eingehalten

Achtundzwanzig geteilt durch sieben ist - na klar: dreizehn. Das bewies der Rechenmeister der Schildbürger seinen Landsleuten ganz klar - und sogar die Gegenprobe stimmt. Kein Wunder, dass nachher das Schulhaus nicht stimmte und vor allem keine Fenster hatte, auch wenn würdige Herren im Zylinder - der Chor der Lehrer - leicht schräg "im schönsten Wiesengrunde" zur Einweihung sangen.
"Geht nach Flein, dort seht ihr, wie man ein Schulhaus baut", hieß denn auch die Parole. Davon konnten sich die Einweihungsgäste gleich nach dem hübschen Spiel der Mädchen und Jungen von den Schildaern überzeugen: Architekt Gerd Flösch hatte keine Fenster vergessen, im Gegenteil: Sie lassen viel Licht in die Räume im Erdgeschoss und im ersten Stock. Räume für die verlässliche Grundschule, die von Martina Waible betreut wird, sind zu ebener Erde untergebracht. Ein Stockwerk darüber hat die Schulsozialarbeit ihr Domizil, die von Yvonne Wiesner vom Verein Kleingartacher e.V. geleitet wird.
Die Grundschüler haben sich hier offenbar schon eingelebt. Sie erzählten davon, was sie hier am liebsten tun: Basteln, spielen oder einfach "alles". Im Musiksaal hatten zuvor Instrumental-AG und Schulchor die Gäste fröhlich begrüßt: "Alle Leut' in Flein finden es ganz fein, dass das Haus wird eingeweiht", sangen die Kinder unter der Leitung ihres Rektors Roland Gärtner.
Bei aller Freude über den Neubau zeigte sich Bürgermeister Jürgen Schmid von der Diskussion über Pisa und die Folgen in Deutschland betroffen: In aller Regel würden wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund gestellt, und kaum einer frage: "Wo bleiben unsere Kinder?" Schmid war davon überzeugt, dass kleine Kinder ihre Eltern brauchten. Kinder hätten das Recht auf Freiraum zum Lernen und Spielen und das Recht, keinem Leistungsdruck ausgesetzt zu sein.
Wenn Flein auch keine Ganztagesschule habe, seien doch die Voraussetzungen für Ganztagesbetreuung weitgehend verwirklicht. Mittagstisch und Aufenthaltsräume fehlten noch, doch das lasse sich organisieren. Der Rathauschef war "ziemlich sicher", dass beim Bau der Kostenanschlag von 410 000 Euro eingehalten werde.
Für Menschlichkeit an der Schule plädierte der katholische Pfarrer Pater Bernhard Weber für die Geistlichkeit des Ortes. Schule dürfe sich nicht zum Handlanger für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Interessen machen lassen. Intelligenz sei mehr als bloßes Wissen - nämlich menschliche, seelische und gemüthafte Reife.
Dank an die Gemeinde für den Neubau sagten die Elternbeiratsvorsitzende Nicole König genauso wie die Vorsitzende des Schulfördervereins, Susanne Schwäble. Rektor Gärtner attestierte Verwaltung und Gemeinderat, mehr als ihre Hausaufgaben gemacht zu haben und bewertete das mit der Note "Eins plus". Als Dankeschön überreichte er dem Bürgermeister ein dickes Leporello, auf dem jeder der 340 Schüler sich mit einem Werk, etwa einem Bild oder einem Text, verewigt hatte. Das Band reichte auseinander gezogen mehr als einmal um den ganzen Musiksaal herum.
Stimme.de