Strategische Entscheidungen an 80 Brettern

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Ilsfeld Schulschach-Mannschaftsmeisterschaften für Stadt- und Landkreis Heilbronn und Hohenlohe in Auenstein

Ilsfeld 80 Schachbretter, um die sich Schüler drängen, sind auf den Tischen in der Schlossberghalle in Auenstein verteilt. Im Ilsfelder Teilort findet die Schulschachmeisterschaft im Mannschaftswettkampf für Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie den Hohenlohekreis statt. In sechs Wettkampfgruppen ringen 44 Mannschaften mit je vier Spielern um Siege und die Teilnahme an der Schulschachmeisterschaft des Regierungspräsidiums Stuttgart. Aus allen Klassenstufen kommen die fünf- bis 21-jährigen Teilnehmer. Leuchtende Augen bei den Kleinen und konzentrierte Gesichter bei den Älteren, die selbst noch in den Pausen Figuren ziehen und sich gegenseitig beraten.

Interesse gestiegen Alexander Geilfuß, Schulschachreferent für Stadt- und Landkreis Heilbronn/Hohenlohe, und sein Kollege vom Regierungspräsidium Stuttgart, Saygun Sezgin, freuen sich, dass das Interesse am Schulschach gestiegen ist und sich die Anzahl der Schach-Arbeitsgemeinschaften im Landkreis auf rund 30 erhöht habe. „Kinder mit unterschiedlichen schulischen Leistungen oder auch ausgegrenzte Schüler können sich auf gleichem Niveau mit anderen messen“, sieht Geilfuß einen Vorteil in dieser Sportart. Es komme auf jeden selbst an, Glück helfe nicht, ergänzte Sezgin. Christoph Klumb und Benjamin Wolf aus der sechsten Klasse an der Hermann-Greiner-Realschule in Neckarsulm sind begeistert bei der Sache, selbst als sie verlieren: „Das ist nicht tragisch“.

15 Minuten Eine halbe Stunde lang dauern die Spiele. Auf jeden Spieler entfallen dann 15 Minuten. Die Zeit der Spielzüge muss jeder selbst messen. Einer der jüngsten Teilnehmer ist der fünfjährige Jens Hoffmann aus der ersten Klasse der Grundschule Möckmühl. Freudig erzählt er, dass er sein erstes Spiel gewonnen hat. „Mein Gegner, der älter ist als ich, hat mich wahrscheinlich unterschätzt“, meint er, auf dem Schoß seiner Mutter sitzend.

Wenig Mädchen Spaß haben sei wichtiger als gewinnen, meint ein anderer Grundschüler. Auffallend ist, dass viel weniger Mädchen als Jungen teilnehmen. „Schach ist eine uralte Tradition für Männer“, sagt Detlef Offergeld von den Schachfreunden aus Biberach.

Viel Geduld Nur mit viel Geduld werde das langsam aufgebrochen, erklärt Detlef Offergeld, der in seinem Verein für Mädchenschach verantwortlich zeichnet. Als Voraussetzungen für das Schachspiel sehen Saygun Sezgin und Alexander Geilfuß die Begeisterung und den Willen. „Das Erlernen des Brettspiels kommt automatisch“, so Sezgin.

Die beiden Männer beobachten, dass Schach die Konzentration, das bildhaftes Vorstellen und die Planungsfähigkeit fördert. „Auch lernen die Spieler, Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen daraus zu tragen.“

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