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Grossbottwar - Neues ASB-Pflegeheim im alten Stadtkern eingeweiht

Grossbottwar - Nach zweijähriger Bauzeit ist gestern in Großbottwar das neue Pflegeheim des Arbeiter-Samariterbundes (ASB) Ludwigsburg eingeweiht worden. Das 60-Betten-Haus im Ortskern der Stadt, das ohne Zuschüsse für rund fünf Millionen Euro entstanden ist, nennt sich Haus im Bottwartal, hat 48 Einzel- und sechs Doppelzimmer und bietet als Besonderheit Wohngemeinschaften an.
Haus im Werden
Noch haben sich diese Wohngemeinschaften nicht gebildet, aber ein Pflegeheim entsteht peu à peu. „Es ist im Werden“, sagt Heim- und Pflegedienstleiterin Martina Schaupp. So kamen die Gäste der Eröffnungsfeier in den Genuss fröhlichen Kindergesangs. Denn im Dachgeschoss, wo einmal eine Hausgemeinschaft leben soll, hat zurzeit eine Gruppe des Großbottwarer Kindergartens Itzebitz Unterschlupf gefunden. So lange, bis ihr Domizil fertig renoviert ist. Schon finden es einige Bewohner schade, dass der quirlige Nachwuchs aus dem Mehrgenerationenhaus auf Zeit bald wieder auszieht.
Das Haus im Bottwartal ist das dritte und größte ASB-Pflegeheim im Kreis Ludwigsburg, das vierte entsteht gerade. Insgesamt ist es das 51. des Landesverbandes Baden-Württemberg. Die Zahl steigt ständig. „Demografische Ignoranz“ wäre es, würde die Gesellschaft nicht auf den demografischen Wandel reagieren, meinte Marianne Wonnay, MdL. Die ASB-Landesvorsitzende erläuterte, dass ihr Verband in den letzten sechs Jahren 1900 Betten in Betrieb genommen habe. 75 Prozent beträgt dabei der Anteil der Einzelzimmer. „Jedes Haus ist ein Maßanzug für die örtlichen Verhältnisse“, sagte die Landtagsabgeordnete. Kleine wohnortnahe und zentral gelegene Häuser in baulicher und pflegerischer Qualität sind in einem Leitbild festgelegt.
Bürgermeister Rainer Gerhäusser räumte ein, dass er vom Standort auf dem Gelände des früheren Bauhofs erst überzeugt werden musste. „Ich glaubte lange, dass Senioren den grünen Stadtrand bevorzugen.“ Er ließ sich eines Besseren belehren. Aus Sicht des Ludwigsburger Kreisverbandsvorsitzenden Hans-Ulrich Oppenländer „wertet das sehenswerte Äußere des Pflegeheims den Stadtkern von Großbottwar auf“. Ein weiterer positiver Aspekt: Mit dem neuen Haus werden 30 bis 40 Voll- und Teilzeitarbeitsplätze geschaffen. Hinzu komme, so Oppenländer, die Möglichkeit für junge Leute, eine Ausbildung zu machen.
Investition in Zukunft
Einen Überhang von 300 Pflegeplätzen im Landkreis Ludwigsburg konstatierte Sozialdezernent Ferdinand Lautenbacher. Da sei der Grund gewesen, warum es kein Geld von der öffentlichen Hand gegeben habe. Das neue Haus erhöhe die Überkapazität um weitere 60 Betten. Dennoch nannte er das Großbottwarer Heim „keine Fehlinvestition, sondern eine Investition in die Zukunft“. Im Jahr 2020 werde es 40 Prozent mehr ältere Menschen geben als zu Beginn des Jahrtausends. Der demografische Wandel werde, so Lautenbacher, den Bedarf an Pflegebetten stetig erhöhen.
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