Vorwürfe und Emotionen im Vorfeld des Bürgerentscheids zum Supermarkt
Beilstein - Die Emotionen kochen hoch. Der Bürgerentscheid am 27. September elektrisiert die Beilsteiner. Die Frage lautet: Soll die Stadt das Flurstück in den Brühlwiesen nur an einen Vollsortimenter wie Edeka veräußern? In den Mittelpunkt der Diskussionen rücken der Kaufpreis und der Inhalt der Wahlplakate.

„Sagen sie Ja zu Edeka und Aldi“ lesen die Einwohner auf den Plakaten der Initiative Pro Beilstein in der Innenstadt. „Das ist ein massiver Versuch, den Wähler zu täuschen“, ärgert sich Bürgermeister Günter Henzler. In einem Telefongespräch habe Aldi-Prokurist Wolfgang Böttcher am Freitag bekräftigt, der Discounter werde die Stadt verlassen, falls Edeka zum Zuge komme. Dagegen sind CDU-Rat Oliver Kämpf und die Initiative der Ansicht, Aldi könne seine Verkaufsfläche am Standort problemlos auf 799 Quadratmeter erweitern. Kämpf: „Ich bin überzeugt, dass Aldi bleibt.“ Henzler entgegnet, an der kleinen Erweiterung habe Aldi doch gar kein Interesse.
Konzepte

Zankapfel

Die städtischen Umlegungs- und Erschließungskosten beziffert Henzler auf eine Million Euro, 148 Euro pro Quadratmeter. „Die Preisdifferenz darf nicht über die Zukunftsfrage entscheiden“, meint dagegen BI-Sprecher Dr. Hans-Walter Deloch. Andere Leistungsspektren stünden im Vordergrund, das größere Edeka-Angebot und mehr Arbeitsplätze. Eine andere Rechnung als Henzler macht Oliver Kämpf auf. Wenn man den ursprünglichen Etatansatz berücksichtige, schrumpfe die Differenz auf 32 000 Euro.
Da Edeka weiterhin am Standort im benachbarten Oberstenfeld festhält, stellt Günter Henzler die Frage, ob der Vollversorger mit dem zusätzlichen Angebot in Beilstein auf Dauer überleben könne, da die Stadt nicht mehr wachse. Für die BI ist dies keine Frage: Die Kaufkraft der Beilsteiner reiche aus.
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