VdK macht sich gegen Benachteiligung stark
Wahlen und Ehrungen bei Hauptversammlung der Ortsgruppe Mittleres Schozachtal

Ilsfeld - „Wir haben eine Niederlage hinnehmen müssen“, berichtete Hannelore Plume, Vorsitzende der VdK-Ortsgruppe Mittleres Schozachtal bei der Jahreshauptversammlung in Ilsfeld. Die Ortsgruppe hat in den Gemeinden Abstatt, Beilstein und Ilsfeld 160 Mitglieder. Knapp zwei Jahre hatte der Sozialverband im Rathaus in Ilsfeld ein Büro. „Es wurde nicht so angenommen, wie erhofft“, bedauerte Plume. Die Sprechstunde am ersten Donnerstag im Monat werde sie aber bei sich zu Hause weiterführen.
Armut Vor über 40 Mitgliedern betonte die Vorsitzende: „Im Gesundheitswesen werden Behinderte und chronisch kranke Menschen benachteiligt.“ Die Armut bei Kindern und alten Menschen steige ständig an. Bei wirtschaftlichen Abschwüngen seien sie als Erste betroffen. „Der VdK ist der Mahner und Garant“, erklärte Plume. Der Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner vertritt die Interessen aller Sozialversicherten, insbesondere die der Rentner, Behinderten, chronisch Kranken, Pflegebedürftigen, Unfallopfer sowie Kriegs-, Wehr- und Zivilgeschädigter und Arbeitsloser. Auf Ortsebene geht es auch um Geselligkeit, Erfahrungsaustausch sowie Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. „Wir haben eine Art Lotsenfunktion“, beschreibt Plume die Kontaktvermittlungen.
Gerne hätte er Freudigeres berichtet, sagte Günter Erlewein, Vorsitzender des Kreisverbands Heilbronn. „Unsere Erwartungen an die Gesetzesänderungen zur Pflegeversicherung und dem Gesundheitsfonds sind enttäuscht worden“, so der Vorsitzende. Er beklagte, dass die Beiträge zur Krankenversicherung nicht gesenkt, sondern erhöht wurden. Der Arbeitgebersatz sei jedoch eingefroren worden. „Weitere Erhöhungen, die bestimmt kommen, werden dann voll zu Lasten der Versicherten gehen“, betonte Erlewein. Enttäuscht sei er auch, dass die Leistungen der Pflegeversicherung, die in den vergangenen zwölf Jahren festgeschrieben waren, nicht spürbar erhöht wurden. Als Ziel setzt sich der Sozialverband, Einfluss auf Verwaltungsvorschriften zu nehmen. „Manche sind ungenau definiert“, meinte Erlewein. Der volle Mehrwertsteuersatz auf Medikamente ärgere ihn. Andere EU-Länder verlangten nur den halben. „Ich habe kein Verständnis, dass etwa Blumen oder Tierfutter mit dem halben, lebenserhaltende Medikamente aber mit dem vollen Satz besteuert sind“, sagte Erlewein.
Bestätigt Einstimmig wiedergewählt wurden die erste Vorsitzende Hannelore Plume und Ursula Neumann als zweite, Schriftführer Wolfgang Hinzmann sowie Ursula Hinzmann (Kasse). Acht Mitglieder wurden für ihre Mitgliedschaft geehrt. Für 50 Jahre war das Kurt Schürger, für 25 Emma Häusermann und für zehn Jahre Martha Hehl, Heidemarie Knittel, Christa und Karl Schuhmacher, Harald Stehling und Gertrud Uhlich.
Stimme.de