Treue Weiber als Brettspiel
Juniorfirma am Gymnasium verwirklicht Geschäftsidee

Weinsberg - Fleißige Frauen sammeln Geld, Nahrung oder den Topf. Doch Aufpasser August schnappt jede, die zu langsam ist. Wer alle Gegenstände hat, eilt mit dem Mann huckepack aus der Burg. Die Weiber von Weinsberg gibt es jetzt auch als Brettspiel, erfunden und gestaltet von einer Schülerfirma am Justinus-Kerner-Gymnasium (JKG) im Rahmen des Junior-Projekts im Wirtschaftskurs.
"Die Schüler sollen als Manager auftreten", sagt Kjell (16) aus Grantschen. Und eine eigene Firma gründen, das reale Wirtschaftsleben nachbilden. 13 Gymnasiasten der Jahrgangsstufe 1 (entspricht Klasse 12) befassen sich mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten wie Produktion, Verwaltung, Finanzen, Marketing. "Im Oktober ging es richtig los", erzählt Merve (17) aus Weinsberg. Die erste Idee, alte Daten zu digitalisieren, fällt flach. Das Thema ist besetzt. Alexander (16) aus Weinsberg agiert leidenschaftlich am Brett oder mit Karten: "Das Thema hat mich angelächelt."
Lokaler Bezug Schon der Firmenname ist kurios: "Leikklä". Das finnische Wort spielen (leikkiä) schwäbeln die Gymnasiasten ein. Das von der Gruppe konzipierte und designte Spiel ist für alle Altersgruppen geeignet. Er verknüpft den Spielspaß mit der Historie auf der Weibertreu, das ist die Grundintension. So entsteht der Grundriss der Burg, der sternförmige Plan, die Rolle der Frauen nach der Einnahme der Burg. "Es ist eine Kombination von Würfelspiel und taktischen Elementen", meint Lukas (16) aus Weinsberg. Für zwei bis vier Spieler, mit 24 Chips, 36 Ereigniskarten und dem schwarzen Aufpasser August als Handlanger des Königs. Die Spieler können sich auch gegenseitig schlagen. 30 bis 60 Minuten dauert eine Runde.
Das Aktien-Startkapital beträgt 900 Euro. Davon verkaufen die Gymnasiasten Anteilscheine zu je zehn Euro an Familienangehörige, Freunde, Bekannte. Sie bieten Geschäften Werbeflächen innerhalb der Anleitung. In einer Druckerei lassen sie sich die Folien drucken, die sie auf das Spielbrett aufkleben. "Wir haben 80 Spiele gemacht", erklärt Jonathan (17) aus Weinsberg. Die Schüler lassen alles produzieren, ob Ereigniskarten oder Chips. Zu Nettokosten pro Spiel von 16,33 Euro, informiert Jennifer (17) aus Gellmersbach. Für 17,95 Euro werden die "Weiber von Weinsberg" verkauft.
Teamgeist Aufträge erteilen, Buchführung, Rechnungen erstellen und überprüfen, Bilanzen erstellen, möglichst Gewinne erzielen, das sind Inhalte des Junior-Projekts. Nicht nur für Lukas ist es schon ein Gewinn, die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umzuwandeln. Das gute Teamgefühl, sich auf die anderen verlassen zu können, das streichen die Zwölftklässler positiv hervor. Mit dem Verkauf der Spiele und der Gewinn- und Verlustrechnung ist das Projekt noch nicht beendet. Eine Abschlussveranstaltung und die Dokumentation mit Geschäftsidee, Analyse und Reflexion folgen.
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