Sonorer Sound und ein schnittiges Heck

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Oldtimertreffen des Renault 15/17-Clubs Deutschland

Von Karin Freudenberger
„Wir fahren besonders vorsichtig, denn Austauschteile sind schwierig zu bekommen.“
          Thomas Ritzenfeldt
„Wir fahren besonders vorsichtig, denn Austauschteile sind schwierig zu bekommen.“ Thomas Ritzenfeldt

Löwenstein - Von 1972 bis 1979 baute die Firma Renault die sogenannten R 15 und R 17, die heute noch bei Oldtimer-Liebhabern Kultstatus haben. Einige von ihnen haben sich im Renault 15/17-Club zusammengefunden, der sein jüngstes Treffen in Hößlinsülz abhielt.

Aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und Österreich waren 26 Clubmitglieder angereist, um bei dem von R 17-Besitzer Thomas Ritzenfeldt aus Erlenbach organisierten Treffen liebevoll über ihr „Heilix Blechle“ zu diskutieren. „Wir kommen einmal pro Jahr zusammen, halten dann die Generalversammlung ab und machen eine Rallye“, erläuterte Ritzenfeld.

Attraktive Strecke Für diese Ausfahrt hatte der in der Automobil-Zuliefererbranche tätige Ingenieur eine attraktive Strecke ausgesucht. Zunächst durften die 90 bis 108 PS starken Maschinen die Löwensteiner Berge erklimmen, danach ging es über Pfedelbach und den Breitenauer See zurück ins Hotel. Damit nicht nur die Motoren Arbeit bekamen, mussten die Chauffeure unterwegs kniffelige Fragen zur Region und zur Technik beantworten, „blind“ Motorteile erkennen oder Geschicklichkeitsspiele absolvieren.

Dass der Zahn der Zeit an den liebevoll gepflegten Oldtimern nagt, zeigte die Rückkehr ins Quartier. Gleich zwei Wagen hatten die 90 Kilometer-Distanz nicht auf Anhieb geschafft, sondern waren mit Keilriemen-Problemen liegengeblieben. Doch was ein echter Autoliebhaber ist, der weiß Abhilfe. Kein Wunder also, dass auch nach der Ausfahrt über der geöffneten Motorhaube intensive Diskussionen geführt wurden.

Überzeugende Franzosen Jeder ist natürlich stolz auf sein Gefährt, dem die über 30 Jahre alte Vergangenheit nicht anzusehen ist. Ein schnittiges Heck, Fünfganggetriebe, Faltdach und der sonore Motorensound zeugen davon, dass die Franzosen in den 70er Jahren in Technik und Design überzeugende Autos zu bauen wussten. Auch wenn damals Automatikgurte oder Startautomatik noch Fremdwörter waren. „Dafür muss ich gefühlvoll mit dem Choke umgehen können“, sagte Ritzenfeldt stolz.  Aus Oberösterreich standen gleich fünf Oldtimer auf dem Hotelparkplatz. „Wir sind seit 1994 regelmäßig dabei“, erklärte Werner Landerdinger, der eine Anfahrt von 420 Kilometern hatte. Um seinem Lieblingskind R 17 solche Strapazen zumuten zu können, hat er ein ganzes Ersatzteillager zu Hause und pflegt das Auto akribisch. Und natürlich wird den betagten Autodamen auch die Höchstgeschwindigkeit von 170 Kilometern pro Stunde nicht mehr zugemutet. „Wir fahren besonders vorsichtig, denn Austauschteile sind schwierig zu bekommen“, so Ritzenfeldt. Als er vor sechs Jahren auf der Suche nach Ersatzteilen für einen Oldtimer bis nach Berlin kam, hat er dort auf dem Hof des Autohändlers seinen jetzigen R 17 „kennengelernt“. Der Liebe auf den ersten Blick folgten zähe Verhandlungen mit dem Vorbesitzer. Der hatte das damals knapp 30 Jahre alte Modell ganze 15 500 Kilometer bewegt und sich aus Altersgründen von Führerschein und Auto getrennt. Seitdem ist das grasgrüne Sportcoupé nun der ganze Stolz von Ritzenfeldt.

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