Pfarrer Ralph Hermann geht

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Nach zehn Jahren steht Wechsel nach Hülben an − Verabschiedung findet am 24. Oktober statt

Von Ute Knödler
Im Oktober verlässt Pfarrer Ralph Hermann Abstatt. In der Stephanuskirche hat der Seelsorger gerne gepredigt.Foto: Ute Knödler
Im Oktober verlässt Pfarrer Ralph Hermann Abstatt. In der Stephanuskirche hat der Seelsorger gerne gepredigt.Foto: Ute Knödler

Abstatt - Statt einem Jubiläum feiert die Evangelische Kirchengemeinde Abstatt bald den Abschied von ihrem Pfarrer. Ralph Hermann verlässt nach zehn Jahren das Schozachtal und wechselt zum November 2010 nach Hülben bei Bad Urach im Landkreis Reutlingen.

Wehmut Regelrecht geschockt waren Kirchengemeinderäte und Gemeindeglieder, als sie die Nachricht erfuhren. "Keiner hatte zum jetzigen Zeitpunkt damit gerechnet", erklärte Hermann. Natürlich befalle ihn hin und wieder Wehmut. Doch Konflikte, wie manche Abstatter befürchteten, die die Entscheidung beeinflusst hätten, habe es nicht gegeben. Ein ungeschriebenes Gesetz sei es, nach zehn Jahren zu wechseln. "Kein Pfarrer bleibt bis zur Rente auf seiner ersten Stelle", betonte der 46-jährige. Und jetzt kam die Anfrage aus Hülben.

Diese Gemeinde hat rund 2200 Gemeindeglieder, Abstatt 1750. Ein evangelischer Kindergarten wird zu Hermanns Arbeitsgebiet gehören. Warum er sich für Hülben entschieden hat? "Das ist eine sehr lebendige Gemeinde, die sich noch weiter entwickeln will", freut sich der Seelsorger auf die neue Herausforderung.

Wenn er Revue passieren lässt, denkt er an einen schweren Anfang in Abstatt. "Es gab viele verletzte Menschen", so Hermann. Doch sehr bald habe es zahlreiche vertrauensvolle Beziehungen gegeben. Er erinnert sich noch an eine Tüte mit frischen Brezeln und Brötchen an einem der ersten Samstage oder an den Kindermund, der ihn Fußballpfarrer nannte, als er das runde Leder mit in den Gottesdienst brachte. Vermissen wird er "viele geschwisterliche Freunde, die Gastfreundschaft der Kirchengemeinde mit gutem Essen und die helle, warme Stephanuskirche, aber auch den guten Wein". Gern denkt er an den Leuchtspurengottesdienst mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern, der während seiner Amtszeit entstanden ist oder die neustrukturierte Kinderkirche, die er begleitete. Für die Freiwillige Feuerwehr war er Ansprechpartner. Dafür hatte er sich in der Feuerwehrseelsorge mit ausbilden lassen. Er wollte wissen, wie die Floriansjünger arbeiten und hat deshalb in den Grundlagen, als Funker und in der Technischen Hilfeleistung Kurse absolviert.

Gebaut Nicht nur im Innern hat Hermann Kirche gebaut, auch äußerlich. Für 350 000 Euro wurde die Stephanuskirche außen saniert. Weil die Kirchenmitglieder viel Eigenleistung erbrachten, stand auch der Pfarrer auf dem Gerüst und schlug den Putz ab. Ein neues Pfarrhaus für insgesamt 500 000 Euro wurde im Jahr 2007 gebaut. Jetzt steht die Renovierung der Elektrik der Stephanuskirche an. "Eigentlich hätte das fertig sein sollen, bis ich gehe", erklärte Hermann. Im Gottesdienst am 24. Oktober um 10 Uhr wird der Seelsorger verabschiedet.

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