Offener Innenhof und Haigern-Blick

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Flein - Richtfest beim Pflegeheim Haus zum Fels

Von Joachim Kinzinger
„Wir haben nur Einzelzimmer. Das ist ein Vorteil.“
          Helmut Dengel
„Wir haben nur Einzelzimmer. Das ist ein Vorteil.“ Helmut Dengel

Flein - Bunte Tücher verzieren den Richtbaum, der sich im Wind hin- und herwiegt. Auf dem Flachdach erhebt Bauleiter Jürgen Schmitt von der Firma Stauch Bau GmbH das Glas. Gefüllt mit Fleiner Riesling, er trinkt ihn aus. „Geweiht sei dieser Bau zur Stund’“, ruft Schmitt den Festgästen zu und zerschmettert das Weinglas am Boden. Mit dieser Zeremonie feiert der Trägerverein Haus zum Fels am Freitagnachmittag Richtfest für das Alten- und Pflegeheim an der Seeäckerstraße in Flein.

Fünf Millionen Euro inklusive Grundstück investiert der gemeinnützige Trägerverein in das dreistöckige Gebäude mit 52 Einzelzimmern und zwei Pflegewohnungen. Eisenbieger flechten auf dem Dach noch einige Stahlstränge für die künftige Betondecke, während die ersten Festgäste eintreffen. Architekt Jörg Mockler aus Heilbronn wirft aus der Vogelperspektive noch einen Blick auf den Bau mit 13 700 Kubikmeter umbautem Raum sowie einer Nutz- und Verkehrsfläche von 3600 Quadratmetern.

Geschäftsführer Helmut Dengel vom Haus zum Fels beginnt die Festansprache mit einer kleinen Geschichte über einen Rabbi, der am Sabbath verbotenerweise Golf spielt und von Gott bestraft werden soll. Mit einem Schlag locht er ein. Und was ist die Strafe? „Wem soll er das erzählen“, sagt Dengel.

Vor zwei Jahren nahm der damalige Fleiner Bürgermeister Jürgen Schmid – er zählt zu den Festgästen – Kontakt zu Dengel auf. „Er hätte ein Grundstück“, erklärt der Geschäftsführer. So entwickelten sich die Planungen des Investors bis zum Baustart vor fünf Monaten. „Wir haben nur Einzelzimmer, das ist ein Vorteil.“ Der Bau liege im Zeitplan. Im März 2009 will Haus zum Fels den weiteren Standort in Flein eröffnen. Rund 50 Mitarbeiter würden hier beschäftigt. Insgesamt seien es 200 Beschäftigte in allen Haus-zum-Fels-Einrichtungen.

Bei seiner kurzen Rede erinnert Architekt Mockler an die umfangreichen Tiefgründungsarbeiten wegen des weichen Baugrundes in den Seeäckern. Seine Grundidee heißt: ein offenes Haus, das mit den Armen den Hof umschließt. Oder: Ein rund neun Meter hohes Gebäude mit großzügigem Innenhof und mit Blick auf den Haigern. Erdgeschoss und erstes Obergeschoss können die Gäste nach dem Richtschmaus besichtigen. Das zweite Obergeschoss ist wegen der Verstrebungen und Versprießungen für die Decke nicht begehbar.

Landschaftsarchitekt Volker Steffl aus Flein plant im Innenhof verschiedene Themengärten für alle Sinne und Wasserspiele. Dieser Aufenthaltsbereich soll die Senioren zum Verweilen einladen.

Bürgermeister Alexander Krüger spricht von einer tollen Sache, dass Flein ein Pflegeheim bekommt: „Diese Einrichtung hat noch gefehlt.“ Das dreistöckige Gebäude am Ortsrand liegt im Gemeinbedarfsgebiet gegenüber dem Bauhof. Nebenan sind Planierraupe und Lastwagen auch während des Richtspruchs im Einsatz. Die Johannesschulen bekommen hier ihr neues Domizil.

Rote Würste bruzzeln auf dem Grill. Die Gäste greifen zu. Andere werfen einen Blick auf die Baupläne an der Wand oder betrachten die Bilder mit den zukünftigen Zimmereinrichtungen.

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