„Mit unseren Stärken operieren“

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Nur geringe Auswirkungen seit Eröffnung des ECE-Center – Wettbewerb stellen

Von Bettina Henke
Viele Kunden schätzen das Flair von Öhringen als Einkaufsstadt. Die Geschäfte setzen ihre Stärken in gute Beratung, Kundennähe und besondere Aktionen, um der Konkurrenz aus dem Umland zu begegnen.Fotos: Bettina Henke
Viele Kunden schätzen das Flair von Öhringen als Einkaufsstadt. Die Geschäfte setzen ihre Stärken in gute Beratung, Kundennähe und besondere Aktionen, um der Konkurrenz aus dem Umland zu begegnen.Fotos: Bettina Henke

Öhringen - Die meisten von uns sehen die Situation relativ gelassen“, sagt Eberhard Rau, Vorsitzender des Öhringer Handels- und Gewerbevereins. Vor gut sechseinhalb Wochen hat die Heilbronner Stadtgalerie eröffnet, wirbt auch bei den Hohenlohern mit ihrem Angebot. Dennoch haben die Öhringer Geschäftsleute, die von der HZ befragt wurden, nicht den Eindruck, dass ihre Kunden nun in Scharen in das neue ECE-Center strömen.

Beobachten „Von Umsatzeinbußen ist bei uns nichts zu merken“, sagt Thomas Grabert. Der Junior-Chef des Ö-Center hat sich selbst ein Bild in der Stadtgalerie gemacht. „Viel Gastronomie, in der Bekleidungsbranche viel junge Mode. Es sind eher Sachen drin, die uns nicht so tangieren“. Dennoch müsse man die Entwicklung beobachten. „Aber wir müssen nicht in Panik verfallen, sondern Öhringen als Gesamtstandort weiterhin attraktiv halten.“

Genauso sieht es auch Norbert Groß, Vorsitzender des Leistungsverbundes und Inhaber des Sporthauses Groß. „Wir müssen in Öhringen mit unseren Stärken aufwarten.“ Und das seien nicht wenige. Kurze Einkaufswege, gut erreichbare Parkplätze, Kundennähe, von den Inhabern geführte Geschäfte und nicht zuletzt das Flair der schönen Innenstadt. „Wir wollen mit unseren Stärken operieren und sie noch weiter ausbauen“, unterstreicht Groß. Dennoch will man beim Öhringer HGV nicht in blinden Aktionismus verfallen, sondern die Aktionen weiterentwickeln, die die Stadt seit Jahren auszeichnen. Mit der Öhringer Woche vom 24. bis April bis 4. Mai steht eine solche wieder kurz bevor.

„Ganz normalen Betrieb“ verzeichnet auch Christina Renchen in ihren Öhringer Geschäften. Die Chefin der Parfümerien Akzente im Ö-Center und am Hafenmarkt ist in der neuen Stadtgalerie ebenfalls mit einer Parfümerie vertreten. „Da kommen auch mal Stammkunden aus Öhringen, die hier mal gucken.“ Sie sieht das Ganze „ganz entspannt“ und ist überzeugt: „Da gibt es keine Konkurrenz. Das wird sich alles relativieren.“

Neugierde Am ehesten tangiert fühlten sich von der Anziehungskraft der Stadtgalerie in den ersten Wochen noch die Bekleidungsgeschäfte und hier speziell die Bereiche der jungen Mode. Jürgen Bierbauer, Filialleiter des Modehaus Burkardt: „Für die Jungen ist es Neuland. Wenn was Neues aufmacht, fahren sie hin. Da siegt die Neugierde.“ Und auch Claudia Brunner, Chefin der Modehäuser Frank und Staccato, weiß: „Die jungen Kunden sind für so etwas eher empfänglich.“ Dass in den ersten Aprilwochen der Umsatz mit Frühlings- und Sommerware etwas geringer ausfiel als 2007 führen sie und ihre Kollegen nicht auf die neue Konkurrenz, sondern das schlechte Wetter zurück. „Vor einem Jahr hatten wir schon Sommertage.“ Kein verändertes Kaufverhalten merken die Geschäfte bei ihren Stammkunden. Brunner: „Sie schätzen gute Beratung und Kundennähe.“

Kunden Das kann Hannelore Kocera nur unterstreichen. Die 60-Jährige, die vor 24 Jahren aus Heilbronn nach Bretzfeld gezogen ist, bevorzugt Öhringen als Einkaufsstadt. „Da ist es übersichtlicher.“ In die Stadtgalerie hat es sie noch nicht gezogen: „Da ist es mir zu voll.“ Die Neuensteinerin Bettina Megerle (43) geht dagegen gerne zum Einkaufen nach Heilbronn. „Die neue Stadtgalerie reizt natürlich, da werde ich sicher mal reingehen.“ Die Öhringerinnen Martina Koczor (36) und ihre Mutter Hilde (73) haben sich ihr Bild bereits gemacht. „Das Gebäude ist von der Architektur furchtbar“, urteilen sie. Auch wenn sie ihr Weg hin und wieder einmal nach Heilbronn zum Einkaufen führt, um nach preisgünstiger Mode für ältere Damen zu gucken, bleiben sie Öhringen als Einkaufsstadt treu. Ebenso wie Ulla Laube. Die 42-Jährige hat sich die Stadtgalerie ebenfalls schon angeschaut. An Öhringen schätzt sie, „dass alles so kompakt beieinander liegt, die Innenstadt schön zum Bummeln ist. Und bei schlechtem Wetter kann man ins Ö.“

Keine Umsatzeinbußen verzeichnet das Ö-Center an der Austraße.
Keine Umsatzeinbußen verzeichnet das Ö-Center an der Austraße.
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