Gemeinde schließt Häckselplatz
Heinrieter müssen nach Untergruppenbach oder Abstatt ausweichen

Untergruppenbach - Der Matsch ist tief, wenn’s richtig regnet. Der fahrbare Häcksler einer Bad Rappenauer Firma macht aus Baum- und Heckenschnitt feinen Mulch für die Gemeinde. Lange soll das nicht mehr so bleiben. Mehrheitlich hat der Gemeinderat der Forderung des Landratsamtes zugestimmt, den Häckselplatz in Unterheinriet zu schließen. Voraussetzung: Der als Ersatz angebotene Platz in Abstatt bekommt längere Öffnungszeiten, die aber nicht mit denen des Reisigplatzes in Untergruppenbach übereinstimmen dürfen.
Ein rot umrandetes Schild weist deutlich darauf hin: Hecken- und Baumschnitt darf nur freitags und samstags zwischen 8 und 18 Uhr angeliefert werden. Zuwiderhandlungen würden verfolgt, steht da weiter geschrieben. Diese Drohung aber schreckt offenbar niemand: Kontrolliert wird so gut wie nicht auf dem offenen Platz.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landratsamtes hat festgestellt, dass auf dem Unterheinrieter Lagerplatz dreimal so viel Holzabfälle liegen wie auf dem des größeren Gemeindeteils Untergruppenbach. Vermuteter Grund: In Unterheinriet ist der Platz nicht eingezäunt, das angelieferte Material wird nicht kontrolliert. Das ist offenbar Anreiz für Reisigbesitzer auch außerhalb der Gemeinde und für Gewerbetreibende, hier anzuliefern. Das Landratsamt befürchtet, dass diese Art des Mülltourismus noch zunehmen wird, wenn die offenen Lagerplätze in Ellhofen und Lehrensteinsfeld geschlossen und durch einen eingezäunten ersetzt werden.
In einer Einzäunung des Platzes - auf Kosten Untergruppenbachs - sieht das Landratsamt keine Lösung. Es wäre auch nicht bereit, die Kosten für einen Platzwart zu tragen. Für die überdurchschnittlich großen Mengen muss der Kreis ohnehin schon 9000 Euro mehr in die Entsorgung der Abfälle stecken.
Nachdem der Kreistag beschlossen hat, von 2008 an auf den eingezäunten 38 Häckselplätzen im Kreis auch Laub und Rasenschnitt aus den häuslichen Gären anzunehmen, dabei aber die Qualität kontrolliert werden muss, kommt für das Heilbronner Amt nur die Schließung des Unterheinrieter Platzes in Frage, zumal die Häckselplätze in Untergruppenbach und Abstatt ziemlich nahe liegen.
Warum der Unterheinrieter Platz nicht eingezäunt werden könne, vermochte CDU-Mann Herbert Sammet nicht einzusehen. Da Häckselgut vorwiegend im Frühjahr und im Herbst anfalle, könne der Platz dann in diesen beiden Jahreszeiten zweimal einen halben Tag in der Woche geöffnet sein, dafür im Sommer und im Winter geschlossen sein. Norbert Weinert wies darauf hin, dass das Häckselgut ja Biomasse sei und daraus Energie gewonnen werden könne. Wozu es also auf eine Deponie schaffen?
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