Alte Kelter wird neue Markthalle

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Wie ein Wochenmarkt, aber unter Dach: Metzgerei Häfele hat den Pachtvertrag unterschrieben

Von Barbara Barth
Wichtiges Projekt am westlichen Ortseingang von Ilsfeld: der geplante Umbau der Alten Kelter. Im Frühjahr 2019 soll die Markthalle eröffnet werden.Foto: Archiv/Mugler
Wichtiges Projekt am westlichen Ortseingang von Ilsfeld: der geplante Umbau der Alten Kelter. Im Frühjahr 2019 soll die Markthalle eröffnet werden.Foto: Archiv/Mugler

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die seit Jahren leer stehende und nur sporadisch genutzte Alte Kelter wird zu einem neuen Aushängeschild für Ilsfeld. Bei der Einweihung des Ärztehauses unterschrieb die Familie Häfele den Pachtvertrag für das geschichts-trächtige Gemäuer aus dem 16. Jahrhundert. Sie will eine Markthalle daraus machen.

Die Metzgerei Häfele gibt es seit über 60 Jahren. 1954 gründeten Irmgard und Georg Häfele in Fellbach ihren ersten Betrieb. Startkapital: vier Schweine. Heute hat das Familienunternehmen 18 feste Fachgeschäfte und sieben mobile Verkaufswagen auf Wochenmärkten. Die Verwaltung sitzt in Winnenden. Im Schozach- und Bottwartal ist die Firma in Auenstein mit einem eigenen Schlachthof sowie in Untergruppenbach und Beilstein präsent.

Geheimnis Für Bürgermeister Thomas Knödler, der den Coup bis zuletzt als Geheimnis hütete, ist die zukünftige Markthalle ein "konkreter Baustein" für die Beantwortung der Frage: Wie geht es weiter am westlichen Ortseingang? Neben den Stellplätzen, die der Gemeinderat nach der Sommerpause als zentrales Thema behandeln will, gehört die imposante Kelter zur Gesamtgestaltung des Areals am Kreisel.

"Wir sind froh und glücklich, dass es jetzt mit dem Pachtvertrag für die Markthalle geklappt hat", sagt Knödler. Die Familie Häfele habe ausreichend Erfahrung, um ein solches Projekt zu stemmen. Auch das Landesdenkmalamt sei überzeugt, dass die Nutzung der Kelter besser ist als ein Neubau auf der grünen Wiese.

Antworten Mit drei unbeantworteten Fragen wollte Knödler die Ilsfelder nicht heimschicken. Deshalb gab er ungefragt die Antworten: Ja, die Maibaumhocketse kann weiterhin stattfinden. Nein, wir verkaufen die Kelter nicht. Ja, es soll mehr als eine reine Verkaufsstelle sein. Es finden auch Veranstaltungen statt.

Familienoberhaupt und Firmenchef Werner Häfele erläuterte den Gästen die Philosophie hinter seinem Engagement. "Wir haben vor sechs Jahren in Winnenden selbst eine Markthalle gebaut. Sie war nötig, um die Nahversorgung zu sichern." Der Markt habe so gut eingeschlagen, dass er sich so etwas auch in Ilsfeld vorstellen könne. Neben Fleisch und Wurst aus eigener Produktion werden Backwaren, Obst und Gemüse, möglichst von lokalen Anbietern, verkauft. Auch Nischen-Produkte könnten vertreten sei. In Winnenden ist es eine kleine Kaffee-Manufaktur. "Zwei bis drei Plätze sind noch frei", so Häfele. Neue Bewerber seien willkommen. "Das Ganze funktioniert wie ein Wochenmarkt, aber unter Dach und sechs Tage in der Woche." Behaglich wie bei Tante Emma soll es werden. Das alte Gebälk der Kelter trägt sicher dazu bei, dass sich diese Atmosphäre einstellt.

Zum Angebot wird auch ein täglich wechselnder Mittagstisch mit zwei bis drei Essen gehören. In Winnenden ist die Markthalle montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr, samstags von 6 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem finden einmal im Monat Events statt. "Das können Konzerte, Lesungen, Feste sein", verrät Margit Häfele. Zu bestimmten Veranstaltungen wird die Halle außerhalb der Öffnungszeiten aufgesperrt.

Planungszeit "Wir freuen uns riesig auf die Markthalle", sagte Bürgermeister Knödler, ehe Margit Häfele, ihr Sohn Armin und der Gemeindechef ihre Unterschriften unter den Pachtvertrag setzten. Jetzt beginnt die intensive Zeit der Planungen. Sicher wird das alte Haus noch die eine oder andere Überraschung zutage fördern, aber Werner Häfele ist sich sicher: "Eröffnung feiern wir im Frühjahr 2019."

Unterschrift: Margit und Armin Häfele (links), Thomas Knödler.Foto: Barth
Unterschrift: Margit und Armin Häfele (links), Thomas Knödler.Foto: Barth
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