Idylle pur am Tauchsteinsee

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Fest des Gressen-Anglersportvereins lockt einmal mehr zahlreiche Besucher in den ehemaligen Steinbruch

Von Barbara Barth
Wasser, Felsen und viel Grün: Der Tauchsteinsee in einem ehemaligen Steinbruch ist jedes Jahr Schauplatz eines gemütlichen Festes.Foto: Barbara Barth
Wasser, Felsen und viel Grün: Der Tauchsteinsee in einem ehemaligen Steinbruch ist jedes Jahr Schauplatz eines gemütlichen Festes.Foto: Barbara Barth

Es gibt so manchen idyllischen Ort für ein Fest. Aber der Tauchsteinsee in Talheim gehört sicher zu den schönsten Plätzen in weiter Umgebung. Einmal im Jahr ist der ehemalige Steinbruch für zwei Tage zugänglich für jedermann. Ansonsten schützen Zäune und Tore das Biotop. Der Gressen-Anglersportverein Talheim-Lauffen lädt immer am ersten Juni-Wochenende zu seinem Tauchsteinseefest. In diesem Jahr zum 34. Mal.

Wenn ein Fest ohne Remmidemmi, ohne Musik und ohne Kinderbelustigungen auskommt und trotzdem seit so vielen Jahren ein Highlight ist, dann liegt sein Reiz anderswo. Die Besucher sind sich einig: So viel Natur, so viel gepflegte Idylle ist selten. Türkisblaues, klares Wasser, Grün soweit das Auge reicht, Vogelgezwitscher, tanzende Libellen, nicht der kleinste Verkehrslärm. Und wenn dann auch noch die Sonne scheint, wie am Sonntagnachmittag, dann ist das Vergnügen gänzlich ungetrübt.

Zander Der Vorsitzende des Anglersportvereins, Jürgen Seybold, strahlt: "Für die Wettervorhersage ist es optimal." Die habe sich viel schlechter angehört. Rund 2500 Besucher, sogar aus dem Stuttgarter und Karlsruher Raum, verzehren an zwei Tagen Forellen, Zander, Fischfilet in Hülle, Matjes und Tintenfischringe.

Dass die Fische nicht aus dem See vor ihrer Nase stammen, stört die Besucher nicht. "Das ist ein nährstoffarmer See, ein reines Salmoniden-Gewässer", sagt Seybold. "Er ist zum Angeln, aber nicht für große Ausbeute geeignet."

Deshalb ärgern die Kormorane die Angler besonders. "Die Vögel werden zur Plage, unsere Verluste sind groß", klagt Seybold. "Früher waren sie Zugvögel, heute haben sich im Raum Pleidelsheim/Besigheim Brutpaare angesiedelt, die das ganze Jahr über hier sind und in Kolonnen über die Forellen im Tauchsteinsee herfallen." Ein Kormoran fresse am Tag ein Pfund Fisch. "Bei 100 Vögeln sind das 50 Kilo an einem einzigen Tag." Die ausgetüftelte Jagdmethode der Kormorane lässt den Fischen kaum eine Chance.

Der Tauchsteinsee füllt einen ehemaligen Steinbruch. Die Angler haben ihn vom Besitzer gepachtet. Gespeist wird der See von einer nahen Quelle. An seinen tiefsten Stellen misst er 17 Meter, die Sichttiefe beträgt bis zu sechs Meter. Deshalb sind auch seine Bewohner von den Festbesuchern vom Rand aus gut zu beobachten. Enten brüten in eigenen Häusern mitten im See. Da sind sie vor Mardern oder Füchsen sicher. Auch die Polizeitaucher aus Heilbronn nutzen das Gewässer. Sie trainieren in ihm, weil sie mehr sehen als im Neckar.

Haken Vergeblich versuchen die Angler, einen Wels an den Haken zu kriegen. "Seit drei Jahren probieren wir es", sagt Irmin Freiherr von Schlichting. "Er ist mindestens eineinhalb Meter lang, findet genug zu fressen und ist deshalb auf unsere Angelköder nicht scharf."

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