Stimme+
Obersulm

Großer Andrang in Schnapsbrennereien

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Die Dorfgemeinschaft Weiler punktet bei Besuchern mit ihrem Fest "Weiler brennt Schnaps".

Von Gustav Döttling

In der Kleinbrennerei von Kurt (rechts)) und Martin Hoffmann können die Besucher einen reinen Apfelschnaps vom Golden Delicious verkosten.Foto: Gustav Döttling
In der Kleinbrennerei von Kurt (rechts)) und Martin Hoffmann können die Besucher einen reinen Apfelschnaps vom Golden Delicious verkosten.Foto: Gustav Döttling

Mit ihrem Fest "Weiler brennt Schnaps" trifft die Dorfgemeinschaft von Obersulm-Weiler das Bedürfnis vieler Menschen nach geschmackvollen, regionalen Genüssen. Bis in die Abendstunden ebbt am Samstag der Besucherstrom in Weiler mit seinen fünf Kleinbrennereien nicht ab. Erstmals kommt mit Ronja Schmidt (18) die Destillatkönigin des Klein- und Obstbrennerverbands Nordwürttemberg aus Obersulm.

Traktor

Schon bei der Eröffnung im Leinshof von Mitorganisator Siegfried Schmidt herrscht Hochbetrieb. Mit der Weiler Most- und Schnapskapelle auf dem Anhänger braust Ortsvorsteher Willi Schips mit dem Kaelble-Traktor und flotter Volksmusik durch den Ort. "Weil die erste Auflage vor zwei Jahren gleich ein voller Erfolg war, haben wir uns entschlossen, es erneut zu versuchen", sagt Sabine Rücker vom Organisationskomitee zur Begrüßung.

"Ich brenne schon seit Wochen auf dieses Fest", meint Bürgermeister Tilman Schmidt. Es sei dank der Zusammenarbeit der ganzen Dorfgemeinschaft ein echter "Kracher" unter den Obersulmer Festen. "Wenn Sie die Erzeugnisse unserer Brenner genießen, denken Sie daran, wie viel Arbeit und Mühe es macht, so edle Brände zu erzeugen", betont Destillatkönigin Ronja I. "Wir Brenner pflegen die Landschaft, was wäre unser Weinsberger Tal ohne unsere Streuobstwiesen", sagt Siegfried Schmidt.

Weiler hat sich für das Fest herausgeputzt. Häuser, Gärten, Höfe und Brennereien sind herbstlich mit Kürbissen, Früchten, Kerzengläsern und Schwedenfackeln geschmückt. Überall knistern in Feuerkörben und -schalen Holzscheite. In der Schaubrennerei von Siegfried Schmidt schürt Walter Sommer den Brennofen. Aus 120 Litern Mirabellenmaische werden hier innerhalb von zweieinhalb Stunden fünf Liter hochprozentiges Mirabellenwasser gemacht. Mit Einbruch der Dunkelheit knistert im Schlosshof ein großes Feuer. Kinder backen Stockbrot und braten Äpfel am Spieß. 17 Besucher sind bei der Weinerlebnisführung "Rotwein bei Feuerschein" mit Helmut Feldmeyer dabei. Bei Inge Hofmann-Vogel gibt es einen Kurs im Weidenflechten.

Holzkünstler

Michael Kübler zeigt sein Können mit Motorsäge und Winkelschleifer. Im Back-Stress sind die "Lustigen Weiber" von Weiler. Die Warteschlange vor dem Backhaus, wo Zwiebel- und grüne Kuchen im Halbstundentakt gebacken werden, reißt nicht ab.

Atmosphäre

In den Höfen der fünf Brennereien drängen sich die Besucher, genießen Hefezopf und Zwetschgengeist, Grillwürste oder Kürbissuppe. "Sehr gut gemacht, eine tolle Atmosphäre", sagt Besucherin Waltraud Keicher aus Weinsberg begeistert. "Der Kirschenschnaps bei Küblers war vorzüglich", lobt Walter Sanne aus Affaltrach. "Wir brennen sonst nur für den Eigenbedarf", erläutert Kleinbrenner Walter Herrmann.

Nach oben  Nach oben