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Oberstenfeld

350 Quadratmeter Raum für Ideen

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Gemeinde stellt Freundeskreis Asyl altes Edeka-Gebäude zur Verfügung − 86 Flüchtlinge erwartet

Schlüsselübergabe (von links): Hans-Jürgen Stritter, Pfarrerin Martha Siebert, Bürgermeister Markus Kleemann, Carmen Wirth und Ines Stritter.Foto: Julia Neuert
Schlüsselübergabe (von links): Hans-Jürgen Stritter, Pfarrerin Martha Siebert, Bürgermeister Markus Kleemann, Carmen Wirth und Ines Stritter.Foto: Julia Neuert

Sein Versprechen hat Bürgermeister Markus Kleemann wahr gemacht: Bei der konstituierenden Sitzung des Freundeskreis Asyl Oberstenfeld (FAO), an der etwa 100 Freiwillige zusammenkamen, hatte das Gemeindeoberhaupt zugesichert, die Suche nach Räumen für die Flüchtlingsarbeit zu unterstützen. Nachdem die Versicherung zugestimmt hat, steht fest: Die Mitglieder dürfen das ehemalige Edeka-Gebäude an der Bottwarer Straße nutzen. 350 Quadratmeter stehen hier zur Verfügung für Lager, einen Spiel-, Aufenthalts- und Schulungsraum.

Hoffnung Die Gruppensprecher des Freundeskreis Asyl zeigten sich begeistert, ob der Großzügigkeit der Räume und der damit verbundenen Möglichkeiten: Ein "Sahnehäubchen" und alles andere als eine "Selbstverständlichkeit", betonte Hans-Jürgen Stritter. Und auch Ines Stritter bekräftigte: "Das stimmt uns hoffnungsfroh."

Im Beisein von Martha Siebert, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Oberstenfeld, und Carmen Wirth, Gruppensprecherin für die Patenschaften, nahmen sie schon einmal symbolisch den Schlüssel von Kleemann entgegen. Die Gemeinde hat das Gebäude erst im Juni 2014 gekauft, um es abzureißen. Das Gelände ist langfristig angedacht, um das Feuerwehrmagazin zu erweitern. Eine neue Konzeption sei für 2016 geplant, erst danach werde irgendwann gebaut. "Wir haben hier eine sehr gute Übergangslösung", betonte Markus Kleemann. "Das ist ein großartiges Engagement, das steht und fällt mit den Räumlichkeiten." Der Gemeinderat stimmte zu, dass der FAO die leerstehenden Räume nutzt. Die Rahmenbedingungen schafft die Gemeinde: So wird im Obergeschoss beispielsweise eine Fluchttür eingebaut. Kosten für die Maßnahmen wollte Kleemann nicht beziffern.

Neben den großen Räumen hat der alte Edeka viele Vorteile: die Sanitäranlagen sind in gutem Zustand, ein großes Lager bietet Platz für Sachspenden, und die Lage ist zentral, sowohl zum Grundstück im Industriegebiet, wo die Flüchtlinge untergebracht werden, als auch zum Ortskern. Der Bauantrag liege inzwischen vor, bestätigte Kleemann. Auf dem Wiesenstück im Lindich sollen 86 Flüchtlinge in Container zur Erstunterbringung einziehen − voraussichtlich noch Ende Oktober.

Eckpfeiler Dem Industriecharme wollen die Mitglieder mit vielen Ideen zuleibe rücken. In Vorarbeit, aber auch mit den Flüchtlingen gemeinsam. Erste Eckpfeiler dazu stehen schon: Holzbau Schäfer, einer der anliegenden Betriebe im Industriegebiet, stellt ein 25 Meter langes Regal zur Verfügung. Sach- und Geldspenden, unter anderem von einem Möbelhaus, wissen die Ehrenamtlichen ebenfalls schon sicher.

Für die Räume will der FAO noch gezielt nach Spenden suchen − über die Homepage, die im Entstehen ist, und das Mitteilungsblatt. Am Freitagabend traf sich die Initiative zu ihrem nächsten Treffen, um ihre Ideen weiterzuentwickeln. "Wir sind gut aufgestellt", bekräftigten Hans-Jürgen Stritter und alle anderen Mitglieder des FAO optimistisch.

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