Mit einer Botschaft
Stettenfelsschule feiert Doppelgeburtstag − Zukunft ungewiss

Untergruppenbach - Anerkennung und Lob gab es am Donnerstagabend für die Untergruppenbacher Stettenfelsschule zu ihrem doppelten Geburtstag. Im Foyer der Schule trafen sich 80 geladene Gäste, Lehrer, Gemeinderäte und Schüler zu einer kleinen Feierstunde: Das 30-jährige Bestehen der Hauptschule und der zehn Jahre alten Grundschule wurde gefeiert. Ein Fest in einer Zeit, in der die Zukunft der Hauptschule unsicher ist.
"Wir sind da!", war deshalb die Botschaft, die Bürgermeister Joachim Weller als erster Gratulant der Stettenfelsschule mitbrachte. "Wir sind da − das ist auch eine Botschaft an unsere Landesregierung, denn eine Schule nach der Grundschulzeit soll es auch in Zukunft in Untergruppenbach geben", sagte Weller. Da Untergruppenbach als einzige Flächengemeinde im Landkreis seit sechs Jahren stetig wachse, sei es wichtig, "unsere Schule in der sich verändernden Schullandschaft gut zu platzieren."
Persönlich Als ehemaliger und langjähriger Rektor der Grund- und Hauptschule (GHS) erinnerte der 71-jährige Adolf Prestel an die alte Zeit. Im November 1978 trat er seinen Dienst in "einer kleinen, überschaubaren Grundschule" an. Und blieb bis ins Jahr 2004. "Ich konnte ja nicht ahnen, was aus der Schule werden sollte." Denn gegen den Willen der Gemeinde war 1973 beschlossen worden, die Untergruppenbacher Hauptschüler Ilsfeld zuzuordnen. "Ich hatte mich bewusst zum Rektor einer Grundschule gemeldet. Und war total überrascht, dass das zähe Ringen um Rückführung der Hauptschüler Erfolg hatte." So wurde er unverhofft auch Rektor einer Hauptschule.
Wegen großer Raumnot musste ein Neubau für die Hauptschule mit Fachräumen für Biologie, Physik, Chemie und hauswirtschaftlich-technischem Bereich her. Nach 18 Monaten Bauzeit wurde 1981 die neue Hauptschule eingeweiht. "Dadurch begann eine 20-jährige Wanderschaft der Lehrer und Schüler zwischen zwei Schulhäusern, die erst mit dem Grundschulneubau endete", erinnerte sich Prestel.
Nostalgisch der Rückblick von Friedrich Eisenmann: Als ehemaliger Lehrer und Heimatvereinsvorsitzender plauderte er aus dem Nähkästchen. "Das vermutlich erste Schulhaus der Gemeinde stand in der Kirchstraße, wo heute die Bäckerei Stoll ist. In einem Vertrag zwischen den Fuggern und der Gemeinde wird ein Bauplatz für ein Schulhaus erwähnt." 1827 erhielt das Gebäude zwei zusätzliche Räume "für jeweils 150 Schulkinder in einem Saal."
Ziel Schulleiter Markus Nutz bezog sich auf Lorenz Kellner, einen Pädagogen des 19. Jahrhunderts: "Eine gute Schule macht bald auch eine gute Gemeinde." Ziel sei, den jetzt 270 Schülern eine bestmögliche Erziehung und Bildung zu ermöglichen. "Ich bin der Überzeugung, dass uns das besonders gut gelingt." Veränderungen gäbe es genug, wie Bildungsplan, Vergleichsarbeiten oder Kompetenzanalysen zeigten. "Alles in allem eine unruhige Zeit." Und was wird aus der Hauptschule im Ort? "Wir sind gespannt, wie sich die Schülerströme verändern. Es ist der Wunsch des Kollegiums, das schulische Angebot so zu erweitern, dass der Realschulabschluss in Untergruppenbach möglich wird."
Die Hauptschüler bedankten sich mit der Theater-AG Grips Grari und der Schulband Total Egal. Die Instrumental-AG klopfte ebenfalls pfiffige Rhythmen, und der Grundschulchor gratulierte mit einem Ständchen.

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