Wo seltene Tauben ihren Kropf aufblasen

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Lokalschau der Geflügel- und Vogelfreunde Heilbronn - Sieger sind Michael Kress, Rudolf Schmidt und Albert Rempfler

Von Tanja Capuana

Eine Taube der Rasse weißer Tümmler blickt mit großen dunklen Augen anmutig aus ihrem Käfig. Nebenan gurrt eine Kropftaube und schreitet elegant umher. Schräg gegenüber macht ein braungefiederter Hahn mit einem kraftvollen Krähen auf sich aufmerksam. Bei der Lokalschau der Geflügel- und Vogelfreunde Heilbronn gilt es, den Preisrichter zu beeindrucken um eine möglichst hohe Punktzahl zu erzielen. Die Konkurrenz unter den gefiederten Schönheiten ist groß. Da gibt es beispielsweise die zu den Huhntauben gehörende deutsche Modenesertaube. Dank den langen Beinen und dem leicht angehobenen Schwanz erinnert sie tatsächlich an eine Henne. Kaum berührt jemand das Gitter, schon stellt sich der Vogel aufrecht in Pose für beste Haltungsnoten. Auch die Schlesischen Kröpfertauben, deren Gefieder strahlend weiß schimmert, wissen sich von ihrer Schokoladenseite zu zeigen. Nähert sich die Jury, blasen die Tauben ihren Kropf auf, um ihrer Kehle noch mehr Volumen zu verleihen. "Das ist Balzgebahren und gehört zur Brautwerbung", erläutert Jürgen Käs, Vorsitzender des Vereins. Hierzulande ist er einer von zwei Züchtern, die gelockte Zwerg-Paduaner heranziehen.

Vertreter dieser Rasse, die zu den Haubenhühnern gehören, ähneln mit ihrer extravaganten Frisur dem Struwwelpeter. "Sie werden in Deutschland noch nicht anerkannt, und daher auch nicht bewertet", bedauert der Züchter.

Die 100 Hühner und 50 Tauben der Ausstellung stammen aus aller Welt. Barnevelder Hühner aus Holland zeichnen sich durch prächtiges Gefieder mit doppelt gesäumten Federn und grünlichem Schimmer, sogenannten Grünglanz, aus. Die Agarantaube ist in Usbekistan zu Hause. Ein Rassemerkmal russischer Tauben ist das Saltoschlagen in der Luft.

Den weitesten Weg haben wohl die Australorps hinter sich. Die Hühner sind groß, mit Grünglanz im schwarzen Gefieder und haben ihren Ursprung in Australien. Die Tiere sind sogenannte Zwiehühner. So werden die Australorps nicht nur wegen ihrer Legeleistung sondern auch auf Fleischertrag gezüchtet. Sieger der Lokalschau sind Michael Kress mit seinen weißen Zwergwyandotten, die Australorps von Rudolf Schmidt sowie Albert Rempflers Agarantauben.

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