Das Motto heißt: "Gemeinsam sind wir stark"

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Die Gemeinde Ilsfeld richtet in der "Sternschnuppe" eine Kindertagesstätte ein - Unterstützung für Alleinerziehende

Von Luzia Grimm

Interne Personalsuche ist jetzt in Ilsfeld der erste Schritt. Rathauschef Thomas Knödler ahnt: "Es wird ein sehr teures Jahr." Neue Erzieherinnen für die Kita werden erst einmal in den eigenen Reihen unter Kolleginnen mit Zeitverträgen gesucht. Passen müssen sie auch, denn im "Sternschnuppe"-Kindergarten wird konsequent das Motto "Bewegung ist alles, und gemeinsam sind wir stark" umgesetzt.

Das bedeutet, dass sich die Kinder in Haus und Garten ausleben können und tatsächlich die meiste Zeit in Bewegung sind. Auch bei Regen sind die Mädchen und Buben draußen. Dass gesunde Kinder eher dreckig denn adrett sind, das ist für Anita Göpfert selbstverständlich, für Eltern manchmal weniger. Wovon die "Sternschnuppe"-Teamchefin überzeugt ist, dafür setzt sie sich auch klipp und klar ein: für Kinder in Bewegung, für berufstätige Eltern und Alleinerziehende, die es ihrer Meinung nach schon schwer genug haben. Den Ilsfelder Bürgermeister hat sie hinter sich.

Thomas Knödler ist wie Anita Göpfert der Ansicht, dass es dringend einer Bewusstseinsänderung bedarf, was die Kita angeht. "Da heißt es immer noch, Rabenmütter schieben ganztags ihre Kinder ab. Es braucht sicher eine ganze Weile, bis eingesehen wird, dass die Kinder hier leben und sich auf uns verlassen. Hier betreut pädagogisch hochwertiges Personal", erklärt Göpfert. Knödler holte sich vom Regionalverband Unterstützung für die Kita: "Dr. Ekkehard Hein hat mit seinem Referat beim Gemeinderat wichtige Vorarbeit geleistet." Hein hatte festgestellt, dass Mütter mit Kindern hierzulande bei der Stellensuche oft den Kürzeren ziehen. Im benachbarten Ausland würden sie dagegen bevorzugt. Auch hier spielt Ilsfelds "Sternschnuppe" eine Vorreiterrolle. Das Team besteht aus Müttern, die alle erfahrene Erzieherinnen oder über lange Jahre bestens eingearbeitete Mitarbeiterinnen sind.

Was für Anita Göpfert unvergesslich geblieben ist, das sagte sie auch im Ilsfelder Gemeinderat deutlich, als es um grünes Licht für die Kita ging. Als die Erzieherin mit einer Spezialausbildung in Psychomotorik und Fachwirtin für Führung und Organisation im Sozialwesen vor zehn Jahren zu 50 Prozent wegen ihrer damals fünfjährigen Tochter einsteigen wollte, da habe es im Ilsfelder Gemeinderat geheißen: "Entweder ganz oder gar nicht." Und: "Eine Gemeinderätin hat damals gesagt, Mütter gehörten ins Haus." Göpferts Erinnerungen sind noch sehr lebendig, und sie kämpft gegen Rabenmütter-Vorurteile. Der erste Erfolg ist schon da.

Ziel ist eine erste Kita-Gruppe für 20 Mädchen und Buben. Bis Ende Juli soll nach den Worten Knödlers die Nachfrage analysiert sein und dann Kontakt mit Betrieben aufgenommen werden, um die Kita auch Eltern anzubieten, die in Ilsfeld ihren Arbeitsplatz haben.

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