Auch mit 85 Jahren ist er regelmäßig in der Gaststube

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„Lamm“-Wirt Eberhard Rode feiert an diesem Samstag Geburtstag - Ursprünglich lernte er Sattler

Jubilar Eberhard Rode vor seiner Gaststube, dem „Lamm“.
          Foto: Werner Kuhnle
Jubilar Eberhard Rode vor seiner Gaststube, dem „Lamm“. Foto: Werner Kuhnle

Beilstein Am 13. Januar 1922 wurde Eberhard Rode in der Gartenstraße in Beilstein geboren. Nicht weit von seinem Elternhaus entfernt, kann der als „Lamm-Wirt“ weit über die Grenzen Beilsteins hinaus bekannte Jubilar in seiner Gaststätte den 85. Geburtstag feiern. Groß ist die Zahl der Gratulanten, unter ihnen seine vier Kinder mit ihren Familien, zu denen sieben Enkel.

Das „Lamm“ an der Hauptstraße ist in den 50er-Jahren, seit es von Waltraud und Eberhard Rode geführt wird, zu einer Institution geworden. Für die Stammgäste, darunter auch der oft im Langhans-Städtchen weilende Chormeister Gotthilf Fischer, ist der Rote vom Fass zu einem Rostbraten mit Spätzle nach wie vor eine Gaumenfreude.

Eigentlich war Eberhard Rode von Beruf Sattler. Nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft im Sommer 1948 begegnete er seiner späteren Frau Waltraud, Tochter des damaligen „Lamm“-Wirts. Er erlernte das Metzger-Handwerk und brachte es zu Meisterehren. Waltraud und Eberhard Rode heirateten und führten ab 1956 die Metzgerei und das wieder aufgebaute traditionsreiche Gasthaus „Zum Lamm“ in der Hauptstraße. Tochter Brigitte hat mittlerweile mit ihrem Mann die meiste Arbeit für die Gäste übernommen. Doch nach wie vor ist der Senior-Wirt regelmäßig in der Gaststube anzutreffen.

Sein Interesse am öffentlichen Leben Beilsteins ist ungebrochen. Eberhard Rode gehörte von 1975 bis 1985 dem Gemeinderat an und war von 1950 bis 1967 Spielleiter der TGV-Handballer.

Im Rückblick auf seine an Ereignissen reichen 85 Lebensjahre meint der Jubilar mit Genugtuung: „Ich habe überall im Leben, trotz vieler Schwierigkeiten, gute Menschen gefunden. Selbst konnte ich in schwerer Zeit vielen Kameraden helfen.“ Eberhard Rode spielt damit auf die fünf Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft an, in die er nach dem Abschuss seines Flugzeugs im Mai 1943 geriet. Vorher hatte er mit seiner Flugzeugbesatzung 146 Verletzte aus dem Kessel von Stalingrad bei 40 Grad minus ausgeflogen. Acht Reisen führten ihn, zusammen mit Ehefrau Waltraud, in die damalige Sowjetunion und in das heutige Russland. Damit und mit dem intensiven Studieren von Dokumenten und Fotos aus der Kriegszeit versucht Rode, seine schweren Kriegserlebnisse zu verarbeiten.

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