Zünftig, naturnah, forsch
Heilbronn - Da war alles drin: Sogar „eine Flussüberquerung“, wie Wanderführer Horst Breitenberger sie nannte – mit einem Augenzwinkern. In Wirklichkeit gingen die 30 Leser der Heilbronner Stimme bei der Lesersommer-Wanderung am Samstag durch einen Bach...
Fachwissen und Humor
Gleich zu Beginn zog Breitenberger das Tempo vom Trappensee über die Häldensteige hoch bis zum Heilbronner Keuperweg in den Weinberge ein wenig an. „Vielleicht a Ideele zu forsch“, gab er zu. „Wobei ich nicht sicher bin, was der Unterschied zwischen bisschen und Ideele ist.“
Dafür wusste der Mann der Schwäbischen Albvereins, der mit einem ganzen Team an Helfern aus der Ortsgruppe Heilbronn die Lesersommer-Seilschaft führte, was am Wegesrand wächst und gedeiht. Dass zum Beispiel das Tausendgüldenkraut nur so heißt, weil sein botanischer Fachname falsch übersetzt wurde. „Wahnsinn, was der alles weiß“, sagte Elfriede Pilz (57) aus Bad Friedrichshall. „Der kennt ja jedes Pflänzchen.“ Außerdem hatte der Wanderführer immer einen lockeren Spruch auf den Lippen: etwa einen Witz von der Straßenbahn und ein Gedicht von der Distel.
Trampelpfade
Die Hauptrolle in dieser vergnüglichen Exkursion ins grüne, unbekannte Heilbronn spielte aber die Natur selbst. Etwa der Jägerhaussteinbruch, der den Wanderern nach dem heißen Anstieg durch die Weinberge etwas Abkühlung verschaffte. „Den Weg durch den Steinbruch kannte ich noch gar nicht, er war sehr urtümlich“, war Armin Döring (72) erstaunt. Noch mehr Überraschungen verursachten etliche Trampelpfade, zum Teil ein bisschen vermatscht, die die Wanderführer vorher so gut es ging von dornenreichen Zweigen, die im Weg standen, befreit hatten. Super Service.
Diese unbekannten Wege, gute Gespräche, gepaart mit den herrlichen Aussichten zum Beispiel vom Schweinsbergturm beeindruckten die Wanderer. „Die Waldheide kannte ich schon“, sagte Walter Herrmann (55). „Doch die Pfade abseits der üblichen Wege, die wir gegangen sind, die waren mir neu.“ Solche Wege würde man nicht allein gehen, „denn man weiß ja nie, wo der hinführt“.
Bei den samstäglichen Lesersommer-Wanderungen ist das anders. Und bei der Albvereinsortsgruppe Heilbronn auch.

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