Jagsthausen

Wertschätzung für verstorbenen Altbundespräsidenten

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Zahlreiche Einträge in das Kondolenzbuch für den kürzlich verstorbenen Roman Herzog beim Bürgerempfang in Jagsthausen.

Von Von Ute Plückthun
In das Kondolenzbuch für Roman Herzog trugen sich auch Dr. Norbert Baukus (sitzend) sowie Suse und Dr. Huschang Baghai ein.
Foto: Ute Plückthun
In das Kondolenzbuch für Roman Herzog trugen sich auch Dr. Norbert Baukus (sitzend) sowie Suse und Dr. Huschang Baghai ein. Foto: Ute Plückthun

"Menschen treten in unser Leben und begleiten uns eine Weile. Einige bleiben für immer, denn sie hinterlassen ihre Spuren in unseren Herzen." Der sehr persönliche Eintrag von Dr. Angelika und Klaus Peter van den Heuvel in das für Roman Herzog ausgelegte Kondolenzbuch spricht für viele Jagsthausener.

Am Dienstag war der frühere Bundespräsident verstorben. Die Wertschätzung, der die Menschen am Rande des Bürgerempfangs in der Bergwaldhalle Ausdruck geben, ist ungebrochen.

"Er wird uns sehr fehlen", sagt Dr. Norbert Baukus, nachdem er sich in das Buch mit den schwarz-rot-goldenen Lesebändern, das vor einer Fotografie, einer brennenden Kerze und einer weiß blühenden Orchidee umrahmt ist, eingetragen hat:

Zum einen als "Person des Zeitgeschehens", aber auch als "Teil von Jagsthausen über Jahre hinweg". Roman Herzog habe als Mensch ohne Berührungsängste ganz selbstverständlich zum Ort gehört und dessen Wohl stets gefördert. Seine Gradlinigkeit und sein Witz hätten besonders beeindruckt. "Ein großer Verlust für uns und für Deutschland."

Entgegenkommende Art von Herzog

Ruth Schmezer vom Pfitzhof kann die entgegenkommende Art nur bestätigen: Natürlich habe man ihn bei den Burgfestspielen gesehen, aber er sei auch oft in Jagsthausen unterwegs gewesen und habe dann stets ein "offenes Ohr" gehabt: "Sein Tod ist ein Verlust für jeden im Ort." Den ersten Eintrag im Kondolenzbuch macht Bürgermeister Roland Halter: "Professor Roman Herzog war eine großartige Persönlichkeit, ein geachteter Staatsmann, ein beliebter Mensch mit großer Weitsicht, Humor und einer Sprache, die auch verstanden wurde. Sein Herz schlug für Jagsthausen, die Region und die Menschen, die hier leben. Seine Stimme ist für immer verstummt."

Extra für ihren Eintrag sind Dr. Reinhold Baumann und Rose Schreiber aus Affaltrach vorbeigekommen. "In alter Verbundenheit" tragen sie sich ein. "Ein großartiger Mensch, vor allem seine Intelligenz, sein Wissen und seine Schlagfertigkeit" hat der Seniorchef der Schlosskellerei sehr geschätzt.

Ein Schock für viele in Jagsthausen

Hans-Sigmund Freiherr von Berlichingen fügt seinen Namen zur langen Liste hinzu. Auch Fritz Klappenecker bringt sein Mitgefühl für Alexandra Freifrau von Berlichingen und die Familie zum Ausdruck. Jahrzehnte lang hat er im Gastrobereich der Burg mitgearbeitet: "Die Familie ist gern zum Essen gekommen." Dabei habe er mit Roman Herzog einen "sehr netten, lieben Menschen kennengelernt". Man habe ja gewusst, dass er krank gewesen sei: "Aber so schnell, das war ein Schock."

In Arabisch und Persisch nimmt Dr. Huschang Baghai, Facharzt für Innere Medizin, Abschied. Sein letzter Gruß bedenkt die religiöse Ebene: "Wir sind alle von Gott und gehen wieder zu Gott zurück."

Eintragen weiterhin möglich

Das Kondolenzbuch wird noch bis Ende Januar im Rathaus ausgelegt. Außerdem hat das Roman-Herzog-Institut in München ein elektronisches Kondolenzbuch eingerichtet: www.romanherzoginstitut.de.

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