Wer hat die schönste Uniform?
Polizei, Feuerwehr, Bundespolizei, Justizvollzugsdienst und THW stellen sich zur Wahl.
Polizisten und Feuerwehrleute haben auf den ersten Blick nichts mit Topmodels wie Naomi Campbell oder Heidi Klum zu tun. Doch wer sich mit Beamten der Exekutive in unserer Region unterhält, die neue Uniformen bekommen haben, wird feststellen: Das Auge ist im Dienst immer mit dabei, soll heißen, der Auftritt ist Ordnungshütern und Rettern durchaus wichtig. Unsere Zeitung hat darum Technisches Hilfswerk (THW), Justizvollzugsbeamte, Polizei, Feuerwehr und Bundespolizei zu einer kleinen öffentlichen Modenschau in der Stimme überredet, quasi eine inoffizielle Schönheitswahl der Uniformen. Unsere Leser können abstimmen, welche Dienstkleidung am besten gefällt.
Wenn es nach Albert Murrweiß geht, würden die Justizvollzugsbeamten diese Kür gewinnen. "Mir gefällt unsere neue blaue Uniform, sie sieht viel frischer und eleganter als die alte grüne aus und macht mehr her." Selbst die Häftlinge im Heilbronner Gefängnis würden den Beamten Komplimente machen, berichtet der 42-Jährige. Auch Nachbarn hätten schon gesagt: "Sieht schick aus." Für Albert Murrweiß drückt sich in der besseren Hülle auch eine Wertschätzung seines Arbeitgebers aus. "Der Staat hätte auch sagen können, ach, diese kleine Gruppe der Justizvollzugsbeamten lassen wir weiter in Grün laufen." Es sei aber höchste Zeit gewesen, dass seit 2012 eine andere Kleiderordnung herrsche.
Ganz ähnlich ist das beim THW. Seit rund einem Jahr rüstet der Bund seine Katastrophenschützer nach und nach mit den neuen Uniformen aus. Jetzt hat die Jacke ein dunkleres Blau, der Stoff ist "viel angenehmer und kratzt nicht mehr so", sagt der stellvertretende Heilbronner Geschäftsführer Dieter Müller (59). Der alte Dienstanzug hatte den Spitznamen Genscher, weil er eingeführt wurde, als der FDP-Mann noch Innenminister in Deutschland war. Das ist schon ein paar Jahrzehnte her. Dementsprechend fühlten sich auch die THWler bei Treffen und Besprechungen, bei denen andere Uniformen auftauchten. "Wir wussten mit der alten Dienstkleidung nicht, ob wir under- oder overdressed waren", erklärt THW-Geschäftsführer Harald Wissmann. Jetzt haben auch die jungen Helfer beim THW neue Kleider. Wissmann: "Man merkt den Nachwuchskräften an, dass sie gleich eine ganz andere Körperhaltung in der Dienstkleidung bekommen."
Die Bundespolizei, die aus dem Bundesgrenzschutz hervorgegangen ist, und die Landespolizei haben sich jetzt in ihren neuen blauen Uniformen optisch stark angenähert. Fast wie Zwillinge. Mit dem Übergang von Blau auf Grün ist die Sprecherin der Heilbronner Ordnungshüter Yvonne Schmierer (37) ästhetisch mehr als zufrieden: "Wir sehen jetzt einfach moderner und schicker aus." Das Aussehen sei für einen Polizisten keine Nebensache, sondern spiele eine wichtige Rolle.
Yvonne Schmierers Kollege Dieter Natterer von der Heilbronner Bundespolizei berichtet dagegen, "dass sich manche am Anfang mit dem Blau schwer getan haben, weil man ja immer Grün getragen hat". Doch das Design und die Farbgebung dienten ja auch dem Wiedererkennungswert. Und: Blau würden jetzt annähernd alle Polizisten in Europa tragen.
Blau sind auch alle Kleider der Feuerwehr. Doch die neue Dienstkleidung hat nichts mehr mit der alten gemein, vor allem was Tragekomfort und Schnitt angeht. Jürgen Vogt (44) ist froh, nicht mehr in die frühere Kluft schlüpfen zu müssen, die als schwer entflammbare Einsatzuniform konzipiert war. Außerdem: "Wenn man junge Leute gewinnen will, braucht man auch ein entsprechendes Design dafür."

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