Warnung vor Tierhassern gibt Rätsel auf
Auf Plakaten warnt ein Unbekannter vor giftigen Leckerlis, die angeblich unter falschem Namen in Briefkästen auftauchen.

Es klingt wie ein modernes Märchen, und allem Anschein nach ist es das auch. Fakt ist, dass Unbekannte im Heilbronner Pfühlpark kleine Plakate mit einer Tierfutterwarnung aufgehängt haben. Ein Anonymus macht Passanten auf angeblich original verpackte Futtertestproben der Marke "Fressnapf" aufmerksam, die Tierhasser in Briefkästen werfen würden.
"Gibt es nicht euren Tieren, denn das ist Gift", steht auf dem DIN-A-4 großen Flugblättern.
Im Pfühlpark gehen viele Hundebesitzer mit ihrem Vierbeiner Gassi, so wie Hannelore Flasch und ihr Dackel Fritzi. "Die Zettel habe ich auch schon im Leinbachpark in Neckargartach gesehen", sagt sie. Ob da was dran ist? "Ich kann mir das gut vorstellen", sagt Hannelore Flasch. "Tierhassser kommen ja auf die abstrusesten Ideen."
Man müsse jedenfalls immer aufpassen und vorsichtig sein, wenn der Hund beim Spaziergang etwas findet, das nach Essen für ihn aussieht.
Sauerei
Oliver Rau, Kioskbetreiber im Pfühlpark, sind die Plakate auch schon aufgefallen. "Die muss eine Privatperson aufgehängt haben, die Stadtverwaltung war es offensichtlich nicht." Rau hat aber auch schon im sozialen Netzwerk Facebook von der Fressnapf-Futtermittelwarnung gehört. Er hatte selbst mal einen Hund und kann sich vorstellen, dass es Menschen gibt, die als Fressnapf-Nahrung getarnte Giftköder in Briefkästen werfen. "Es ist auf jeden Fall eine Sauerei. Wenn man bloß mal einen von denen erwischen würde." Der Heilbronner Polizei ist jedoch kein einziger Fall von falschen Leckerlies bekannt.
Fressnapf ist nach eigenen Angaben Heimtierbedarf-Marktführer in Europa. Tatsache ist, dass die Unternehmensgruppe schon Anfang März in einer Pressemitteilung vor "Futtersendungen unbekannter Absender" gewarnt und sich von diesen distanziert hat. Die Notiz, die heute noch auf der Internetseite von Fressnapf steht, machte vor zwei Wochen bundesweit Schlagzeilen.
In der Notiz ist die Rede von Sendungen mit Katzenfutter im Raum Hamburg, die angeblich im Namen von Fressnapf verschickt worden seien. Es würden aber keine Informationen vorliegen, dass eine Gefährdung von Tier und Mensch vorliege. Die Firma habe die Angelegenheit der Hamburger Polizei übergeben, die nun ermittle. Das Unternehmen forderte alle Personen auf, die ein Paket mit dem Absender "Fressnapf" erhalten haben, das sie nicht bestellt hatten, es "unverzüglich" in einem Fressnapf-Markt abzugeben.
Paket
Die Nachfrage in der Heilbronner Fressnapf-Zentrale ist nicht ergiebig. Von den Plakaten im Pfühlpark oder anderswo ist nichts bekannt. Es sei auch noch kein einziges falsches Futterpaket im Heilbronner Laden abgegeben worden. Weitere Auskünfte erteile die Konzerzentrale in Krefeld.
Die Konzernsprecherin ist auf das Thema überhaupt nicht gut zu sprechen. Die Polizei würde immer noch ermitteln. Ohne Erkenntnisse. Es sei auch nichts in Firmenfilialen abgegeben worden, das einen Anhaltspunkt liefern würde, dass da etwas Giftiges im Umlauf war. Allerdings habe die Geschichte in sozialen Netzwerken Wellen geschlagen, obwohl offenbar nichts dran sei, erklärt die Firmensprecherin. Sie erklärt sich das Ganze mit einer "klassischen Sender-Empfänger-Problematik". Da würde eine Nachricht weiterverbreitet, doch "am ?Ende ist aus einem Ei eine Banane geworden". Fressnapf gehe jedenfalls davon aus, "dass die ganze Sache jetzt für uns ausgestanden ist".
Stimme.de