Warnstreiks: 1500 bei Kundgebung in Heilbronn

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Region Heilbronn - Die zweite Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst hat am Dienstag die Region erfasst. Rund 1500 Beschäftigte haben sich am Vormittag an einer Verdi-Kundgebung in Heilbronn beteiligt.

Von Joachim Friedl und dpa

Heilbronn - Am Warnstreik in Heilbronn beteiligten sich mehr als 20 Kommunen aus der Region Heilbronn-Franken. Den Schwerpunkt des ganztägigen Arbeitskampfes bildeten Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Heilbronn.

Dabei waren Mitarbeiter der Stadtwerke, der Heilbronner Versorgungs GmbH, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Erzieherinnen aus zwölf Kindertagesstätten, Beschäftigte des Betriebsamtes und der Entsorgungsbetriebe. Aktiv  waren  Arbeitnehmer der Stadtbücherei, des Stadttheaters sowie Vertreter des Job Centers der Agentur für Arbeit.


Eingereiht in den langen Demonstrationszug mit rund 1500 Teilnehmern haben sich mehr als 100 Mitarbeiter der Kreissparkasse Heilbronn. Die Fahrer der Heilbronner Verkehrsbetriebe ließen am Vormittag für einige Stunden ihre Busse in der Allee stehen.

Aus Crailsheim gingen Mitarbeiter von Kindertagesstätten, der Verwaltung und des Bauhofs auf die Heilbronner Straßen, und aus Neckarzimmern beteiligten sich Bundeswehrbeschäftigte. In Bad Friedrichshall streikten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Bauhofs und  allen Kindertagesstätten.

Am Demonstrationszug beteiligten sich aus Neckarsulm Kollegen der Stadtwerke, des Bauhofs, der Verwaltung und der Kindertagesstätten. Aus Weinsberg kamen zur Kundgebung vor der Harmonie Beschäftigte der Stadtverwaltung und des Bauhofs. Gestreikt haben zudem Mitarbeiter der SLK-Kliniken Heilbronn, am Plattenwald, Brackenheim und der Klinik Löwenstein.

Forderungen

Die Gewerkschaft will die Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen, die am 28. und 29. März in Potsdam fortgesetzt werden, zu einem neuen Angebot bewegen. Sie fordert 6,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber - Bund und Kommunen - haben ein Stufenmodell angeboten, das nach ihrer Rechnung im zweiten Jahr auf ein Lohnplus von 3,3 Prozent hinauslaufen würde.

Landesbezirksleiterin Leni Breymaier sagte bei der Kundgebung vor der Heilbronner Harmonie: „Die Wirtschaft boomt. Wenn jetzt kein Geld für den öffentlichen Dienst da ist, hat das etwas mit der gewollten chronischen Unterfinanzierung des Staates zu tun. Wir stehen hier, weil wir das nicht hinnehmen.“

Die Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst führt nach Ansicht der Gewerkschafterin zu Personalengpässen. So sei der Bedarf an Erzieherinnen in Krippen und Kindergärten kaum noch zu decken. „Die Lage wird noch schwieriger, weil sich die Einrichtungen den Wünschen der Eltern nach längeren Öffnungszeiten anpassen müssen.“ Auch Pflegepersonal in den Krankenhäusern zu gewinnen, werde immer schwieriger.

Betroffen seien auch die öffentlichen Verwaltungen. „Ein Buchhalter in einem Rathaus verdient ein paar hundert Euro weniger als einer in der freien Wirtschaft.“ IT-Spezialisten seien schon gar nicht zu finden. Für die desolate Lage einiger Kommunen könnten die Beschäftigten nicht gerade stehen: „Selbst wenn sie noch Geld mitbrächten, käme manche Gemeinde nicht auf einen grünen Zweig“, sagte die Verdi-Chefin.

Am kommenden Montag (26.3.) wird der Warnstreik-Schwerpunkt im Südwesten auf Stuttgart liegen. Zur Kundgebung in der Landeshauptstadt wird auch Gewerkschaftschef Frank Bsirske erwartet.

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