Verdi-Streik: Wieder bleiben Kindergärten zu
Heilbronn - Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden am kommenden Montag fortgesetzt. In Heilbronn sind Kindertagesstätten, ferner Neuenstadt, Weinsberg, das Landratsamt Heilbronn und die Straßenmeistereien zum Streik aufgerufen.

Heilbronn - Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst werden am kommenden Montag fortgesetzt. Die Gewerkschaft Verdi, Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken, rief bereits nach dem Warnstreik in Heilbronn am Dienstag mit rund 1500 Streikenden zur Teilnahme an der landesweiten zentralen Kundgebung in Stuttgart auf. In der Landeshauptstadt spricht der Gewerkschaftschef Frank Bsirske. Verdi fordert für die bundesweit zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine Einkommensverbesserung von 6,5 Prozent, mindestens aber 200 Euro.
Aus Heilbronn nehmen Beschäftigte des Betriebsamts und des Amts für Familie, Jugend und Senioren teil. Somit wird es erneut zu Schließungen von Kindertagesstätten kommen. Die Eltern wurden am Donnerstag darüber informiert. „Ich bedanke mich ausdrücklich für das Verständnis, das sie gegenüber den Erzieherinnen zum Ausdruck gebracht haben und bitte um weitere Unterstützung“, sagte Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Marianne Kugler-Wendt gegenüber der HSt.
In Stuttgart dabei sind ferner Streikende aus Crailsheim sowie Beschäftigte der Bundeswehr-Ausbildungswerkstatt in Neckarzimmern. Das Anliegen der Auszubildenden ist vor allem die Übernahme nach der Lehre. Aus dem Landkreis Heilbronn sind Neuenstadt unter anderem mit den Kindertagesstätten, die Stadt Weinsberg, das Landratsamt Heilbronn und die Straßenmeistereien zum Streik aufgerufen.
„Mit diesem Warnstreik wollen wir den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber nochmals erhöhen“, macht Kugler-Wendt deutlich. Am 28./29.März werden die Verhandlungen in Potsdam fortgesetzt. 2000 Streikende waren gestern in Freiburg auf die Straße gegangen.
Warnstreiks am Dienstag: 1500 in Heilbronn
Bereits am Dienstag erfasste die zweite Streikwelle die Region. Am Warnstreik in Heilbronn beteiligten sich mehr als 20 Kommunen aus der Region Heilbronn-Franken. Den Schwerpunkt des ganztägigen Arbeitskampfes bildeten Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Heilbronn.
Dabei waren Mitarbeiter der Stadtwerke, der Heilbronner Versorgungs GmbH, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, Erzieherinnen aus zwölf Kindertagesstätten, Beschäftigte des Betriebsamtes und der Entsorgungsbetriebe. Aktiv waren Arbeitnehmer der Stadtbücherei, des Stadttheaters sowie Vertreter des Job Centers der Agentur für Arbeit.
Eingereiht in den langen Demonstrationszug mit rund 1500 Teilnehmern haben sich mehr als 100 Mitarbeiter der Kreissparkasse Heilbronn. Die Fahrer der Heilbronner Verkehrsbetriebe ließen am Vormittag für einige Stunden ihre Busse in der Allee stehen.
Aus Crailsheim gingen Mitarbeiter von Kindertagesstätten, der Verwaltung und des Bauhofs auf die Heilbronner Straßen, und aus Neckarzimmern beteiligten sich Bundeswehrbeschäftigte. In Bad Friedrichshall streikten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, des Bauhofs und allen Kindertagesstätten.
Am Demonstrationszug beteiligten sich aus Neckarsulm Kollegen der Stadtwerke, des Bauhofs, der Verwaltung und der Kindertagesstätten. Aus Weinsberg kamen zur Kundgebung vor der Harmonie Beschäftigte der Stadtverwaltung und des Bauhofs. Gestreikt haben zudem Mitarbeiter der SLK-Kliniken Heilbronn, am Plattenwald, Brackenheim und der Klinik Löwenstein.
Die Gewerkschaft will die Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen, die am 28. und 29. März in Potsdam fortgesetzt werden, zu einem neuen Angebot bewegen. Sie fordert 6,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro mehr. Die Arbeitgeber - Bund und Kommunen - haben ein Stufenmodell angeboten, das nach ihrer Rechnung im zweiten Jahr auf ein Lohnplus von 3,3 Prozent hinauslaufen würde. jof/red

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