Heilbronner bringt Tom Cruise das Grüßen bei

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Heilbronn - „Wann immer gedreht wurde, ich war dabei.“ Nicht einmal Tom Cruise kann das von sich behaupten. Aber Markus Albrecht. Der 38-jährige Heilbronner war militärischer Berater für „Valkyrie“. Gespannt wie ein Flitzebogen wird er am Dienstag in Berlin in der Deutschland-Premiere des Hollywoodstreifens sitzen. Kommt Stauffenberg authentisch rüber? Dafür war Markus Albrecht zuständig.

Von Gertrud Schubert
Demnächst im Kino: Tom Cruise (links) als Claus Schenk Graf von Stauffenberg in dem Hollywoodfilm „Valkyrie“.Foto: 20th century fox
Demnächst im Kino: Tom Cruise (links) als Claus Schenk Graf von Stauffenberg in dem Hollywoodfilm „Valkyrie“.Foto: 20th century fox

Heilbronn - „Wann immer gedreht wurde, ich war dabei.“ Nicht einmal Tom Cruise kann das von sich behaupten. Aber Markus Albrecht. Der 38-jährige Heilbronner war militärischer Berater für „Valkyrie“. Gespannt wie ein Flitzebogen wird er am Dienstag in Berlin in der Deutschland-Premiere des Hollywoodstreifens sitzen. Kommt Stauffenberg authentisch rüber? Dafür war Markus Albrecht zuständig.

Sie hätten auch einen Historiker nehmen können. Doch Regisseur Brian Singer und die Drehbuchautoren setzten auf den Heilbronner Ingenieur, der in einer Fleiner Halle jede Menge militärische Gerätschaft versammelt hat - Jeeps, Lastwagen, Zubehör, alles aus den Zeiten der Amerikaner in Deutschland.

Blick fürs Detail

Dass sein Sammelschwerpunkt nach dem Zweiten Weltkrieg liegt, tut seinem Wissen über die Zeit davor - das Naziregime und seine militärische Symbolsprache - keinen Abbruch. Im Gegenteil. Die militärhistorische Sammelleidenschaft und seine Zeit bei der Bundeswehr schärften Albrechts Blick gerade auch für die Äußerlichkeiten. Welcher Historiker interessiert sich schon dafür, wie bei der Wehrmacht gegrüßt wurde?

Er weiß, wie die Wehrmacht aufmarschierte: Markus Albrecht. Foto: privat
Er weiß, wie die Wehrmacht aufmarschierte: Markus Albrecht. Foto: privat

So übte Markus Albrecht mit Tom Cruise und vielen anderen Schauspielern das Grüßen und den deutschen Gruß. Er verhinderte, dass in dem Film Fahnen mit Hakenkreuzen wehen, die falsch herum gemalt sind. Er verbannte die Fahnenflut auf einem Appellplatz ins Fantasiereich der schlechten Hollywoodfilme aus den 60er bis 80er Jahren. Und er verhinderte, dass im „Reichsluftfahrtministerium“ vor jedem Büro ein SS-Mann mit Schäferhund postiert wurde.

Solche Bilder hatte das Valkyrie-Team im Kopf. Wehrmacht, SS, Nazi, NSDAP, Dienstgrade, die Ränge - die Amerikaner hatten, so erzählt Markus Albrecht, „die Problematik völlig unterschätzt“. Meistens stießen seine Recherchen dann ja auf positive Resonanz, manches ließ sich nicht mehr korrigieren. Der Schwur auf die orangefarbenen Karten zum Beispiel - „das ist Humbug, wäre viel zu gefährlich gewesen“ - musste einfach sein: „Der Amerikaner steht auf solche Symbole“, sagt Markus Albrecht und lacht fröhlich.

Der Hauptmann

Nicht jedes Detail muss stimmen. „Es ist ja kein Dokumentarfilm“, tröstet er sich. Und doch macht er sich ein bisschen Sorgen, ob die Übersetzung ins Deutsche stimmig ist. Ein amerikanischer Freund hat ihn beruhigt: „Der Film ist gut.“ Er hat sich aber auch gefreut, in „Valkyrie“ dreimal den Markus aus Heilbronn zu entdecken. Der Berater ist nämlich in eine Uniform geschlüpft und hat einen Hauptmann vom Großdeutschlandbataillon gemimt. „Ich bin der bad guy.“ Aber bloß im Film.

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