Unterschiedliche Meinungen zur Elefanten-Haltung

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Heilbronn - Die Tierschutz-Organisation Peta übt Kritik an der Heilbronner Stadtverwaltung für die Zulassung des Weihnachtscircus. Im Veterinäramt reagiert man mit Unverständnis, Zirkusdirektor Sascha Melnjak ist verärgert

Heilbronn - Die Tierschutz-Organisation Peta übt Kritik an der Heilbronner Stadtverwaltung für die Zulassung des Weihnachtscircus. Im Veterinäramt reagiert man mit Unverständnis, Weihnachtscircus-Direktor Sascha Melnjak ist verärgert.

Es handele sich beim Heilbronner Weihnachtscircus um eine tierschutzwidrige Veranstaltung, bei der erneut Dressuren mit Wildtieren auf dem Programm stehen, heißt es in einer Peta-Pressemitteilung. Insbesondere für die Elefanten sei ein Leben im Zirkus mit erheblichen Entbehrungen und systembedingter Tierquälerei verbunden. Abgesehen von der Dressur litten die Tiere unter viel zu kleinen Gehegen und Kälte.

Zootierarzt positiv überrascht

Dr. Andreas Pick vom Veterinäramt Heilbronn sagt dazu auf Anfrage von stimme.de: Um sich ein Sachverständigenurteil einzuholen, habe man extra einen ehemaligen Zootierarzt der Stuttgarter Wilhelma nach Heilbronn kommen lassen. Dieser Zootierarzt sei positiv überrascht gewesen, dass die Elefanten in einem so guten Zustand seien – insbesondere deren Füße, was bei Elefanten sehr wichtig sei. „Die Beanstandungen Petas bezüglich der Elefanten kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Pick.

Zirkusdirektor reagiert genervt

Auch Sascha Melnjak vom Weihnachtscircus verweist auf die Einschätzung des Zootierarztes. Er habe den Elefanten einen exzellenten Pflege- und Gesundheitszustand bestätigt. „Und ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu Menschen“, so Melnjak weiter. „Das allein widerlegt doch schon alles, was Peta behauptet. Da braucht man gar nicht mehr zu sagen.“

Ihn nerve das Vorgehen von Peta enorm, so Melnjak. Der Weihnachtscircus mache nichts Illegales, man habe eine Erlaubnis zur „zur Schaustellung von Tieren“. Der Zirkus würde ständig kontrolliert, Massentierhaltungen dagegen nur sehr selten. Privatleute mit Haustieren gar nicht.

Peta fordert laut Pressemitteilung die Heilbronner Stadtverwaltung zudem auf, „endlich ein kommunales Wildtierverbot für Zirkusbetriebe zu erlassen.“

„Diese Forderung steht schon Jahr und Tag im Raum“, sagt Veterinär Andreas Pick. Langfristig werde das sicher kommen. „Das steht aktuell nicht zur Diskussion“, sagt Sascha Melnjak.

Peta weist darauf hin, dass sich auch die Bundestierärztekammer für ein Wildtierverbot im reisenden Zirkus ausspricht – bereits im April 2010 hatte die Kammer eine entsprechende Pressemitteilung herausgegeben. Eine Sprecherin der Bundestierärztekammer bestätigte die Gültigkeit dieser Forderung aus 2010 gegenüber stimme.de. Hier die Original-Pressemitteilung (als pdf):

Dateiname : Pressemitteilung der Bundestierärztekammer
Dateigröße : 80761
Datum : 19.12.2012
Download : jetzt herunterladen

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