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Tödliche Schießerei: Polizei findet Abschiedsbrief

Lehrensteinsfeld - Nach der Schießerei in Lehrensteinsfeld vom vergangenenen Wochenende liegt das Ergebnis der Obduktion vor. Laut Polizeibericht gehen die Ermittler davon, dass der Mann zuerst seine Frau und danach sich selbst tötete.

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Schießerei

Ermittlungen nach tödlichem Drama | 09.07.
Ermittlungen nach tödlichem Drama | 09.07.
Ermittlungen nach tödlichem Drama | 09.07.
Ermittlungen nach tödlichem Drama | 09.07.
Ermittlungen nach tödlichem Drama | 09.07.

Ermittlungen nach tödlichem Drama | 09.07. | Lehrensteinsfeld | 09.07.2012 | 5 Bilder | Fotograf: Adrian Hoffmann

 

Lehrensteinsfeld - Nach der Schießerei in Lehrensteinsfeld vom vergangenenen Wochenende liegt das Ergebnis der Obduktion vor. Laut Polizeibericht schließen die Ermittler nicht aus, dass der Mann zuerst seine Frau und danach sich selbst tötete. Die Positionen, in denen die Leichen in der Wohnung aufgefunden wurden, verstärken den Verdacht.

Die Spezialisten sind sich sicher, dass der Mann an einem Kopfschuss starb. Seine Ehefrau hatte einen Treffer am Kopf, zwei im Oberkörper und einen am Bein. Außerdem fand die Polizei einen Abschiedsbrief. Daraus geht hervor, dass das Ehepaar den gemeinsamen Tod seit längerer Zeit geplant hatte.

Doch welche Rolle spielt die 33-jährige Nachbarin? Sie war von der Ehefrau ohne Vorwarnung im Treppenhaus durch zwei Schüsse schwer verletzt worden. "Wir stehen am Anfang der Ermittlungen und prüfen, welche Rolle die Frau in der Beziehung gespielt hat", sagt Pressestaatsanwalt Harald Lustig.

 

 

Der tote Ehemann war viele Jahre Wachtmeister im Heilbronner Amtsgericht. Eine solche Tat passe überhaupt nicht zu ihm, sagt Vize-Präsident Eberhard Nietzer auf Anfrage. Die Bestürzung sei groß, man habe es nicht fassen können. "Ich habe ihn als sehr freundlichen, unauffälligen und zuverlässigen Mitarbeiter erlebt." Es habe nichts gegeben, was in der letzten Zeit an dem Mann auffällig gewesen wäre.

Mehrere Waffen

Nach Polizeiangaben wurden in der Wohnung des toten Ehepaares zwei Lang- und fünf Kurzwaffen gefunden. Eine Dienstwaffe war nicht dabei. Mit welcher Waffe geschossen wurde, ist noch nicht geklärt. Auch sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt, wie viele der sieben Waffen legal im Besitz des toten Schützen waren.

Der Mann war nach Auskunft von Herbert Grauf, zweiter Vorsitzender des Sülzbacher Schützenvereins, mindestens acht Jahre Mitglied. "Wir sind immer noch geschockt", erzählt Grauf. Im Verein hatte man den Eindruck, dass der Mann glücklich verheiratet war. "Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht", sagt der erste Vorsitzende Rainer Mahler. "Das war dem Mann nicht anzusehen." Er war zuletzt auch Teilnehmer eines Jedermannschießens, bei dem er einer der besten Schützen war und einen Preis überreicht bekam.

 

Tödliche Schießerei in Lehrensteinsfeld | 07.07.12 | 07.07.2012 | 17 Bilder | Fotograf: Jürgen Kümmerle

 

Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) war in Sülzbach 22 Jahre lang Ortsvorsteher. Aus dieser Zeit sind auch Fotos von Gall auf der Webseite des Schützenvereins zu finden, die ihn mit Mitgliedern zeigen. "Ich kannte den Mann aber nicht", sagt Gall. "Ich weiß nicht einmal, wie er aussah." Gall sagte bereits am Sonntag gegenüber der Heilbronner Stimme, dass Schützenvereine ihrer Verantwortung nachkommen und den Behörden melden müssten, wenn Mitglieder auffällig würden.

Am Montag sind in dem Mehrfamilienhaus in der Theodor-Heuss-Straße noch immer Polizisten von der Spurensicherung am Werk. In Schutzanzügen gekleidet dokumentieren sie jedes Detail. Auch ein 3D-Laserscanner kommt zum Einsatz, um den Tatverlauf besser rekonstruieren zu können. Vor der Einfahrt ist ein Absperrband gespannt.

Laute Schreie

Unter Nachbarn ist die unfassbare Tat weiter Gesprächsthema. "Das war immer so ein friedlicher Ort", sagt eine Anwohnerin. "Jetzt ist mein Urvertrauen erschüttert." Ihr Mann will in der Tatnacht bereits Stunden vorher Geschrei gehört haben, aber er habe sich nichts dabei gedacht.

Lehrensteinsfelds Bürgermeister Björn Steinbach ist froh, dass es der Frau und Mutter, die bei der Schießerei schwer verletzt wurde, wieder etwas besser geht. "Bei allem Unglück hatte sie wenigstens so viel Glück, dass sie überlebt hat." Björn Steinbach: "Die Gemeinde steht unter Schock." jükü/aho/cf

 


Zwei Tote bei Schießerei in Lehrensteinsfeld - 7. Juli 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

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