Leingarten/Kupferzell
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Stromtrasse soll aufgerüstet werden

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Der Stromnetzbetreiber TransnetBW will die 380 Kilovolt-Leitung vom Umspannwerk Großgartach nach Kupferzell ausbauen. Vorgesehen ist ein zweiter Stromkreis auf dieser Trasse.

Von Günter Drewnitzky

Da die bestehenden Masten dafür nicht geeignet sind, müssen sie abgerissen und durch neue ersetzt werden. Bei der sogenannten Antragskonferenz in Weinsberg hatten jetzt die Träger öffentlicher Belange sowie Umweltverbände Gelegenheit, sich über die Pläne zu informieren und sich zu äußern.

48 Kilometer lange Trasse

Veranstalter dieser Antragskonferenz war die Bundesnetzagentur, bei der Transnet im Dezember vergangenen Jahres die Pläne für das Projekt eingereicht hat. Vorgesehen ist seitens Transnet eine Inbetriebnahme bis zum Jahr 2022 und die Nutzung der bereits bestehenden, 48 Kilometer langen Trasse. Sie verlässt das Umspannwerk Großgartach in Leingarten in nördliche Richtung, verläuft anschließend über das nordwestliche Gebiet der Stadt Heilbronn und überquert nördlich von Neckarsulm den Neckar.

Westlich von Kochertürn wird der Kocher überquert, dann knickt der Korridor nach Osten ab. Anschließend geht es nördlich von Neuenstadt über die Autobahn A81. Ab Neuenstadt verläuft die Trasse nördlich von Gochsen und Kochersteinsfeld nach Osten. Dann führt die Leitung Richtung Ohrnberg, südlich von Zweiflingen und nördlich von Kirchensall weiter nach Osten und erreicht Kupferzell.

 

 

Neben dieser Planung auf der bestehenden Trasse, die vom Netzbetreiber favorisiert wird, wurden bei der Bundesnetzagentur auch alternative Trassenvorschläge eingereicht, die geprüft werden. Eine dieser Varianten orientiert sich an einer bestehenden 110-Kilovolt-Freileitung, ebenfalls zwischen Großgartach und Kupferzell mit Verlauf über Öhringen, eine zweite Alternative würde parallel zur Autobahn A81 mit Verlauf über Weinsberg und Öhringen nach Kupferzell führen.

Stromtransport in Nord-Süd Richtung

Dr. Bodo Herrmann, Leiter des Zulassungsreferats der Bundesnetzagentur, erläuterte das weitere Verfahren, das jetzt die Entscheidung für eine der Trassenvarianten zum Ziel hat. Danach erfolgen öffentliche Konsultationen, bevor eine Entscheidung über den genauen Verlauf fällt.

Für Transnet erläuterte bei der Antragskonferenz Projektleiter Carsten Schulz die Planungen. Die neuen Anlagen sind danach wichtig für den Stromtransport in Nord-Süd Richtung. Dadurch werde eine zu erwartende Überlastung der bestehenden Leitungen im Rahmen der Energiewende vermieden. Die Maßnahme steht damit auch in Zusammenhang mit der verstärkten Einspeisung von Strom aus regenerativen Energien von Windkraftanlagen oder Photovoltaikfeldern.

Der Ausbau zwischen Großgartach und Kupferzell ist Teil eines Gesamtprojektes, das eine Netzverstärkung bis nach Grafenrheinfeld vorsieht. Außerdem sind umfangreiche Erweiterungen im Umspannwerk Großgartach erforderlich, für die insgesamt 60 Millionen Euro investiert werden.

Netzumbau

Neben dem Milliardenprojekt Suedlink, das über Gleichstrom-Erdkabel Windkraftstrom aus dem Norden nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren soll, erfordert die Energiewende mit immer mehr Windkraftstrom auch den Aus- und Umbau der bestehenden Wechselstromnetze. Ein Beispiel in der Region ist die geplante Verstärkung der Verbindung zwischen Grafenrheinfeld bei Schweinfurt über Kupferzell ins Umspannwerk Großgartach. 

 

 

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