Stimmungsgeladene Kostümparty
Volles Haus beim SV-Handballerfasching in Frankenbach: Keiner kam unverkleidet. Zu später Stunde gab es noch einen falschen Feueralarm.

"Seid ihr gut drauf?" Das müssen die Musiker der Band Colorados nicht zweimal fragen. Ein brüllendes "Ja" schallt ihnen entgegen.
Beim Handballerfasching des SV Heilbronn am Leinbach ist die Stimmung von der ersten Sekunde an gigantisch. Bereits beim zweiten Song der Bietigheimer Partyband ist die Tanzfläche in der Frankenbacher Gemeindehalle voll. Später wird auch noch der lange Gang zwischen den zweimal acht Tischreihen als Tanzfläche in Beschlag genommen. Die 360 Besucher des Sportvereins nehmen den Abend sportlich.
Guggemusik
Bis um 2 Uhr am Morgen singt und gröhlt alles mit: "Atemlos" von Helene Fischer oder "I sing a Lied für di" von Andreas Gabalier. Da gehen "Die Hände zum Himmel" und "So ein schöner Tag" wird besungen. Dazu Schunkelrunden und Saal-Polonaise: Das ist Spaß pur. Von Faschingsmuffeln keine Spur. Als am späten Abend das Gundelsheimer Kuhberg-Echo mit seiner Guggemusik einzieht, ist die Stimmung auf dem Höhepunkt.
Der Frankenbacher Handballerfasching hat ein treues Stammpublikum. Alle Altersgruppen sind vertreten. Man kennt sich, man trifft sich − Umarmungen hier, Küsschen da. Geflirtet wird, was das Zeug hält. "Kennen wir uns nicht von irgendwoher?", fragt ein Rotkäppchen im Foyer einen bunten Flower-Power-Boy mit schwarzer Perücke. Der Verkleidungsgrad im Saal liegt bei 100 Prozent.
Für die Frankenbacher Oliver und Angelika Reinhardt ist der Handballerfasching ein Muss. Der Ruf sei gut, die Stimmung toll und das Ganze "nicht zu groß". Er steckt in Sträflingskleidung, sie geht als Polizistin mit Handschellen am Gürtel. "Sie führt mich heute ab", schmunzelt Oliver Reinhardt.
An den beiden Cocktail- und Sektbars wird ordentlich Umsatz gemacht, die vereinseigene Küchenmannschaft gibt Snacks am laufenden Band heraus. Bereits beim SV-Kinderfasching am Nachmittag wird den Pommes so zugesprochen, dass 60 Kilogramm trotz Nachkauf von Abteilungsleiter Norbert Eitel kurz vor 21 Uhr aufgegessen sind. Flugs machen sich Helfer auf den Weg zum Supermarkt. Jetzt reichts.
Swenja Horter (25) ist eine der vielen ehrenamtlichen Helfer an diesem Abend. Sie sitzt an der Kasse am Eingang und freut sich jedes Jahr auf den Handballerfasching. "Unser Verein braucht das Geld für den Spielbetrieb", erklärt sie, was mit dem Erlös des Abends passiert.
Den Zwischenfall zu Beginn bekommen viele gar nicht mit. Die Feueralarmsirene hätte man locker als Eröffnungsgag der Colorados deuten können. Doch deren Nebelmaschine löst den Rauchmelder aus, ein ganzer Löschzug der Feuerwehr rückt an und nach kurzer Zeit wieder ab. Ansonsten: keine Zwischenfälle, alles im grünen Bereich.

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