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Heilbronn

Stadtkonzeption: Gute Aussichten für das Morgen

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Ob Heilbronn tatsächlich der Himmel auf Erden ist? Für Stadtrat Rainer Hinderer (SPD) bietet die Stadtkonzeption 2030 auf alle Fälle "gute Perspektiven für den Lebensabend".

Von Bärbel Kistner

Den wolle der 55-Jährige mit Blick auf die jetzt vorlegten Ziele der Stadtentwicklung erst recht in Heilbronn. Nicht nur für ihn persönlich, auch für die nächste Generation und für die wachsende Stadt sei die Konzeption die Grundlage, um "beherzt in die Zukunft zu gehen."


Formal fehlte noch die Zustimmung des Gemeinderats zur neuen Stadtkonzeption − nach der öffentlichen Vorstellung in der vergangenen Woche. In den zweieinhalbjährigen Prozess waren die 40 Mitglieder des Gremiums ohnehin eng eingebunden, aber nicht nur.

Oberbürgermeister Harry Mergel verweist in der Sitzung ausdrücklich auf die "riesengroße Gemeinschaftsleistung": das Engagement in Bürgerwerkstätten, die Online-Bürgerbeteiligung oder die Aktionen der Jugendlichen.

Vier Strategiefelder der Stadtkonzeption

Digitale Stadt, Teilhabe an der Stadtgesellschaft, Bildung und Wissen, zukunftsfähige Mobilität − die vier Strategiefelder der Stadtkonzeption werden im Ratsrund einhellig gelobt, ebenso der neue Markenauftritt, "der zu unserer vielfältigen und offenen Gesellschaft passt", wie etwa Nico Weinmann (FDP) kommentiert.

Für Karl-Heinz Kimmerle (Grüne) ist die momentane Aufbruchsituation in Heilbronn ein gelungener Zeitpunkt, um eine neue Konzeption auf den Weg zu bringen. Birgit Bender (Bunte Liste) freut sich, dass der Nachhaltigkeitsgedanke in das Programm Eingang gefunden hat. Gisela Käfer (CDU) lobt den Umgang mit Sprache, dass etwa stets auch von Bürgerinnen die Rede ist. Fritz Kropp (FWV) findet es gut, dass privatwirtschaftliche Planungsinstrumente berücksichtigt wurden. Alfred Dagenbach (Pro) sieht den Beitrag zur besseren Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt.

Klärungsbedarf und Verwunderung

"Zweifelndes Kopfschütteln" hält Stadträtin Gisela Käfer für angebracht, wenn in der Stadtkonzeption die Diskussion um den gebührenfreien Kindergarten als Projekt aufgeführt ist. Rainer Hinderer sieht Klärungsbedarf beim Thema Literaturhaus, das einerseits als eigenständig zu entwickelnden Schlüsselprojekts aufgeführt ist, andererseits aber das Ziel der Stadtbibliothek sein soll, Literaturhaus zu werden.

Karl-Heinz Kimmerle wundert sich über das Vorhaben, Neubaugebiete nur noch auszuweisen, wenn die Flächen in städtischer Hand sind − diese Forderung habe man bislang abgelehnt. Auch passe die in der Konzeption betonte Stärkung von Rad- und Fußverkehr nicht zu den jüngsten Haushaltsentscheidungen. Fritz Kropp gab schließlich zu bedenken, dass viele Projekte unter einem Finanzierungsvorbehalt stehen. Dazu passt die Eingangsbemerkung von OB Mergel, der deutlich macht: "Die Stadtkonzeption ist kein Gesetz". Immer wieder werde man Korrekturen vornehmen müssen.

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