Zum Neuanfang wird das Lager geräumt

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Grossbottwar - Der Insolvenz-Verkauf bei Polstermöbel-Hersteller Laauser lockt viele Kunden an. Im Juli 2008 wurde das insolvente Unternehmen von der Beteiligungsgesellschaft Square Four aus Frankfurt übernommen. Zusammen mit dem ebenfalls übernommenen Polstermöbelhersteller Weco werden die beiden Produzenten als unabhängige Gesellschaften unter dem Dach der Holding Vereinigte Deutsche Möbelmanufaktur GmbH geführt.

Von Nelli Nickel
Das Ehepaar Groß ist beim Sonderverkauf der Firma Laauser fündig geworden. Der Polstermöbelhersteller verkaufte am Wochenende die Insolvenz-Ware.Foto: Nickel
Das Ehepaar Groß ist beim Sonderverkauf der Firma Laauser fündig geworden. Der Polstermöbelhersteller verkaufte am Wochenende die Insolvenz-Ware.Foto: Nickel
Grossbottwar - „Es tut schon weh“, sagt Joachim Enßle. Der Geschäftsführer des Polstermöbelherstellers Laauser steht in der Lagerhalle und beobachtet, wie um Sofas und Sessel gefeilscht wird. Die Kunden bekommen die Polstermöbel von Messeständen oder aus Reklamationen zum Teil für ein Drittel des Originalpreises. „Ich bin froh, dass ich das nicht selber machen muss“, sagt Enßle.

Zwei Tage werden bei Laauser in Großbottwar die alten Bestände in einem Sonderverkauf veräußert. Im Juli 2008 wurde das insolvente Unternehmen von der Beteiligungsgesellschaft Square Four aus Frankfurt übernommen. Zusammen mit dem ebenfalls übernommenen Polstermöbelhersteller Weco werden die beiden Produzenten als unabhängige Gesellschaften unter dem Dach der Holding Vereinigte Deutsche Möbelmanufaktur GmbH geführt. Zweiter Geschäftsführer ist Carsten Schlieter.

„Die Insolvenz-Ware der alten Firma Laauser soll raus, so dass die Gesellschaft mit sauberen Lagern neu anfangen kann“, erklärt Enßle den Hintergrund. Alles, was heute nicht wegkommt, soll am nächsten Freitag und Samstag endgültig bei einem letzten Sonderverkauf veräußert werden.

300 Einheiten

In der Lagerhalle von Laauser herrscht reger Betrieb. Kunden kommen und gehen. 300 verkaufsfähige Einheiten, darunter komplette Sitzgruppen oder einzelne Sessel und Couchtische, hat Dieter Baumann von der Süddeutschen Verwertungsgesellschaft anzubieten. Der Leiter des Sonderverkaufs hat sich vor 25 Jahren auf solche Veranstaltungen spezialisiert. „Ich bin überrascht, dass hier so viel los ist“, sagt Baumann. Viele Schnäppchenjäger sind schon am Freitag gekommen, aber dass auch am Samstag so ein Andrang ist, hat der Profi nicht erwartet. Die Hälfte der Möbel ist inzwischen weg. Mit dem Markennamen Laauser ließe sich gut argumentieren, so der Fachmann. Dennoch hoffen die Kunden auf große Rabatte. „Die Preisstellungen werden nur noch von wenigen akzeptiert“, sagt Baumann. Er sieht eine allgemeine Entwicklung in der Gesellschaft, dass die meisten Kunden ein Preisschild nicht annehmen.

„Wir haben ein Super-Schnäppchen gemacht“, zieht ein Kunde glücklich von dannen. Mit seiner Frau hat der Reutlinger die normale Verkaufsausstellung bei Laauser besucht und ist dabei auf den Sonderverkauf gestoßen. Ursula Groß aus Schwieberdingen hat es sich in einem Sessel gemütlich gemacht. Mit ihrem Mann sucht sie nach einer Ergänzung zu ihrer Polstergarnitur. Mit dem Namen Laauser verbindet das Paar Qualität. „Wir haben vor über 20 Jahren schon eine Sitzecke hier gekauft und waren sehr zufrieden damit“, erzählt Ehemann Werner Groß.

Zukunft

Wie geht es weiter bei Laauser? Durch die Holding sieht Enßle den Möbelhersteller gestärkt, da Synergieeffekte genutzt werden können. „Wir werden leistungsfähiger und können unseren Kunden ein umfangreiches Programm bieten“, sagt der Geschäftsführer. Vielseitigkeit und individuelle Anfertigungen seien die Stärke von Laauser. „Die wollen wir hervorheben“, so Enßle.
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