Vielseitige Welt des Papiers
Nordheim - Du bist ein toller Bruder“, schreibt Felia Rosenbleck ganz sorgfältig und grazil mit dem Federkiel auf ein weißes Stück Papier. Ein tolles Zeugnis, das die siebenjährige Grundschülerin ihrem Felix beim Blumensommer Nordheim ausstellt. Die komplette erste Klasse der Grundschule Hausen mit ihrer Lehrerin Ute Diebold staunt, werkelt und entwickelt ungeahnte Kreativität bei der Mitmachausstellung des Kinder- und Jugendmuseums München.
Nordheim - Du bist ein toller Bruder“, schreibt Felia Rosenbleck ganz sorgfältig und grazil mit dem Federkiel auf ein weißes Stück Papier. Ein tolles Zeugnis, das die siebenjährige Grundschülerin ihrem Felix beim Blumensommer Nordheim ausstellt. Die komplette erste Klasse der Grundschule Hausen mit ihrer Lehrerin Ute Diebold staunt, werkelt und entwickelt ungeahnte Kreativität bei der Mitmachausstellung des Kinder- und Jugendmuseums München.
Hier im alten Bauhof ist die tägliche Aktion für Kinder ab vier Jahren zu finden, die Teil des vielfältigen Programms für Kinder auf dem Blumensommergelände ist. „Die Resonanz ist super. Am Vormittag sind wir nahezu ausgebucht“, sagt VHS-Chefin Gisela Frey-Englisch. Das Angebot gibt es aber auch an den Nachmittagen und den Wochenenden.

Knallig
„Papier La Papp“ - unter diesem Motto lässt sich alles rund ums Thema Papier, Schreiben und Drucken erzählen und ausprobieren. Papierschöpfen etwa. Ein paar Gramm Zellulose, die Bärbel Weinstok von der Ortsbücherei Nordheim im Wasser auflöst, reichen aus, damit alle Kinder selbst ihr „Werkpapier“ herstellen können. Felia mischt ein knalliges Orange hinzu, das von den feinen Fasern sofort aufgesogen wird. Das kleine Sieb wird ganz vorsichtig untergetaucht und ebenso sanft wieder aus dem Wasser gezogen.
Angelika Obert vom Rathausteam zeigt den Kindern, wie die fasrige Masse jetzt auf einem schlichten Geschirrtuch ausgepresst wird. Felia gefällt das Ergebnis gut, doch es ist noch nicht perfekt. Da fehlen noch Sterne, Mond und Herzchen drauf. „Schwuppdiwupp, so geht's“, zeigt Bärbel Weinstok, wie man ganz einfach die Formen aufs Blatt zaubert. „Das ist ja ganz leicht.“ Robin Neubauer (7) nimmt die Ausstecherförmchen, füllt mit dem Löffel den gelb gefärbten Zellulose-Mix ein. Das Ergebnis gefällt ihm. Dieser Stern ist tadellos.

Spionage
Ein Team der städtischen Museen aus Heilbronn schaut in der Mitmachausstellung vorbei. „Wir spionieren“ flüstert Museumspädagogin Heike Mühl. Heilbronn plant selbst eine solche Mitmachaktion, kombiniert mit einer Ausstellung zur kulturhistorischen Entwicklung und Verwendung des Papiers. „Das ist richtig toll hier“, sagt Mühl und meint vor allem die Vielfalt. Denn am Nachbartisch geht es weiter. Hier dürfen die Kinder mit dem Federkiel schreiben und mit der Schreibmaschine. Die Tastatur sieht irgendwie bekannt aus, doch wo ist der Bildschirm? „Liebe Mama, es war schön hier“, hält Kim Eckert mit Feder und schwarzer Farbe aus dem kleinen Tintenfass fest, während Hannes Bach begeistert ein paar Worte in die mechanische Schreibmaschine hackt.
Kleine Bastelgenies kommen bei Elfriede Schöll auf ihre Kosten, die tolle Falttechniken zeigt. Hier entstehen auch dreidimensionale Grußkarten: Schiffe, die über den weiten Ozean reisen oder die Papiertiger, die mächtig gut brüllen.

Stimme.de