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Türsteher sollen mit Panzerfaust gedroht haben (15.01.2010)

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Heilbronn/Stuttgart - In der kommenden Woche beginnen zwei Prozesse gegen 17 Sicherheitskräfte an Discoeingängen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Mitgliedern des "Budocan Fight Club - La Familia" unter anderem räuberische Erpressung vor.

Heilbronn/Stuttgart - Beim Prozess gegen Disco-Türsteher müssen sich die Zuhörer im Gerichtssaal wohl Leibesvisitationen gefallen lassen - von den Wachleuten der Justiz. Unter Sicherheitsvorkehrungen sitzen von nächstem Dienstag an fünf Türsteher auf der Anklagebank im Stuttgarter Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Mitgliedern des "Budocan Fight Club - La Familia" unter anderem räuberische Erpressung vor. Alle sitzen in U-Haft. Ein Großteil der Gruppe kommt aus der Region Heilbronn.

Die Türsteher haben laut Anklagebehörde versucht, das Kontrollgeschäft an den Eingängen von Diskotheken mit kriminellen Methoden an sich zu reißen. Einen Discobetreiber sollen sie brutal zusammengeschlagen haben, als der in Erwägung zog, andere Sicherheitsleute zu engagieren. Sie drohten dabei auch mit einem Tschetschenien aus ihrer "Familia", der mit einer Panzerfaust auf das Lokal schießen würde, wenn er dort nicht mehr arbeiten dürfe, berichtet eine Sprecherin des Stuttgarter Landgerichts.

Rabiat

Die Gruppe hat sich nach den Ermittlungen der Polizei im Frühjahr 2009 dazu entschlossen, strategisch vorzugehen, um die Türsteher-Branche zu dominieren. So versuchte die Gruppierung über den Raum Heilbronn auch in Stuttgart Fuß zu fassen. Gewalttaten, wie sie in Stuttgart vorgekommen sein sollen, sind den Fahndern aus der Heilbronner Gegend jedoch nicht bekannt. Allerdings gingen die Täter in der Landehauptstadt laut Staatsanwaltschaft auch gegen Gäste rabiat vor. Angeklagt sind auch gefährliche Körperverletzungen. Bei Hausdurchsuchungen im November 2009 fanden Beamte zudem zahlreiche Ampullen Anabolika und diverse Schlag-, Hieb- und Stichwaffen. Weitere Anklagevorwürfe lauten deshalb: Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz und unerlaubter Waffenbesitz. Die fünf Angeklagten sind zwischen 27 und 40 Jahre alt. Es ist ein Mammutverfahren zu erwarten. Bis jetzt sind 14 Verhandlungstermine bis Mitte April angesetzt.

Zweites Verfahren

Vor dem Heilbronner Amtsgericht beginnt am nächsten Freitag ein weiterer Prozess gegen zwölf Türsteher. Sie sollen als Sicherheitskräfte einer Diskothek in Heilbronn Besucher mit einem Schlagstock und Fußtritten misshandelt haben. mut

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