Soleo: Attraktiver und teurer
Heilbronn - Wo anfangen beim gerade für annähernd 210.000 Euro aufgewerteten Heilbronner Stadtbad Soleo? Beim Erfreulichen, der attraktiven Farbgestaltung, oder dem Aufreger, den höheren Eintrittspreisen?

Heilbronn - Wo anfangen beim gerade für annähernd 210.000 Euro aufgewerteten Heilbronner Stadtbad Soleo? Beim Erfreulichen, der attraktiven Farbgestaltung, oder dem Aufreger, den höheren Eintrittspreisen? Bleiben wir beim Letzteren. Die Einzelkarte kostet mit der Wiedereröffnung am Montag, 6. September, statt 3,20 Euro vier Euro. Kinder, Schüler, Studenten und Wehrdienstleistende bezahlen 2,50 Euro (bisher 1,80 Euro). Der Eintritt für Familienpassinhaber und Leistungsempfänger verteuert sich um 90 Cent auf drei Euro. Der Preis für die Jahreskarte Erwachsene steigt von 196 auf 220 Euro, Kinder bezahlen statt 113 jetzt 115 Euro. Die Saunapreise bleiben stabil.
Neue Wertkarte
"Wir kamen nicht umhin, die Preise sozial gestaffelt anzuheben", sagte Manfred Schmidt. 2009 habe der Zuschussbedarf für das Soleo bei 2,6 Millionen Euro gelegen. "Das entspricht einem Kostendeckungsgrad von gerade 21,6 Prozent", rechnet der Geschäftsführer der Stadtwerke Heilbronn GmbH hoch. Für alle Bäder liegt die kommunale Förderung bei rund vier Millionen Euro pro Jahr. "Jeder Besuch wird also mit sieben Euro subventioniert", unterstreicht Schmidt die städtische Leistung.
Mit der Neugestaltung der Eintrittspreise einher geht die Einführung einer Wertkarte. Sie löst die Fünfer-Saunakarte und die 100-Punkte-Karte ab. "Bereits verkaufte Karten haben weiterhin Gültigkeit", betont Bäderchef Peter Schulz. Die Wertkarte gilt zunächst für die Hallenbäder Soleo und Biberach, ab der Saison 2011 auch für die Freibäder.
Die Besonderheit der Wertkarte, für die kein Pfand entrichtet werden muss, die wiederaufladbar und übertragbar ist, ist der Rabatt, den man sich sichern kann: Wer die Karte mit 50 Euro lädt, erhält fünf Prozent auf alle Preise. Ab 100 Euro zehn Prozent und ab 150 Euro 15 Prozent. Die Karte gilt jedoch nicht für den Kauf von Jahres- und Saisonkarten sowie für die Nutzung der Solarien. Für einen reibungslosen Ablauf sorgt eine neue Bäderkasse (5000 Euro).
Farbtupfer
Für Farbe im Bereich des 28 Grad warmen Sportbeckens sorgte der Heilbronner Fassadenkünstler Don. Am Sprungturm setzte er mit allerlei Meeresgetier interessante Farbtupfer, vom Aufgang zur Tribüne grüßt eine attraktive Badenixe. Die Farbgestaltung und diverse Malerarbeiten kosteten rund 27.000 Euro. Für mehr Behaglichkeit sorgt im Bereich des Solebeckens ein neues Lichtkonzept.
Die Sanierung der 39 Jahre alten Duschleitungen im Lehrschwimmbecken sowie die Erneuerung der Warmwasserleitungen im Technikbereich verschlangen 65.000 Euro. Die mit 70.000 Euro größte Investition fiel bei Wartungsarbeiten im technischen Bereich an. Außerdem wurde die Beheizung des Beckenwassers von Fernwärme auf Gas umgestellt.
Nicht fertig wird bis zur Eröffnung des Soleo-Stadtbades am kommenden Montag der neue Eingangsbereich. Künftig werden ein Sternenhimmel und der hinterleuchtete Schriftzug Soleo die Badegäste empfangen.
Am Freitag, 23. Oktober, findet von 20 bis 1 Uhr im Heilbronner Stadtbad Soleo eine Saunanacht statt. Geboten werden unter anderem zelebrierte Erlebnisaufgüsse, Schwimmvergnügen bis 24 Uhr, Verwöhnbehandlungen im Dampfbad und kulinarische Genüsse an der Saunabar.
Hintergrund: Freibadzahlen
Während sich das Personal im Soleo auf die ersten Badegäste freut, trübt das Wetter die Gesichter der Bademeister in den drei Freibädern. Strömten im August 2009 rund 57.500 Besucher in die Neckarhalde, den Gesundbrunnen und das Freibad Kirchhausen, waren es in diesem August gerade einmal 10.500 Badegäste gewesen. Im Juli hatte das Besucherplus noch bei 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gelegen.
Trotz des Besucherrückgangs erhöhten sich die Einnahmen im Zeitraum Mai bis Juli: 2010 lagen rund 420.000 Euro in der Kasse, 2009 waren es 310.000 Euro gewesen. Als Ursache nennt Bäderverwalter Peter Schulz: „Aufgrund des schlechten Wetters wurden weniger Jahreskarten, aber mehr Einzelkarten, die umgerechnet gesehen teurer sind, in den Freibädern verkauft.“ jof

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